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Trocknung beendet: Jetzt können die Handwerker loslegen

Bad Doberan Trocknung beendet: Jetzt können die Handwerker loslegen

Nach dem Wasserschaden im Amtshaus beginnen die Arbeiten zur erneuten Sanierung / Im Sommer soll der Saal fertig sein / Suppenküche kann erst im Herbst wieder einziehen

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Hausmeister René Parchmann bei letzten Rückbauarbeiten im Saalbereich des Amtshauses. Hier zeigt sich das Ausmaß des Wasserschadens. Fußböden und Teile der Wände mussten herausgerissen werden.

Quelle: Renate Peter

Bad Doberan. „Es braucht viel Geduld“, sagt Albrecht Jax. Doch dem Münster-Pastor ist anzumerken, dass ihm das Warten schwerfällt. Ende August hatte ein Wasserschaden all die Freude über das sanierte Amtshaus getrübt. Seitdem ist die gesamte untere Etage nicht nutzbar. Das Gewölbe stand unter Wasser. Im Gemeindesaal war der Fußboden so nass, dass er sich angehoben hatte.

Gebäude ist 200 Jahre

25. Januar 2015: An diesem Tag wurde das Amtshaus in Bad Doberan nach umfangreicher Sanierung eingeweiht.

19 Monate betrug die Bauzeit bis zur Eröffnung des historischen Gemäuers.

27. August 2015: Schock am Morgen. Ein Wasserschaden hatte die Sanierung des Hauses im unteren Bereich zunichte gemacht.

200 Jahre alt etwa ist das Amtshaus im Klosterareal.

Erst jetzt ist die Trocknung abgeschlossen. „Denn bis zu 80 Prozent Feuchtigkeit war in den Wänden“, sagt Albrecht Jax und zeigt auf die Stellen, die herausgestemmt werden mussten. Und der Pastor zeigt auf ein Verbindungsstück einer Leitung am Boden. „Die war undicht. Das war die Ursache“, sagt er. Das Wasser hatte sich daraufhin seinen Weg gesucht, kam aus Ritzen und Lüftungsschlitzen. Die Fußböden, die Dämmung und die Wände bis zu knapp einem Meter waren feucht. Wochenlang arbeiteten die Trockengeräte. Jetzt kann mit den weiteren Planungen losgelegt werden. Es seien so viele kleine Dinge zu beachten. „Es ist eben kein Neubau“, sagt Jax. Bis Mitte/Ende April soll der Estrich geschüttet werden. Die elektrischen und die Wasserleitungen müssen neu verlegt werden. Dann müsse der Boden wieder ein paar Wochen aushärten, bevor die Holz- und Steinböden neu verlegt werden können. Pastor Albrecht Jax hat den Wunsch und die Hoffnung, dass der Saal und das Foyer zum Sommer wieder genutzt werden können. Die Fliesenleger haben noch ihr Tun. Und dann sind neue Möbel und Geräte anzuschaffen und einzuräumen.

„Die Suppenküche werden wir erst wieder im Herbst nutzen können“, sagt Albrecht Jax etwas traurig. Der Schaden sei so gravierend gewesen. Derzeit ist der Treff „Suppenküche“ im Haus Gottesfrieden am Alexandrinenplatz eingerichtet. „Das hat sich gut gefügt“, sagt der Pastor dankbar. Allerdings seien es weniger Gäste im Treff, da der Raum dort einerseits kleiner ist, andererseits ist die Zahl der Schüler gesunken. Das Amtshaus läge auf dem Weg zum Busbahnhof, jetzt sei es weiter, bemerkt Albrecht Jax.

Die obere Etage des Amtshauses ist von dem Wasserschaden zum Glück nicht betroffen. „Trotz der gestopften Lehmwände“, sagt Jax. Aber trotzdem gibt es Einschränkungen. Gerade älteren Leuten fällt es schwer, die Nebentreppe zu nutzen. Deshalb werden Seniorennachmittage in der katholischen Gemeinde im Doberweg stattfinden. Dort ist ein neuer Gemeindesaal ebenerdig zu erreichen.

Die psychologische Beratungsstelle in der oberen Etage läuft wie gehabt. Die Stadtmission werde sogar eine zusätzliche Stelle für die Flüchtlingsberatung und Beratung von Migranten einrichten.

„Wir sind ein Haus für alle“, betont der Münster-Pastor.

In den vergangenen Tagen hatte René Parchmann weitere Bretter aus dem Fußboden geholt. Mit Stemmeisen und Hammer war der Hausmeister im Bundesfreiwilligendienst am Wirken bei letzten Rückbauarbeiten im Saalbereich. In dieser Woche sollen Elektriker mit der Arbeit beginnen, dann Maurer und Heizungsmonteure. Mit Franz Berndt, dem Bauausschussvorsitzenden des Kirchgemeinderates, begleitet ein kompetenter Fachmann die Arbeiten. Zum Glück sei mit der Versicherung alles geklärt. Die Versicherung zahle, betont Jax.

Am 17. Juli will die Kirchgemeinde ihr Sommerfest veranstalten. Es wäre das Schönste, wenn dann gleichzeitig die Wiedereröffnung des Amtshauses gefeiert werden könnte. Vor einem Jahr, am 25.

Januar, war das Amtshaus nach 19-monatiger Bauzeit als neues Kirchen-Gemeindezentrum eingeweiht worden. Drei Millionen Euro waren in die Sanierung und den Umbau des Amtshauses geflossen. Ein Großteil des alten Hauses musste komplett entkernt werden. Viele der mehr als 200 Jahre alten Balken wurden ausgetauscht. Etwa 400 Doberaner und Gäste hatten den Anlass gefeiert, waren doch alle froh, dass damit auch ein Schandfleck im herrlichen Klosterareal verschwunden war. Der Wasserschaden war für alle ein Schock. „Es ist ärgerlich und traurig, aber es sind materielle Dinge. Kein Mensch kam zu Schaden“, sagt der Pastor.

 



Renate Peter

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