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Nienhäger halten an Hafen-Plänen fest

Nienhagen Nienhäger halten an Hafen-Plänen fest

Leidenschaftliche Debatte im Sozialausschuss / Im nächsten Schritt sollen diverse Gutachten in Auftrag gegeben werden

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Breiter Strand, kleiner Hafen: So könnte die Nienhäger Ostseeküste im Jahr 2020 aussehen. Grafik: Haie-Jann Krause/Inros Lackner SE

Nienhagen. Eine Strandverbreiterung inklusive kleinem Hafen mit Tauchschule und Bootsverleih – das Ostseebad Nienhagen will jetzt beim avisierten Millionenprojekt Nägel mit Köpfen machen. „Bevor wir überhaupt weitere Planungen und Prüfungen anschieben, müssen wir erstmal klären, ob wir das alles überhaupt wollen“, erklärte Peter Zemelka während der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses. „Die Gemeinde braucht eine breite, mehrheitlich gefasste Entscheidung.“

Er sei ein Verfechter dieses Projektes, machte Zemelka deutlich. „Es ist ja nicht so, dass alles auf Teufel komm’ raus zugepflastert werden soll“, stellte der Ausschuss-Vorsitzende klar. „Die Frage ist, ob wir uns qualitativ und quantitativ erweitern wollen. Das ist eine einmalige Chance – ob’s was wird, wissen wir heute alle noch nicht.“

Nach seiner Auffassung sei dieses Vorhaben für Nienhagen mit Blick auf die nächsten 10, 20 Jahre die größte Möglichkeit, etwas zu entwickeln, meinte auch Gemeindevertreter und Ausschuss-Mitglied Rüdiger Taube: „Da sollten wir mit Weitblick und Gefühl rangehen.“

Etwas anders sah das Kollegin Birgitt Zabel: „Natürlich ist es schön, von der Plattform einen kleinen Hafen zu sehen. Aber steht unser Ort nicht vor allem für Ruhe – wir wollen uns doch gerade nicht mit Warnemünde oder Kühlungsborn vergleichen.“ Angedacht sei, einen Anlaufpunkt für etwa 80 Boote zu schaffen, so Zabel: „Aber dann reden wir auch über deutlich mehr Menschen in diesem Bereich – wollten wir nicht eine Strandverbreiterung, um hier mehr Platz zu haben?“ Im Übrigen habe sie Bedenken, dass man sich neben den gewünschten Seglern auch laute Boote und Jetskis an den Strand hole:

„Das jedenfalls sind die Ängste vieler Einwohner, mit denen ich gesprochen habe.“

Er halte das Thema Lärmimmission für einen wichtigen Punkt, sagte auch Haie-Jann Krause, der sich in den vergangenen Monaten federführend für das 10-Millionen-Projekt stark gemacht hatte: „Dass wir hier Segler haben wollen und eben keine Sportboote, lässt sich später alles über eine Benutzersatzung regeln.“ Dabei sei ihm als Architekt auch wichtig gewesen, dass die Anlage nicht zu mächtig werde, erklärte Krause: „Die Frage war: Was kann man tun, um zu verhindern, dass der Sand nach einem Jahr wieder weggespült wird?“

Eine Möglichkeit: der Bau einer Mole – ähnlich wie in Warnemünde. Nur: „Sand und Mole allein sind nicht förderfähig“, machte Krause deutlich. „Sondern nur in Verbindung mit einer qualitativen Aufwertung dieses Bereiches.“ In diesem Zusammenhang sei die Idee eines Wasserwanderrastplatzes geboren worden, so Krause: „Dafür gibt es eine eigene Förderrichtlinie – und nachdem wir 13, 14 Ämter abgeklappert hatten, war klar: Es werden uns keine Steine in den Weg gelegt.“ Mehr noch: „Man hat uns eine 90-prozentige Förderung in Aussicht gestellt – allerdings ausschließlich für einen Wasserwanderrastplatz.“

Denn bei dem geplanten Bau handele es sich eben nicht um einen Sportboot-Hafen, stellte Krause klar: „Hier soll es Plätze für Gastlieger und Durchgangsverkehr geben – wir rechnen mit einer Verweilzeit von maximal zwei, drei Tagen.“

Und auch das drohende Platzproblem könnte gelöst werden, sagte Gemeindevertreter Michael Flügel: „Es gibt Überlegungen, am Ferienressort ,Seepferdchen’ einen eigenen Abgang zum Strand zu errichten – der Hauptabgang an der Promenade wäre entlastet, und die Tagestouristen aus Richtung Rostock würden sich dann auch besser am Strand verteilen.“

Bei aller Begeisterung halte er aber eines für dringend erforderlich, sagte Karl-Heinz-Breitzmann, früherer Chef des Rostocker Ostsee-Instituts für Marketing, Verkehr und Touristik und jetzt in einer Arbeitsgruppe zur Ortsentwicklung aktiv: „Man sollte noch viel mehr die Bevölkerung in die Überlegungen mit einbeziehen – etwa über öffentliche Veranstaltungen.“ Denn bei der Verteilung von Fördermitteln würden die zuständigen Gremien eben auch sehr genau auf Volkes Stimme hören.

„Wir hoffen, im Herbst so weit zu sein, dass wir eine weitere Bürgerversammlung machen können“, blickte Michael Flügel voraus. Jetzt gehe es zunächst darum, jede Menge Untersuchungen in Auftrag zu geben – etwa zu den örtlichen Sedimenttransporten, den Einflüssen der Bauwerke auf das Umfeld und den Küsten- und Hochwasserschutz, aber auch zur Rentabilität eines Wasserwanderrastplatzes.

Letztlich sprach sich der Nienhäger Bauausschuss einstimmig dafür aus, das Projekt weiter voranzutreiben – und gab eine entsprechende Empfehlung an die Gemeindevertretung.

Touristisches Highlight

15 bis 20 Meter breit soll der Strandabschnitt Richtung Warnemünde nach Sandaufspülungen werden.

10 neue Buhnenreihen sehen die Planungen ebenfalls vor. 50 Liegeplätze für Boote plus zusätzliche touristische Attraktionen wie Tauchschule oder Bootsverleih könnten sich die Planer am Nienhäger Strand ebenfalls vorstellen.

10 Millionen Euro könnte die Stranderweiterung an der Nienhäger Küste inklusive neuem Wasserwanderrastplatz insgesamt kosten.

Lennart Plottke

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