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Vogelgrippe: Erste Gemeinden im Landkreis unter Beobachtung

Bad Doberan/ Rostock Vogelgrippe: Erste Gemeinden im Landkreis unter Beobachtung

Infizierte Silbermöwe in Rostock entdeckt / Veterinäramt verhängt strenge Regeln

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Silbermöwe am Strom in Warnemünde: Nachdem ein solches Tier tot aufgefunden wurde, gilt in Rostock Seuchenalarm. FOTO: OVE ARSCHOLL

Bad Doberan/ Rostock. Die Vogelgrippe rückt immer näher an den Landkreis Rostock heran. Geflügel muss im Stall bleiben, Hunde und Katzen dürfen nicht mehr frei rumlaufen – in Nienhagen, Admannshagen-Bargeshagen und Börgerende-Rethwisch gelten ab sofort strenge Regeln. Die Gemeinden sind vom Veterinäramt des Landkreises Rostock zum Vogelgrippe-Beobachtungsgebiet erklärt worden. Grund: Im Rostocker Stadtteil Groß Klein ist eine mit dem H5N8-Virus infizierte Silbermöwe gefunden worden.

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Infizierte Silbermöwe in Rostock entdeckt / Veterinäramt verhängt strenge Regeln

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Kilometer – in diesem Umkreis vom Fundort in Rostock-Groß Klein wurde eine Vogelgrippe-Beobachtungszone festgelegt. In dieser gelten strenge Regeln. Für jegliches Geflügel gilt die Stallpflicht. Hunde und Katzen dürften nicht frei herumlaufen.

Die Warnschilder am Straßenrand verheißen nichts Gutes: Das gefährliche H5N8-Virus hat Rostock erreicht. Das Veterinäramt der Hansestadt bestätigte gestern den Fall von Vogelgrippe an der Warnow.

Der Erreger wurde in einer toten Silbermöwe nachgewiesen, die am Wochenende in Groß Klein aufgefunden wurde. Um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, hat das Rostocker Rathaus gestern einen umfangreichen Seuchenschutzplan ausgerufen.

Dass die Vogelgrippe auch nach Rostock kommen würde – aus Sicht der Experten im Amt war das nur eine Frage der Zeit. „Die Lage hat sich seit Ende vergangener Woche mehr und mehr zugespitzt“, sagt Dr.

Heike Neumann, Amtstierärztin der Stadt. Aus Polen seien die ersten Fälle gemeldet worden, dann plötzlich auch aus Schleswig- Holstein. Am Sonnabend schließlich meldete ein Anwohner dann einen Vorfall aus Lütten Klein: „Der Bürger hatte eine Möwe beobachtet, die auf einem Dachfirst saß und plötzlich runterfiel“, berichtet Neumann. Die Untersuchungen bestätigten, dass das Tier dem H5N8- Virus erlegen war. „Wir haben seitdem einen Sperrbezirk rund um den Fundort in Groß Klein eingerichtet.“ Innerhalb eines Drei- Kilometer-Radius rund um die Fundstelle am Lütten Enn darf kein Geflügel mehr transportiert oder verkauft werden. „Sämtlich Geflügelhalter wurden aufgefordert, ihre Tiere einzusperren“, sagt die Amtsärztin. Etwa 70 Halter sind von der Maßnahme betroffen. Sie müssen vor ihren Ställen auch sogenannte Desinfektionsbäder einrichten.

In einem Radius von zehn Kilometern rund um Groß Klein wurde zudem eine sogenannte Beobachtungszone eingerichtet. Das Veterinäramt im Landkreis Rostock ordnete diese für die Gemeinden Nienhagen, Admannshagen-Bargeshagen, Börgerende-Rethwisch, Elmenhorst, Lambrechtshagen, sowie Mönchhagen, Bentwisch, Rövershagen und Kritzmow an. In diesen gelten besondere Regeln für Geflügelhalter, Hunde- und Katzenbesitzer. Frisches Geflügelfleisch, Eier, Federn sowie andere Nebenprodukte dürfen weder aus den Beständen im Beobachtungsgebiet noch aus diesem selbst herausgebracht werden, teilt der Landkreis mit. „Ausnahmen können auf Antrag beim Veterinäramt genehmigt werden“, sagt Landkreis-Sprecher Michael Fengler.

Für jegliches Geflügel gelte die Stallpflicht. Schlachtabfälle sind laut Veterinäramt so zu lagern oder zu entsorgen, dass Kontakt mit anderen Tieren unmöglich ist. Erhöhte Verluste in Geflügelhaltungen sowie gehäufte Funde von verendetem Wildgeflügel seien dem Amt unverzüglich zu melden. Hunde- und Katzenhalter haben sicherzustellen, dass ihre Tiere nicht frei herumlaufen.

In den betroffenen Gemeinden sind 208 Geflügelhaltungen gemeldet. Veterinäramtsleiterin Elisabeth Dey weist darauf hin, dass sämtliche Geflügelhaltungen, egal ob privat oder gewerblich, meldepflichtig sind. Wer seine Geflügelhaltung nicht anmelde, werde mit einem Verwarngeld in Höhe von 35 Euro belegt. Das Anmeldeformular steht auf der Internetseite des Landkreises Rostock bereit.

In Rostock haben die Ämtern mit verschärften Kontrollen begonnen: „Alle Behörden sind dazu angehalten, die Stallpflicht zu überprüfen und auf tote Vögel zu achten“, sagt Dr. Heike Neumann. Zudem werde ein Mal pro Woche die komplette Warnow abgefahren: „Der Fluss ist das Hauptrastgebiet für Zugvögel.“ Wenn sich der Erreger in den Stadt ausbreitet, dann ist die Wahrscheinlichkeit auf der Warnow und am Breitling am Höchsten.

Im Rostocker Zoo gilt seit einigen Tagen der Tierseuchen- Alarmplan. Bisher ist den Pflegern gelungen, einen Ausbruch des H5N8-Erregers zu verhindern. Das war im Januar 2015 anders: Damals war ein Weißstorch im Zoo an der Vogelgrippe gestorben. Der Tierpark musste tagelang schließen, etliche Tiere wurden getötet. Dieses Mal setzt der Zoo auf „Quarantäne im Vorfeld“: „Alle Vögel wurden weggesperrt“, sagt Kuratorin Antje Zimmermann. Am Nachmittag waren nur noch zwei Pelikane draußen. „Die wollten sich bislang nicht so recht einsperren lassen. Aber die kriegen wir auch noch.“

Sämtliche Volieren wurden mit Planen abgedeckt – damit Wildvögel und vor allem deren Kot nicht in die Gehege gelangen kann. Besucher müssen vor dem Betreten der Vogel-Häuser mit ihren Schuhen durch ein Desinfektionsbad. „Selbst Geräte und das Futter dürfen derzeit nicht mehr unter freiem Himmel aufbewahrt werden. Sicher ist sicher“, so Zimmermann.

Andreas Meyer und Anja Levien

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