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Kein Netz: Viele Börgerender sind offline

Börgerende Kein Netz: Viele Börgerender sind offline

Gemeinde und Unternehmer sind besorgt: Ohne schnelles Internet gebe es langfristig einen Wettbewerbsnachteil

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Börgerende. Funkstille in Börgerende: Während im Landkreis Rostock über „schnelles Internet“ und einen Ausbau der Breitband-Netze (mindestens 50 Mbit/s) diskutiert wird, lebt ein Großteil der Bewohner noch immer im Tal der Ahnungslosen. „Vom Breitband-Ausbau können wir hier doch nur träumen“, macht Carlo Schmidt deutlich. Der Geschäftsführer der Windprojekt Ingenieur- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH wäre schon froh, überhaupt mit dem World Wide Web verbunden zu sein: „Aber bei uns in Börgerende ist nichts — überhaupt nichts.“

 

OZ-Bild

Vom Breitband- Ausbau können wir in Börgerende doch nur träumen.“Carlo Schmidt, Gesch.-führer Windprojekt

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Sein Unternehmen würde auch internationale Kunden betreuen, betont Schmidt: „Heutzutage läuft das natürlich vor allem online.“ Konsequenz: „Ich zahle monatlich horrende Summen, um über eine Standleitung nach Bad Doberan ins Internet zu kommen.“

Aus Sicht des Geschäftsmannes ein enormer Wettbewerbsnachteil: „Es geht ja nicht nur mir so — viele Ferien-Vermieter erzählen, dass sich Urlauber regelmäßig über die schlechten Verbindungen beschweren.“ So laufe man Gefahr, Feriengäste, aber eben auch die hiesigen Unternehmer zu vergraulen, warnt der stellvertretende Bürgermeister Klaus Bergmann (UW): „Wir haben in unserer Gemeinde einige potente Gewerbetreibende, die hier richtig viel Geld reinbringen — da müssen wir auch langfristig das entsprechende Umfeld bieten.“

Immerhin 50 Mitarbeiter stünden bei Windprojekt in Lohn und Brot, sagt Carlo Schmidt: „Wir fühlen uns in der Gemeinde wohl, ich bin Börgerender — aber es muss sich auch mit Blick auf die Infrastruktur dringend was tun.“

Sieht auch Andreas Pfann so: „Die langsamen Datenverbindungen sind überhaupt nicht mehr zeitgemäß“, meint der Geschäftsführer der ABC Grundbesitz GmbH. „Oft bekommt man eine etwas größere Datei überhaupt nicht verschickt — oder es dauert Stunden.“ Ein Problem, dass auch die Betreiber des neuen Upstalsboom-Hotels im „Waterkant“-Komplex längst erkannt hätten, so Pfann: „Wenn das Haus im Sommer 2018 eröffnet wird, haben die Gäste einen berechtigten Anspruch, in Börgerende unfallfrei ins Internet zu kommen.“ Denn nach jüngsten Umfragen der Hotel-Kette würden die Urlauber eher funktionierende WLAN-Verbindungen als ein Frühstücksangebot favorisieren.

Neben zufriedenen Feriengästen gehe es auch um Arbeitsplätze, macht Bürgermeister Horst Hagemeister (parteilos) deutlich: „Allein im Upstalsboom arbeiten 40 Leute — damit das auch so bleibt, müssen wir für entsprechende Rahmenbedingungen sorgen.“

Der Landkreis Rostock wolle die digitale Infrastruktur deutlich voranbringen und sei Partner der Kommunen beim Breitband-Ausbau, macht Landrat Sebastian Constien (SPD) deutlich und spricht von einem „Mammutprogramm“: „Es gibt noch viel zu klären, um dieses Vorhaben zu realisieren.“ 25 Landkreis-Gemeinden bekommen jetzt eine Bundesförderung für den Breitbandausbau — Börgerende ist noch nicht dabei: „Offenbar haben hier andere lauter geschrien“, vermutet Horst Hagemeister. Seitens der Verwaltung werde angestrebt, weitere Kommunen für die zweite Antragsrunde beim Bund unterzubringen, erklärt Gerd Czyborra vom Innenministerium in Schwerin.

Die Frist dafür läuft Ende April ab. Landrat Constien fordert nun die restlichen Ämter und Gemeinden auf, entsprechende Anträge zu stellen. „Haben wir über das Amt Doberan-Land längst gemacht“, sagt Klaus Bergmann. „Es wird Zeit, dass das schnelle Internet endlich auch bei uns ankommt.“

Milliarden-Förderung

2018 — in zwei Jahren soll es nach Plänen des Bundes in ganz Deutschland schnelles Internet mit mindestens 50 Mbit/s geben.

Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU) startet deshalb das erste Bundesförderprogramm für den Breitband-Ausbau.

2,7 Milliarden Euro stehen insgesamt für die Breitband-Förderung bereit.

Ziel des Programms ist es, den Ausbau hochleistungsfähiger Netze in unterversorgten Gebieten zu unterstützen, in denen kurzfristig kein privatwirtschaftlicher Netzausbau zu erwarten ist.

Von Lennart Plottke

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