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Weniger Kunden, graue Wolken: Einzelhandel leidet unter Wetter

Rostock Weniger Kunden, graue Wolken: Einzelhandel leidet unter Wetter

Nach einem guten Start in das Geschäftsjahr 2016 bleibt die Euphorie unter Händlern in der Innenstadt aus / Schuh- und Textilhandel bereiten Centermanagern Sorgen

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Caroline Lenz (26, l.) und Luisa Uhlig (23) beim Einkaufsbummel im Tommy-Hilfiger-Laden im Rostocker Hof.

Quelle: Ove Arscholl

Rostock. Gemischte Stimmung bei Rostocks Einzelhändlern und Centermanagern: Das erste halbe Geschäftsjahr 2016 verlief zufriedenstellend, aber nicht besonders gut.

Der Umsatz wächst – im Laden und online

Der Einzelhandel hat im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat 2,6 Prozent mehr Umsatz gemacht. Der

Onlinehandel hat sogar um 8,5 Prozent zugelegt.

Das Wachstum des Onlinehandels setzt sich ungebremst fort. 41,7 Milliarden Euro setzten Händler laut

Branchenverband 2015 um, 2016

könnten es 46,3 Milliarden werden.

Bekleidung verkauft sich nicht mehr so leicht, sommerliches Wetter fehlt und immer weniger Kunden kommen in Shoppingcenter. Der Gewinner der ersten sechs Monate ist vor allem die Gastronomie.

Nach einem guten Start ins Jahr muss Heiner Ganz vom Rostocker Hof dann doch ein leichtes Minus feststellen – zumindest bei der Kundenfrequenz. Im ersten Quartal konnte er noch fünf Prozent mehr Besucher verzeichnen. Er beobachte derzeit den Trend, dass „die Frequenz sukzessive verliert“. Nila McCullum ist Centermanagerin im Kröpeliner-Tor-Center (KTC) und hat Ähnliches zu berichten: Weniger Kunden als vor einem Jahr. Aber: Zumindest im ersten Quartal haben die Händler im KTC den Umsatz um rund drei Prozent zum Vorjahr steigern können. Weniger Kunden geben also mehr Geld aus. Johannes Hülsmann, Geschäftsführer der Galeria Kaufhof in Rostock, meldet, die Besucherzahlen hätten sich „stabil entwickelt“.

Peter Magdanz blickt recht positiv gestimmt auf das erste halbe Jahr zurück: „Ich würde die Umsatzentwicklung und Besucherzahl zumindest auf Vorjahresniveau, eher mit leicht positiver Entwicklung, sehen“, sagt Rostocks Citymanager über den Handel in der Innenstadt.

Kunde Michael Recke (31) verbindet das Shoppen gern damit, auch etwas essen oder trinken zu gehen, erzählt er. „Gastro boomt“, sagt Heiner Ganz. Anders Textil- und Schuhhandel: „Die machen mir etwas Sorgen“, sagt Ganz. Dort finde eine beschleunigte Marktbereinigung statt: Größere Läden verdrängen kleine. Magdanz könne das für den innerstädtischen Handel nicht bestätigen: „Eine beschleunigte Marktbereinigung in der City zu Lasten kleiner Händler sehe ich nicht.“ Es komme darauf an, dass sich auch in Zukunft kleine Läden in der Stadt ansiedeln könnten. Das gelte zum Beispiel für das geplante 100-Millionen-Bauprojekt „Glatter Aal“, so Magdanz.

Damenoberbekleidung sei das Sorgenkind des KTC. Sie verkaufe sich nicht mehr so leicht. Daran sei aber keineswegs nur der Onlinehandel schuld, sagt McCullum. Die Kunden wollten Erlebnis beim Einkaufen und mehr Beratung.

Gutes Wetter bedeutet viele Kunden. „Der Juni war nicht besonders stark“, sagt Heiner Ganz. Drei Prozent weniger Kunden seien im Center gewesen. Auch dem KTC hat laut McCullum das Wetter zugesetzt.

Claudia Dräger (47) aus Bad Sülze sagt aber lachend: „Das Wetter ist mir eigentlich ganz egal. Ich gehe auch bei Hagel shoppen.“

Um den Umsatz zu steigern und damit mehr Kunden in die Läden kommen, setzt das Citymanagement auf gezielte Aktionen: „Generelles Ziel für 2016 ist natürlich, ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr zu erzielen. Für uns als Verein bedeutet dies, dass die geplanten Sonderöffnungen an Sonntagen erfolgreich sein müssen, um hierzu einen Beitrag zu leisten“, heißt es. Den Herausforderungen für die Textilhändler möchten Heiner Ganz und Nila McCullin mit Onlineangeboten begegnen und über sie wieder mehr Kunden in ihre Center locken.

Philip Schülermann

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