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Müllprobleme sind Sorgen von gestern

Güstrow/Bad Doberan Müllprobleme sind Sorgen von gestern

Ein Jahr nach der Systemumstellung läuft es wieder bei der Müllabfuhr im Landkreis Rostock

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Bilder aus vergangenen Zeiten. Ein Jahr nach der Systemumstellung bei der Müllabfuhr im Landkreis Rostock gehören diese Bilder – wie hier im Ostseebad Nienhagen – der Vergangenheit an.

Quelle: Foto: Michael Meyer

Güstrow/Bad Doberan. Irgendetwas ist da doch schon wieder im Busch, könnte man meinen. Gerade erst vor einem Jahr hatte es im Landkreis Rostock massive Probleme bei der Müllabfuhr gegeben. Und jetzt will der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises von seinen Kunden wissen, wer eine blaue Papiertonne hat und wer nicht. Mancher vermutet, da soll eine neue Gebühr eingeführt werden. Dem ist nach Aussage von Betriebsleiter Thomas Buske nicht so: „Wir bereinigen unseren Datenbestand und erfassen, wie viele Behälter tatsächlich vor Ort stehen. Entgegen anderslautender Darstellungen dient dies nicht dazu, eine Gebühr für die Papiertonne vorzubereiten. Sie bleibt gebührenfrei.“

Also alles so weit, so gut.

Das gilt offenbar auch für den Rest. Groß war die Aufregung bei den Bürgern Anfang vergangenen Jahres, als die Systemumstellung dazu führte, dass Tonnen überliefen, nicht rechtzeitig getauscht oder abgeholt worden sind. Beim Abfallwirtschaftsbetrieb liefen die Drähte heiß. Viele Anfragen von Bürgern konnten nicht schnell genug beantwortet werden. Diese Zeiten sind vorbei. „Die Systemumstellung erfolgte planmäßig, die Anlaufschwierigkeiten waren bereits Ende März 2016 behoben“, sagt Thomas Buske. Etwa 15000 Abfallbehälter sind bei der Umstellung ausgetauscht worden.

Noch vor einem Jahr äußerte sich der Nienhäger Siegfried Bonin sehr kritisch zum damals neuen Müllsystem. Anwohner im Ostseebad hatten mit immer größeren Müllbergen zu kämpfen. Bonin bemängelte vor einem Jahr „nicht beherrschbare Probleme“. Er kritisierte das„Behälteridentifikationssystem“ für die Abfallarten Rest- und Bioabfall, das nur schleppend flächendeckend umgesetzt wurde.

Heute gibt er zu: „Das hat sich sehr gut eingespielt. Es läuft reibungslos.“ Auch das Chaos zwischen zweiwöchiger und vierwöchiger Entleerung gebe es nicht mehr. „Wir haben die Einführungsphase überwunden. Es gibt überhaupt kleine Probleme mehr“, gibt der 63-jährige Nienhäger heute ehrlich zu.

„Hier ist seit Mitte letzten Jahres nichts mehr aufgelaufen. Es scheint also zu funktionieren. Das ist erfreulich“, sagt Frank Giese, Bürgermeister von Graal-Müritz. In der Gemeindeverwaltung standen vor knapp einem Jahr die Telefone kaum noch still, auch weil der Landkreis kaum zu erreichen war.

Anderenorts ein ähnliches Bild: „Bei uns hat sich zuletzt niemand gemeldet. Das hatte sich im vergangenen Jahr recht bald entspannt“, sagt Sabine Fink, stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Sanitz. „Es gibt keine Probleme. Die blaue Tonne hat zwar jetzt einen eigenen Abfuhrtermin, aber das ist auch nicht schlimm“, sagt Waltraut Wegener, ebenfalls aus Sanitz. Früher waren gelbe, schwarze und Papiertonne am selben Tag abgeholt worden.

Der Landkreis hatte festgelegt, dass ab 1. Januar 2016 die Mülltonnen nur noch im vierwöchigen Rhythmus abgeholt werden. Ein zweiwöchiger Rhythmus ist nur auf Antrag möglich und kostet mehr. Zudem wurden gechipte Tonnen ausgeliefert. Der Tonnentausch und Unstimmigkeiten bei den ersten Abholterminen führten zum Müllchaos.

Rund 59000 Abfallbehälter werden laut Landkreis derzeit alle vier Wochen geleert, 12581 Stück alle 14 Tage. 27 Fahrzeuge und etwa 60 Mitarbeiter sorgen für deren Abtransport.

Mit Jahresbeginn 2017 sind in einigen Orten die Tourenpläne verändert worden. Um nicht noch einmal für Verwirrung zu sorgen, ist in diesem Jahr gleich doppelt über die Abfuhrtermine informiert worden. „Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft hat die Abfuhrtermine zusätzlich zum Abfallkalender noch in die Gebührenbescheide aufgenommen.“

Info: www.abfall-lro.de

Robert Niemeyer und Renate Peter

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