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Doberan will den Einzelhandel stärken

Bad Doberan Doberan will den Einzelhandel stärken

Zu kleinteilig, kein Magnet-Geschäft, schlechte Parkplatzsituation, fehlende Marketing-Offensiven — nach einer Analyse der Hamburger Gesellschaft „Cima Beratung ...

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Die Mollistraße in Bad Doberan: Von einer abwechslungsreichen Einkaufsmeile ist zentrale Ladenzeile derzeit weit entfernt.

Quelle: Lennart Plottke

Bad Doberan. Zu kleinteilig, kein Magnet-Geschäft, schlechte Parkplatzsituation, fehlende Marketing-Offensiven — nach einer Analyse der Hamburger Gesellschaft „Cima Beratung + Management“ ist es um den Einzelhandel in Bad Doberan nicht zum Besten bestellt. Ein jetzt erstmals öffentlich vorgestelltes Einzelhandelskonzept nimmt Stärken und Schwachstellen unter die Lupe und versucht gleichzeitig, mögliche Potenziale weiterzuentwickeln.

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Zu kleinteilig, kein Magnet-Geschäft, schlechte Parkplatzsituation, fehlende Marketing-Offensiven — nach einer Analyse der Hamburger Gesellschaft „Cima Beratung ...

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So seien in der Innenstadt etwa die Bereiche Lebensmittel, Glas und Porzellan, Gesundheit oder auch Schuhe und Lederwaren bereits gut besetzt, erklärte Cima-Projektleiter Mark Hädicke. „Luft nach oben gibt es aber vor allem noch bei der Bekleidung insgesamt, bei Sportartikeln und Spielwaren oder auch Büchern und Elektro-Artikeln.“

Weitere Knackpunkte: die mangelhafte Nahversorgung auf dem Buchenberg (Hädicke: „Das hat sich durch das neue Möbelgeschäft in den Räumlichkeiten des früheren Edeka-Marktes erstmal erledigt“) oder auch die vermehrte Ansiedlung von Lebensmittel-Discountern an der Nienhäger Chaussee. „Ein Mischgebiet aus Wohnen und Versorgung, wie es der Bebauungsplan eigentlich vorsieht, haben wir hier schon lange nicht mehr“, sagte Bauamts-Chef Norbert Sass.

Das jetzt vorgelegte Einzelhandelskonzept sei für die Stadt in erster Linie ein Werkzeug, um bestehende und künftige Ansiedlungen planungsrechtlich zu steuern und gegebenenfalls einzugreifen. „Dafür muss es jetzt in den Ausschüssen beraten und anschließend durch die Stadtvertretung beschlossen werden“, so Sass Für Neuansiedlungen gebe es in erster Linie noch im Bereich der Severinstraße/Verbindungsstraße Potenzial, meinte Hädicke. „Und auch die Räume der bisherigen Ospa-Filiale an der Mollistraße sind für Einzelhändler sehr attraktiv.“ Wie es hier im April nach dem Umzug des Kreditinstitutes an den Markt weitergehe, wisse die Stadt übrigens selbst noch nicht, gab Norbert Sass zu: „Da müssen wir jetzt offensiv auf die Sparkasse zugehen — nicht, dass wir am Ende negativ überrascht werden.“

Dass es in Bad Doberan keinen großen Einkaufs-Magneten gibt, sehen viele Händler nicht als Nachteil, sondern eher als große Stärke: „Viele Rostocker kommen gerade wegen dieser Kleinteiligkeit und Kundennähe zu uns“, sagte etwa Claudia Timm vom Schuhhaus Boock am Kamp. Dennoch müssten sich alle Einzelhändler auch kritisch hinterfragen, meinte Timm: „Wie sexy ist mein Laden noch, wie wird er wahrgenommen? Ist er noch zeitgemäß?“

Mit dem Konzept sollten weder unternehmerische Initiativen in der Stadt ausgebremst noch Konkurrenzen verhindert werden, stellte Projektleiter Hädicke klar: „Vielmehr soll es zu einer gesunden Konkurrenz der Unternehmen untereinander kommen.“

In eine ähnliche Kerbe schlug auch Stadtvertreterin Gerlinde Heimann. „Früher gab es in Doberan noch den Einkaufs-Freitag — heute warten viele Ladeninhaber auf Kundschaft, in anderen Geschäften wird schon ab 12 Uhr mit dem Besen rumgewirbelt. Da habe ich doch gar keine Lust mehr, überhaupt reinzugehen.“ Und ab Samstagmittag seien die meisten Geschäfte ganz geschlossen: „Deshalb muss es im Interesse aller sein, die Innenstadt attraktiver zu machen.“

Viele kleine Geschäfte

119 Händler gibt es aktuell in Bad Doberan.

22 000 Quadratmeter beträgt insgesamt die Verkaufsfläche.

67 von 77 Geschäften in der Innenstadt sind höchstens 100 Quadratmeter groß — nur drei Betriebe sind größer als 400 Quadratmeter. 88,9 Prozent — so hoch ist der Kaufkraftindex in Doberan. Damit liegt die Stadt nur wenige Punkte unter dem Bundesdurchschnitt und sogar über dem Wert in der Hansestadt Rostock.

63,7 Millionen Euro — so viel Umsatz machen die Doberaner Verkäufer pro Jahr.

Von Lennart Plottke

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