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Nienhagen: Seit 80 Jahren Ostseebad

Nienhagen Nienhagen: Seit 80 Jahren Ostseebad

Mit Hotel „Waldschloss“ fing alles an – 1985 bereits 17000 Urlauber pro Jahr / Kommune will Park verschönern

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Wo einmal der Badeortsteil Nienhagen seinen Anfang nahm (Ecke Strandstraße/ Doberaner Straße), wurde 1995/96 eines der ersten Häuser, das alte Hotel Waldschloss, durch einen Neubau ersetzt.

Quelle: Fotos: Sabine Hügelland

Nienhagen. Der alte Wilhelm Barten war schlau. Der Landwirt und Schulze ließ 1906 Teile seines Ackers am Wald für den Bau von Pensionen parzellieren. Die Bebauung mit einem Hotel und mehreren Pensionen erfolgte umgehend. In der Chronik von Nienhagen, die Wolfgang Ortmann zusammentrug, heißt es: „Er sorgte für den Bau eines Weges an seinem Gehöft, ehemals Pension am Teich und von der Doberaner Straße bis an die Küste. So schuf er 30 Parzellen für Siedler, die eine Existenz im Badewesen gründen wollten. Schulze Barten kann also mit Recht als Begründer des Badeortes Nienhagen angesehen werden.“

OZ-Bild

Mit Hotel „Waldschloss“ fing alles an – 1985 bereits 17000 Urlauber pro Jahr / Kommune will Park verschönern

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2016 nun blickt das 752-Jahre alte Nienhagen auf 80 Jahre Ostseebad-Status, wie Bürgermeister Uwe Kahl zum Gespensterwaldfest verkündete. 1909 gründeten Pensionswirte einen Badeverein, der alle anstehenden Aufgaben zu organisieren und koordinieren hatte, wie den Bau von Buhnen, der Uferschutzmauer und Werbung. 1911/12 entstanden ein Aussichtsturm und eine Landungsbrücke, die nur wenige Jahrzehnte Bestand hatten. 1911 wurden bereits 500 Kurgäste in Nienhagen gezählt und die Einwohnerzahl stieg und stieg. 1900 waren es etwa an die 100, 20 Jahre später schon 300 Einwohner. 1929 erfolgte der Ritterschlag für den Ort: Nienhagen erhielt die Konzession zur „Ausübung des Seebadebetriebes“ und 1936 erfolgte eine offizielle staatliche Anerkennung als Ostseebad.

Zwischen 1925 und 1938 gab es weitere Baubooms. Nachdem die Uferschutzmauer durch einen schweren Sturm im Januar 1954 fast gänzlich zerstört wurde, entstand ein Jahr später die Mauer, wie sie heute noch zu sehen ist. 1985 stieg die Gästezahl – auch durch den Bau von weiteren Einrichtungen wie Betriebsferienheimen – auf die Rekordhöhe von 17000 Urlaubern pro Jahr. „Nach der Wende gab es eine rasante Entwicklung", so Uwe Kahl. Viele Unterkünfte entsprachen nicht dem nun gefordertem Standard und mussten schließen. In der Chronik heißt es dazu: „Dort, wo einmal der Badeortsteil Nienhagen seinen Anfang nahm, wurde 1995/96 eines der ersten Häuser, das alte Hotel Waldschloss, durch einen Neubau ersetzt.“ Die Einwohnerzahl stieg ab da von um die 600 Einwohner auf 2043 nach der letzten Zählung in diesem Jahr. „Eine Gemeinde ab 2000 Einwohner steht auch wirtschaftlich günstiger da“, so Uwe Kahl. Er betont: „Da wir uns nun nicht mehr vergrößern können – wegen Begrenzungen durch Landschaftsschutzgebiete und durch die Rostocker Raumordnungsbehörde, die keine weiteren B-Pläne genehmigen möchte –, konzentrieren wir uns mehr darauf, die Infrastruktur zuverbessen.“

Die Lebensqualität für die Einwohner soll steigen, von der auch Gäste profitieren. Dabei denkt er unter anderem an eine Strandverbreiterung, aber auch an die schon lange anstehenden Objekte wie den kleinen Erholungspark in der Strandstraße. Er liegt inmitten des Ostseebades, wird gepflegt, doch so richtig schön ist er nicht mehr. Um die 4880 Quadratmeter groß besitzt der Park einen natürlichen Teich, der davon etwa 250 Quadratmeter einnimmt. Gemeinsam mit Gemeindevertreter Wilhelm Chmiela – er ist Vermittler zwischen einer Arbeitsgruppe und der Gemeinde – und dem Leiter des Bauhofs, Birger Mendrina, begutachtete Bürgermeister Uwe Kahl kürzlich den Erholungspark. Zugrunde lagen ihnen auch die Vorstellungen der Arbeitsgruppe, die sich im Rahmen der Verschönerung des Ostseebades für den Park einsetzt. Zu ihr gehören Erika Höfer und Gerd Klar, die zurzeit mit der Bestandsaufnahme beschäftigt sind. „Der Platz liegt sehr zentral und hat es schon lange verdient, gestaltet zu werden“, sagt Gerd Klar. „Der Park soll ein Ruhepol werden. Ein Ort, an dem man sich gerne trifft, wo ein Miteinander stattfindet“, so Erika Höfer. „Das Wegenetz muss unbedingt verbessert werden. Ein naturnaher geschwungener Weg soll entstehen. Wir können uns auch vorstellen, dass nach Festlegung des Wegenetzes und Standort eines Pavillons, der Anordnung von Bänken und Beeten, auch Skulpturen das Bild abrunden können“, erklärt Erika Höfer. Die spätere Gestaltung ist noch offen und muss mit einem Planer besprochen werden. So bald es geht, soll aber mit der Umgestaltung begonnen werden.

Die Chronik ist in der Kurverwaltung für 8,50 Euro erhältlich.

Sabine Hügelland

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