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Neue Linien: Wird’s jetzt eng auf dem Flughafen Rostock-Laage?

Laage Neue Linien: Wird’s jetzt eng auf dem Flughafen Rostock-Laage?

Der Flughafen im Landkreis Rostock stellt erneut neue Verbindungen vor / Die nächsten Jahre bleibt er aber ein Zuschussgeschäft

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Wollen mehr Gäste an die Ostsee holen: Germania-Routenplaner Klaus Altenburg (li.) und Bernd Fischer, Chef des Tourismusverbandes MV.

Laage. Ob er bald anbauen muss, weil das bestehende Terminal nicht mehr ausreicht? Rostocks Flughafen-Chef Rainer Schwarz lacht. Nein, ganz so weit sei es dann doch nicht.

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Der Flughafen im Landkreis Rostock stellt erneut neue Verbindungen vor / Die nächsten Jahre bleibt er aber ein Zuschussgeschäft

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Noch reiche das schicke Abfertigungsgebäude in Laage aus. „Zumindest an den meisten Tagen im Jahr.“ An Spitzentagen allerdings – und so einer steht dem Airport Sonnabend bevor – wird es langsam eng, räumt Schwarz ein. Denn das einstige Sorgenkind und „Millionengrab“ ist stärker denn je im Aufwind. Schon jetzt steht fest, dass der Flughafen Rostock im Jahr 2016 einen neuen Passagierrekord verkünden kann. Und 2017 dürfte es nochmals bergauf gehen.

„Es läuft gut“, sagt Schwarz etwas zurückhaltend. In diesem Jahr konnte er bereits vier Mal gute Nachrichten verkünden: Zwei neue Reedereien – MSC aus der Schweiz und Pullmantur aus Spanien – fliegen in diesem Sommer ihre Kreuzfahrtgäste via Laage ein, nach München gibt es mit BMI Regional nun eine tägliche Linienverbindungen und gestern erst gab die Airline Germania bekannt, ab 2017 ganzjährig ein Flugzeug in Rostock zu stationieren. Samt neuer Flugziele – Lanzarote, Wien und Zürich. „Wir versuchen den Flughafen auf mehrere Standbeine zu stellen“, sagt Schwarz dazu nüchtern. In Laage habe man Lehren aus dem Air Berlin-Desaster gezogen. Viele Jahre hatten sich die Macher in Laage allein auf Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft verlassen. Als die aber in wirtschaftliche Turbulenzen geriet und sich aus Rostock zurückzog, drohte dem Airport die Pleite.

Nun aber wird der Flughafen die erstmals 250000-Passagier-Marke knacken. Rentabel ist Laage aber dennoch nicht: „Fachleute gehen davon aus, dass ein Flughafen erst ab einer Million Passagiere ohne Zuschüsse auskommt“, sagt der erfahrene Luftfahrt-Manager. In Laage könnte dieser Punkt schon bei 750000 Fluggästen erreicht werden: „Wir profitieren davon, dass wir mit dem Fliegerhorst der Bundeswehr kooperieren. Die Luftwaffe nimmt uns viele Fixkosten ab.“ Zum Beispiel den Ausbau der Rollwege: Derzeit lässt der Bund die sogenannten Taxiways, die Rollwege zur Startbahn, sanieren. Ganz ohne Geld vom Staat wird es vorerst in Laage aber dennoch nicht gehen: 2,8 Millionen Euro erhält Laage derzeit pro Jahr – eine Million vom Land, den Rest von den Gesellschaftern (das sind die Hansestadt und Landkreis Rostock sowie die Stadt Laage). „Wir werden vielleicht nächstes Jahr einen geringeren Zuschuss brauchen. In diesem Jahr geht das aber noch nicht“, so Schwarz. Denn trotz der Rekordzahlen brauchte Laage Geld: „Wir müssen kräftig investieren.“ Um die wachsende Zahl von Passagieren abfertigen zu können, musste Schwarz auch neue Leute einstellen – für das Gepäck, die Check-In-Schalter, das Boarding. „Außerdem mussten wir die Gepäckanlage umbauen und auch für das Vorfeld neue Technik anschaffen.“ Am Sonnabend landet erstmals ein Jumbojet, eine Boeing 747, im Regelverkehr in Laage. „Dafür brauchten wir einen neuen Vorfeld-Schlepper und neue Beladeanlagen.“ 550 Passagiere kommen dann in Laage an: „Dann können wir kein zweites großes Flugzeug mehr abfertigen. Dafür ist das Terminal dann doch zu klein.“

Schwarz will dennoch nicht in Euphorie verfallen, schon gar nicht von „Ausbauplänen“ reden: „Wir bauen Stück für Stück aus.“ Den nächsten Schritt will Laage mit Germania gehen. Die Airline soll aus den Alpen-Ländern Urlauber in den Norden fliegen, aus Wien und Zürich. „Wir erschließen damit neue Märkte“, schwärmt Bernd Fischer, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes. Im Jahr 2015 zählte MV 260000 Übernachtungen von Österreichern und Schweizern. „Die Linz-Verbindung ab Laage hat uns allein im Österreich-Geschäft ein Plus von zwölf Prozent beschert“, so Fischer. Mit Hoteliers will er nun Pakete schnüren, damit noch mehr Gäste aus den Bergen ans Meer kommen.

Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) sieht das Land in seinem Kurs bestätigt: „Wir wurden belächelt, als wir vor zwei Jahren die Zuschüsse für Laage abgesichert haben. Aber die Entwicklung gibt uns Recht.“

Zahlen zum Airport

32 Jahre ist der Flughafen Rostock-Laage bereits in Betrieb. Er wurde 1984 als Fliegerhorst für die Nationale Volksarmee eröffnet. Seit 1993 gibt es auch einen zivilen Teil auf dem Gelände.

250000 Fluggäste sollen in diesem Jahr von Rostock aus abheben. Das wäre ein neuer Rekord. Die bisherige Bestmarke stammt aus dem Jahr 2011.

2 Mal wöchentlich fliegt Germania ab 2017 nach Wien und Zürich.

Andreas Meyer

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