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Nienhagen: Streit um geplantes Millionen-Projekt

Nienhagen Nienhagen: Streit um geplantes Millionen-Projekt

Strandverbreiterung Richtung Warnemünde, kleiner Bootshafen: Die CDU-Fraktion erntet für ihre ambitionierte Idee auch Kritik / Hauptvorwurf: Mangelhafte Informationspolitik

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Breiterer Strand, kleiner Hafen: Noch sind die Pläne für Nienhagens Küstenstreifen nur eine Vision. Grafik: Haie-Jann Krause/Inros Lackner SE

Nienhagen. Im Ostseebad Nienhagen fliegen die Fetzen. Wieder einmal. Stein des Anstoßes ist eine geplante Strandverbreiterung Richtung Warnemünde und im weiteren Verlauf der Bau eines kleinen Bootshafens. Dabei stößt den Kritikern nicht einmal das ambitionierte Projekt selbst sauer auf — sondern vielmehr die mangelhafte Informationspolitik von Bürgermeister Uwe Kahl und weiteren Mitstreitern aus der CDU-Fraktion.

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Strandverbreiterung Richtung Warnemünde, kleiner Bootshafen: Die CDU-Fraktion erntet für ihre ambitionierte Idee auch Kritik / Hauptvorwurf: Mangelhafte Informationspolitik

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Liebe Leser, Sie sind gefragt: Was halten sie von den Plänen, den Strand in Nienhagen Richtung Warnemünde zu verbreitern und einen Wasserwanderrastplatz zu bauen?

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„Wir lehnen einen breiteren Strand gar nicht generell ab“, sagte etwa Wolfgang Lange (BIG) während der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend. „Aber weder in den Ausschüssen wurde dieses Vorhaben bislang besprochen noch die Nienhäger Einwohner befragt.“ Deshalb halte er auch nichts davon — wie von der Union vorgeschlagen — jetzt ein Gutachten erstellen zu lassen, das mögliche Fördermittel abprüfen soll. „Immerhin sollen dafür 20000 Euro locker gemacht werden“, macht Lange deutlich. „Aber wir müssen doch erst entscheiden, ob wir wollen, um dann zu prüfen, ob wir auch dürfen.“

In eine ähnliche Kerbe schlug auch Mario Jenß (SPD): „Auch bei uns im Bauausschuss wurde über dieses Thema bislang noch gar nicht gesprochen — obwohl offenbar bereits seit anderthalb Jahren daran gearbeitet wird.“ Der Hauptausschuss habe den Plänen in seiner Sitzung am 15. März mehrheitlich zugestimmt, betonte Bürgermeister Uwe Kahl: „Wir wollen die Strandverbreiterung jetzt vorantreiben, damit uns die Fördermittel nicht weglaufen.“

Wirklich diskutiert habe man in diesem Ausschuss allerdings nicht, sagte Lange: „Die Unterlagen wurden erst während der Sitzung verteilt — wie soll man denn da seriös entscheiden?“ Das sei tatsächlich „unglücklich“ gelaufen, gab Michael Flügel (CDU) zu. „Dennoch glaube ich an dieses Projekt“, erklärte der Gemeindevertreter und Bauausschuss-Vorsitzende. „Das ist für unser Ostseebad längst überfällig.“

Rund zehn Millionen Euro seien für das gesamte Bauvorhaben avisiert, sagte Flügel — satte neun Millionen Euro könnten dabei vom Schweriner Wirtschaftsministerium kommen: „Diese mögliche Förderung ist aber zeitlich begrenzt — wenn das Vorhaben nicht bis zum Jahr 2020 fertiggestellt wird, ist das Geld weg.“ Deshalb müsse man jetzt aufs Tempo drücken, so Flügel — und brauche zunächst ein entsprechendes Gutachten: „Damit erfüllen wir zwei Auflagen — auf der einen Seite beleuchten wir die Belange des Umweltschutzes, andererseits müssen wir auch nachweisen, dass das Vorhaben am Ende rentabel sein kann.“

Er könne nachvollziehen, dass sich einige Gemeindevertreter und auch die Einwohner „ein bisschen überfahren“ vorkommen, sagte Michael Flügel: „Aber wir haben anderthalb Jahre zunächst die Machbarkeit unserer Idee geprüft, waren bei etlichen Ämtern, Behörden und Ministerien — wir wollten das erst der Öffentlichkeit präsentieren, wenn wir hier grundsätzlich positive Signale bekommen.“

Dennoch: Sie sei enttäuscht darüber, dass diese Pläne nicht schon in der Bürgerversammlung am 17. März erläutert worden seien, machte eine Einwohnerin deutlich: „Da hat ein Team tolle Arbeit abgeliefert, uns erste Vorstellungen für ein Entwicklungskonzept vorgestellt. Warum wird so ein Millionenprojekt nicht auch aufgenommen — wird darüber jetzt einfach so entschieden?“

Darum gehe es nicht, erklärte Michael Flügel: „Natürlich möchten wir auch von den Bürgern hören, was sie bewegt — und wir sind jederzeit für weitere Ideen offen.“ Deshalb werde es am heutigen Samstag von 10 bis 12 Uhr eine Informationsveranstaltung an der Nienhäger Promenade geben.

Denn eines sei doch klar, betonte auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Rudi Derer: „Wir wollen unseren Ort für unsere Einwohner und Gäste entwickeln — und nicht gegen sie.“ Immerhin: Am Ende gaben die Gemeindevertreter mit einer Dreiviertel-Mehrheit grünes Licht — die geforderten Gutachten können jetzt erstellt werden.

Von Lennart Plottke

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