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Deutsche Eiche: 90 Jahre Familientradition

Reinshagen Deutsche Eiche: 90 Jahre Familientradition

Am 1. Mai vor 20 Jahren übernahm Christin Schwarz die Reinshäger Gaststätte — in vierter Generation

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Am 1. Mai ist Christin Schwarz 20 Jahre die Inhaberin der Reinshäger Gaststätte „Zur Deutschen Eiche“ — in vierter Generation.

Quelle: Renate Peter

Reinshagen. Standfest wie eine Eiche und seit 90 Jahren in Familienhand: die Reinshäger Gaststätte „Zur Deutschen Eiche“. Urenkelin und heutige Chefin Christin Schwarz führt die Kneipe in vierter Generation. Ihre Urgroßeltern Albert und Hertha Burmeister übernahmen die Gastwirtschaft 1926 von der Gasthof-Familie Upplegger, die dort auch eine Schmiede betrieb.

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Am 1. Mai vor 20 Jahren übernahm Christin Schwarz die Reinshäger Gaststätte — in vierter Generation

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Für das Leben in der Kneipe musst du geboren sein. Das ist harte Arbeit.“Christin Schwarz, Inhaberin der Gaststätte „Zur deutschen Eiche“

Oben der Saal, unten die Wirtschaft — so sah der Gasthof damals aus. Anfang der 1930er-Jahre zerstörte ein Brand das Gebäude. Es wurde wieder aufgebaut, jetzt war der Saal unten. Albert Burmeister war aus dem Krieg nicht zurückgekehrt, so führte seine Frau Hertha die Kneipe allein weiter. „Bei uns wurde schon immer gern gefeiert“, sagt Enkelin Angelika Schwarz und zeigt alte Fotos von Festen.

Das Bier wurde mit Einspännern aus Rostock geholt. Angelika Schwarz hat für ihre Tochter anlässlich des 90. Familien-Jubiläums ein Fotoalbum angelegt.

1953 übergab Hertha Burmeister die „Deutsche Eiche“ an ihren Sohn Harry. Gemeinsam mit seiner Frau Anna führte er die beliebte Gaststätte in der Region weiter. Nebenbei betrieben Burmeisters eine Büdnerei. Die Gastwirtschaft wurde an die Konsumgenossenschaft verpachtet. „Mein Vater blieb da standhaft, Verkauf kam für ihn nicht in Frage. Er wollte im Grundbuch bleiben“, erzählt Tochter Angelika. In den 1960er-Jahren waren Kinoabende im Saal sehr beliebt, in den 1970er-Jahren unterstützte die Gastwirtsfamilie viele Dorffeste.

Harry und Anna Burmeister überschrieben 1991 ihre Gaststätte an die älteste ihrer drei Töchter: Angelika. „Aber ich war Lehrerin, hätte meinen Beruf nicht aufgegeben“, sagt sie. Und so wurde ihr Mann Hans-Dieter der neue Kneiper. „Wir haben umgebaut, saniert und neu gebaut“, erzählt die 62-Jährige. Viel Zeit und Geld wurde in die Gastwirtschaft gesteckt.

1995 ließ Hans-Dieter Schwarz den alten Konsum gegenüber zur Pension umbauen — als zweites Standbein. Doch 1996 starb Hans-Dieter Schwarz — der 42-Jährige hatte den Kampf gegen den Krebs verloren. Am 1. Mai 1996 hatte er noch seiner Tochter Christin die Gaststätte überschrieben. „Ich war 18, habe noch mein Abi gemacht und dann die Ausbildung zur Restaurantfachfrau begonnen“, erzählt Christin Schwarz. Doch nach einem Monat gab sie auf. „Am Tage die Ausbildung und abends in der Gaststätte arbeiten, das habe ich nicht geschafft“, sagt sie. Gepackt hat sie trotzdem alles — 20 Jahre lang.

„Aber auch nur mit drei Standbeinen“, erklärt die 39-Jährige.

Zum einen die Mittagsversorgung, in der 300 Kinder von Schule und Kitas, weiterhin Rentner und Betriebe beliefert werden. Zum zweiten die Pension. Zum dritten die Familien- und Vereinsfeiern. Der Saal sei gut ausgebucht. „Nur von der Gaststätte allein könnten wir heute nicht mehr leben“, sagt Christin Schwarz. Im vergangenen Jahr wurde der Saal neu gemacht — Dachstuhl, Decke, Beleuchtung und farbliche Gestaltung.

Seit mehr als 20 Jahren arbeitet Ilona Miller in der Gaststätte, seit mehr als 25 Jahren bereits Köchin Martina Biemann. Auf sie kann sich die junge Chefin verlassen.

Ihre beiden Jungs werden nicht die Familientradition fortführen — weder der 17-jährige Hans-Henning, der eine Ausbildung im öffentlichen Dienst absolviert, noch der elfjährige Karl-Friedrich. „Für das Leben in der Kneipe musst du geboren sein“, weiß Christin Schwarz. Morgens ab 5 Uhr ist sie täglich unterwegs.

Von Renate Peter

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