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Heilbäderverband schlägt „maritimen Jakobsweg“ vor

Heiligendamm Heilbäderverband schlägt „maritimen Jakobsweg“ vor

Touristiker treffen sich zum „Wellness-Gipfel“ in Heiligendamm / Experten sehen große Chancen für deutsche Badeorte und mahnen Einhaltung hoher Qualitätsstandarts an

Heiligendamm. Ein „maritimer Jakobsweg“ von Boltenhagen über Kühlungsborn, Heiligendamm, Warnemünde, Zingst und Binz bis nach Heringsdorf auf Usedom – diese gesundheitstouristische Attraktion kann sich zumindest der Europäische Heilbäderverband gut vorstellen. Dabei handele es sich nicht um einen reinen Wanderweg, erklärte jetzt Dr. Karin Lehmann vom Deutschen Heilbäderverband auf einer Fachtagung im Grand Hotel Heiligendamm: „Wir stellen uns da einen 300 Kilometer langen Thalasso-Pfad entlang der Küste Mecklenburg-Vorpommerns vor.“

OZ-Bild

Touristiker treffen sich zum „Wellness-Gipfel“ in Heiligendamm / Experten sehen große Chancen für deutsche Badeorte und mahnen Einhaltung hoher Qualitätsstandarts an

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Medizinische Arbeit und Angebote für Urlauber

Thalasso bezeichnet die Behandlung von Krankheiten mit kaltem oder erwärmtem Meerwasser, Meeresluft, Sonne, Algen, Schlick und Sand.

Es gibt einen fließenden Übergang von medizinisch arbeitenden Instituten bis hin zu gesundheits- und wellnessorientierten Angeboten für Urlauber.

Sollte diese Idee tatsächlich nicht nur eine Vision bleiben, dürften sich durchaus auch andere Bundesländer gern beteiligen, sagte Lehmann, die auch stellvertretende Kurdirektorin im Ostseebad Heringsdorf ist: „Ich halte das nicht für unrealistisch – vor dem Hintergrund wachsender Terrorgefahr ist Urlaub in Deutschland gefragter denn je.“ So würde auch die Nachfrage nach Wellness-Aufenthalten an der deutschen Ostseeküste und die Chance für Badeorte, sich als Destination mit langjähriger Tradition entsprechend zu positionieren, deutlich steigen, meinte Lehmann.

Zum zweitägigen „Wellness-Gipfel“ hatte schon traditionell die Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung (AHGZ) nach Heiligendamm eingeladen. Rund 70 Experten für Wellness, Day-Spas und Hotellerie aus Deutschland, Österreich und der Schweiz diskutierten im Seebad über Badekultur, Spa-Planung und -Sanierung, Best-Practice-Beispiele sowie digitales Spa-Marketing. „Heiligendamm ist die Wiege der Thalassotherapie in Deutschland“, meinte Karin Lehmann. „Die salzige Luft, das Wasser, Sand – die Seebäder sind prädestiniert, Therapien am Meer anzubieten.“

Die Tagungspunkte würden perfekt zu Heiligendamm passen, sagte auch Thomas Peruzzo, geschäftsführender Direktor des Grand Hotels: „Wo hat das Thema Badekultur einen besseren Ursprung, als im ältesten Seebad Deutschlands?“ Ebenso seien die Punkte Spa-Planung und Sanierung für die Nobel-Herberge aktueller denn je, so Peruzzo: „Wir stecken gerade in der Planung eines umfangreichen Um- und Anbaus für unseren Spa-Bereich – der Sommer ist kurz, und wir wollen ganzjährig noch attraktiver für unsere Gäste werden.“

Geplant sei ein zusätzliches Gebäude – unter anderem mit beheiztem Außenpool. „Aber auch bis zum Baustart haben wir noch einiges in unserem Spa-Bereich vor“, so Peruzzo. „Der Ruheraum wird nicht nur vergrößert, sondern auch zur stilvollen Relax-Zone umgebaut, der Private-Spa erhält eine zeitgemäßere Ausstattung, die Dampfsaunen werden modernisiert, weitere Anwendungs-und Kursräume den spezifischen Ansprüchen unserer Gäste angepasst.“

Es gehe darum, sich beim Thema Wellness auf die Ursprünge des Standortes und die Einzigartigkeit der Region zurückzubesinnen, erklärte Peruzzo: „Das fängt damit an, dass Kosmetiker und Therapeuten nicht mit Geräten, sondern ausschließlich mit den Händen arbeiten.“ Darüber hinaus sei in Zusammenarbeit mit der Universität Rostock eine Wellness-Anwendung namens „Aufatmen“ entwickelt worden – eine Kombination aus Inhalation und Stretching-Massage, bei der die Atemwege befreit und somit der gesamte Körper Tiefenentspannung erfahren kann.

Immer mehr Menschen ziehe es in die Natur, um die Gesundheit zu erhalten, ein Wertewandel sei eingetreten, meinte Karin Lehmann: „Nicht mehr nur in Immobilien wird investiert, sondern auch in die Gesundheit.“ Die alten Traditionen erlebten im Zusammenhang mit den Seebädern eine Renaissance: „Die Leute besinnen sich zurück auf die Heil- und Schönheitskräfte aus dem Meer.“ Dazu sei aber die Einhaltung von hohen Qualitätsstandards notwendig, machte Heringsdorfs stellvertretende Kurdirektorin deutlich: „Es hat einen inflationären Gebrauch des Begriffs Thalasso gegeben – dieses Konzept darf aber nur am Meer angewendet werden.“

Lennart Plottke

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