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Thomas Peruzzo ist das neue Gesicht der „German Riviera“

Heiligendamm Thomas Peruzzo ist das neue Gesicht der „German Riviera“

Marketing-Kooperation für internationalen Tourismus wählte neue Spitze

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Es gibt auch schon Werbematerial in Dänisch, freut sich Thomas Peruzzo – über die Tysk Riviera.

Quelle: Foto: Lutz Werner

Heiligendamm. Thomas Peruzzo (42), der Geschäftsführende Direktor des Grand Hotels Heiligendamm, ist der neue Vorsitzende der German Riviera – der regionalen Marketing-Kooperation für die Förderung des internationalen Tourismus. Er tritt die Nachfolge von Albrecht Kurbjuhn (60) an. Der Inhaber des Hotels „Polar-Stern“ gründete im Jahr 2007 mit einigen Gleichgesinnten German Riviera – damals fungierte sie noch unter dem Namen Initiative Internationaler Tourismus (IIT).

Wer steht eigentlich hinter der Marketing-Kooperation German Riviera?

Thomas Peruzzo: Wir haben zurzeit rund 20 Mitglieder – touristische Betriebe zwischen Warnemünde und Wismar – darunter viele Hotels. Der Schwerpunkt liegt in Kühlungsborn und in Heiligendamm.

Was möchte die German Riviera bewirken?

Wir arbeiten daran, noch mehr ausländische Gäste für unsere Region zu gewinnen. Und wir qualifizieren durch besondere Weiterbildungsangebote unsere Mitarbeiter im Umgang mit ausländischen Gästen – beispielsweise durch Englisch-Seminare. Die Notwendigkeit dafür liegt auf der Hand. Die Anzahl ausländischer Gäste in Mecklenburgs größtem Ostseebad Kühlungsborn stagniert seit Jahren bei knapp einem Prozent. Das Grand Hotel Heiligendamm kommt immerhin auf sieben Prozent. Insgesamt ist hier noch sehr viel Luft nach oben. Da gibt es ein großes und aussichtsreiches Potenzial, das wir jedoch erst erschließen müssen.

Was will der neue Vorsitzende anders machen?

Zunächst einmal: Ich bin mir schon bewusst, dass ich in sehr große Fußstapfen treten werde, die Albrecht Kurbjuhn hinterlassen hat. Was er – gemeinsam mit seinen Mitstreitern – seit 2007 an Initiativen zur Gewinnung ausländischer Gäste hervorgebracht hat, ist schon beeindruckend. Der neue Vorstand wird die Arbeit künftig allerdings fokussierter gestalten, konsequenter Destinations-Schwerpunkte setzen.

Was heißt das?

Die Initiativen zur Gewinnung von ausländischen Gästen reichten bisher sehr weit – sogar der chinesische Markt wurde ins Visier genommen. Ich denke, wir sollten uns mittelfristig realistische, wirklich erfolgversprechende Ziele setzen und denken dabei vor allem an Skandinavien, allen voran Dänemark und Schweden.

Die Dänen und Schweden haben auch eine schöne Ostseeküste. Warum sollten sie bei uns Urlaub machen?

Die Skandinavier haben sicher auch eine schöne Küste, komfortable Ferienhäuser, tolle Campingplätze und jede Menge Golf-Anlagen. Aber nur wenige Ferienhotels, die ein komplettes Wohlfühlpaket anbieten – in modernen Ostseebädern mit einer komplett ausgebauten touristischen Infrastruktur wie bei uns. Und da ist dann noch das Preis-Leistungsverhältnis. Skandinavien ist sehr hochpreisig. Was für uns hier gehobenes Preis-Niveau ist, empfinden Dänen und Schweden als günstig. Perfekt für unsere Hotels und Restaurants.

Wenn das so ist – warum sind die Skandinavier noch nicht in Scharen gekommen?

Bei Null fangen wir nicht an. Aber es ist schon richtig: Wir müssen noch mehr dafür tun, uns bei unseren nördlichen Nachbarn bekannter zu machen, sie als Gäste quasi abzuholen.

Wie soll das geschehen?

Wir sind mit Dänemark und Schweden schon gut vernetzt. German Rivera ist beispielsweise Mitglied der dänischen Außenhandelskammer. Unser Prospekt-Material liegt auf den Scandlines-Fähren aus, es werden Tourismus-Messen besucht, es gibt gemeinsame Projekte mit dänischen Universitäten und beim Touristik Service Kühlungsborn arbeitete zeitweilig ein dänischer Praktikant, der das Online-Marketing im skandinavischen Raum voranbrachte. Vieles geschieht gemeinsam mit der Deutschen Zentrale für Tourismus und mit dem Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern. Das muss alles noch intensiviert werden – auch durch neue, unkonventionelle Ideen.

Über den Namen der Marketing-Vereinigung, German Riviera, – ein bisschen Englisch, ein bisschen Italienisch – schütteln manche mit dem Kopf. Es gibt auch Spott. Warum diese Konstruktion?

Das ist ein prägnanter, kurzer Markenname für eine Tourismus-Region, der sich international durchgesetzt hat. Die Idee wird auch schon anderswo, beispielsweise in den Niederlanden, für eigene Zwecke kopiert. Riviera ist das Wort für eine wunderschöne Küste, das weltweit verstanden wird. Und unsere ist nun mal in Germany. Mit einer German Coast of Mecklenburg-West Pommerania kann man kaum erfolgreich werben – viel zu lang, viel zu kompliziert.

Gibt es nur einen neuen Vorsitzenden bei German Riviera – oder ist mehr passiert?

Es gab im Vorstand einen Generationenwechsel, die 30- bis 40-Jährigen haben dort den Staffelstab übernommen. Ich arbeite im Vorstand gemeinsam mit Kirsten Brasche-Salinger (Upstalsboom-Hotel Kühlungsborn), Jens Nissen (Hotel „Westfalia“ Kühlungsborn), Anne Horstmann (Event-Agentur Adebar) und Sarah Koller (Hotel „Polar-Stern“ Kühlungsborn). Albrecht Kurbjuhn steht dem Vorstand weiterhin als Berater zur Verfügung. Ich war übrigens schon zuvor stellvertretender Vorsitzender von German Riviera, kenne daher die Arbeit im Vorstand.

Marke und Verein zugleich

2007wurde die Marketing-Kooperation Initiative Internationaler Tourismus als Verein von Inhabern und Geschäftsführern von Hotels und touristischen Dienstleistungsunternehmen gegründet. Sie kamen schwerpunktmäßig aus Kühlungsborn.

2011wurde daraus der Markenname German Riviera – und so nannte sich nun auch die Marketing-Kooperation. Seit dem 30. Mai dieses Jahres steht mit Thomas Peruzzo der Chef eines der bedeutendsten Hotels des Landes an der Spitze – ein Beleg für die Wichtigkeit der Arbeit, die bei German Riviera geleistet wird.

Interview: Lutz Werner

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