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Bekommt Doberan den zehnten Bäcker?

Bad Doberan Bekommt Doberan den zehnten Bäcker?

In das Sparkassengebäude in der Mollistraße könnten die Mecklenburger Backstuben einziehen / Traditionsbäcker Braun muss um Kunden kämpfen

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In hellen Farben dürfen die Fassaden verputzt werden. Auffallen soll kein Gebäude.

Quelle: Katarina Sass

Bad Doberan. Sparre, Braun, Stadtbäcker – allein in der Innenstadt Doberans offerieren Backstuben alle hundert Meter ihre Waren. Nun könnte in der Mollistraße ein weiterer hinzukommen. Die Konkurrenz wird damit härter und Geschäftsinhaber kämpfen um jeden Kunden. Mit innovativen Ideen.

OZ-Bild

In das Sparkassengebäude in der Mollistraße könnten die Mecklenburger Backstuben einziehen / Traditionsbäcker Braun muss um Kunden kämpfen

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Seit Monaten sucht die Ostseesparkasse Rostock (Ospa) einen Nachmieter für ihr Gebäude in der Mollistraße. Seit die Filiale an den Markt gezogen ist, steht das Haus leer. Viele Doberaner wünschen sich seit jeher ein Kaufhaus. Doch die Ospa favorisiert offenbar einen ganz anderen Kunden: In die 400 Quadratmeter großen Räume sollen demnächst die Mecklenburger Backstuben einziehen. Das berichtet eine anonyme Quelle, die namentlich nicht genannt werden will.

Stimmt das Gerücht, wäre es der zehnte Bäcker in der knapp 12000-Einwohner großen Kleinstadt. Im Rathaus hat man keine Kenntnisse über den neuen Mieter, das ist aber auch nicht notwendig. „Wir haben keinen Einfluss auf die Entscheidung“, sagt der stellvertretende Bürgermeister und Bauamtsleiter Norbert Sass. Denn der Eigentümer benötigt kein Einverständnis und keine Genehmigung von der Stadt. Delikat: Bereits Anfang der Zweitausender hatte der Stadtbäcker versucht, in der Mollistraße Fuß zu fassen. Doch das Unternehmen gab den Standort auf, weil es sich nicht rentierte.

Aber es herrscht freie freie Marktwirtschaft. Als Ingrid Bade vom gleichnamigen Blumengeschäft am Markt hört, wer in das Sparkassengebäude zieht, rollt sie nur mit den Augen. „Doberan braucht interessante Geschäfte, die die Kunden anlocken. Ich hätte mir ein Delikatessengeschäft an die Stelle gewünscht“, sagt die Inhaberin, die zu den langjährigsten Geschäftsinhaberinnen gehört. „Was sollen wir mit noch einem Bäcker“, fragt sie kopfschüttelnd.

Während es sich bei den meisten Bäckereien um Filialen handeln, die Umsatzverluste besser abfedern können, muss Thomas Braun mit seiner Traditionsbackstube und Konditorei um Kunden kämpfen. Zurzeit saniert er die Fassade und das Dach. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung stellte er seine Vorstellungen vom Farbkonzept vor. Das Haus soll in den Mollifarben strahlen, sprich in einem dunklen Rot in der unteren Hälfte und einem Gelbton in der oberen Hälfte. Sein Vorschlag fiel durch. Er entspricht nicht der geltenden Gestaltungssatzung. In der ist ausdrücklich geregelt, dass die Fassaden in hellen Tönen verputzt sein müssen (siehe Infokasten).

Schon im Ausschuss erteilte Bauamtsleiter Sass dem Farbkonzept eine Absage. Zu dunkel und nicht vereinbar mit der Satzung, die 2010 überarbeitet worden ist. Doch Braun ist überzeugt: „Ich muss auffallen in der Straße, erst recht, wenn hier ein neuer Bäcker kommt“, sagt er. Dafür hatten die Ausschussmitglieder und auch das Bauamt Verständnis und einigten sich auf einen Kompromiss, der der Satzung entspricht. Demnächst soll es einen Probeanstrich geben, bei dem auch das Bauamt dabei sein wird. Ginge es nach Rita Kronke vom Bekleidungsgeschäft am Markt, könne ruhig etwas Farbe her: „In der Innenstadt sieht es schon sehr trist aus. Es muss Hingucker geben. Aber die Farben müssen zueinander passen.“

Das Bauamt will die Satzung auf Aktualität prüfen lassen.

Auszug aus der Gestaltungssatzung

Paragraf 14: Fassadenfarben

(1) Für Sichtmauerwerk sind Steine in ziegelroter bis rotbrauner Farbe zu verwenden. Glasierte Ziegel sind unzulässig. (2) Putzfassaden sind in Weiß oder hellen Farbtönen mit einem Remissionswert von mindestens 40% zu gestalten. Dunklere Farbtöne unter einem Remissionswert von 40 Prozent sind unzulässig. Die Remissionswertskala ist Bestandteil dieser Satzung. (3) Die gesamte Fassade soll einen einheitlichen Fassadengrundton erhalten. Die farbliche Betonung einzelner Geschosse ist unzulässig. Plastisch hervortretende Gliederungselemente dürfen in einer helleren Tönung des Fassadengrundtons oder in einem harmonisierenden anderen Farbton abgesetzt werden. Im Sockelbereich sind dunklere Farbtöne mit einem Remissionswert von mindestens 20 Prozent zulässig.

Katarina Sass

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