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Wenn Wohnen und Gewerbe aufeinander treffen

Reddelich Wenn Wohnen und Gewerbe aufeinander treffen

Reddelich: Im Gewerbegebiet herrschen andere Bedingungen als in einem Wohngebiet / Betriebe müssen auf Kinder Rücksicht nehmen

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Ingo Koch von der Schüttguttransport GmbH im Gewerbegebiet Reddelich muss auf spielende Kinder aufpassen.

Reddelich. Die Gemeinde Reddelich wirbt an der B 105 mit freien Gewerbegrundstücken im Suhring und im Eikbrauk. Viele betreiben dort nicht nur ein Gewerbe, sondern wohnen dort auch. Unternehmer wie Thomas Bottin muss mit schweren Kippern durch das Gewerbegebiet, dort, wo auch Kinder auf der Straße spielen.

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Reddelich: Im Gewerbegebiet herrschen andere Bedingungen als in einem Wohngebiet / Betriebe müssen auf Kinder Rücksicht nehmen

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Wir freuen uns über die Vielfalt.“Ulf Lübs, Bürgermeister

„Meine Sorge ist, dass ich mit meinem Betrieb die Anwohner störe, zum Beispiel, wenn ich einmal im Jahr Beton breche und es staubt“, sagt Thomas Bottin, Geschäftsführer der Schüttguttransport GmbH.

Er und seine Mitarbeiter müssen auch Rücksicht nehmen auf spielende Kinder auf der Straße, „manchmal kommen sie mit dem Fahrrad plötzlich um die Ecke gefahren“, sagt der Unternehmer. „Das Gewerbegebiet ist aber kein Spielplatz.“

Die Fleischerei Hackendahl gehörte zu den Gründungsunternehmen des Gewerbegebietes Mitte der 90er-Jahre. „Wir produzieren hier Tag und Nacht“, sagt Geschäftsführerin Antje Hackendahl. Stören tut es zum Glück bislang niemanden. Denn die Erlaubnis hat Hackendahl. Wer im Gewerbegebiet wohnt, der muss damit rechnen, dass es zu unregelmäßigen Zeiten lärmt und staubt. Denn in einem Gewerbegebiet gelten andere Regelungen als in einem Wohngebiet. Dennoch haben Antje Hackendahl und andere Unternehmer vor Jahren vorgesorgt. „Wir haben uns dafür eingesetzt, dass aus dem Gewerbegebiet kein Mischgebiet wird“, sagt Antje Hackendahl. Das würde reines Wohnen erlauben – und dann müssten sich alle Betriebe an strengere Auflagen halten.

Doch wie ist das eigentlich mit dem Wohnen im Gewerbegebiet und wer darf sich dort ansiedeln? Der B-Plan für Reddelich ist 2006 in Kraft getreten, sagt Bauamtschefin Inge Rieck vom Amt Doberan-Land.

Der sah damals vor, dass nur produzierendes Gewerbe genehmigt würde. Dafür gab es auch Fördermittel. Inzwischen sind dort auch Firmen aus dem Dienstleistungsgewerbe gestattet. Erlaubt seien auch Betriebsinhaberwohnungen, so Inge Rieck. Was das genau bedeutet, ist unklar. „Für die Baugenehmigungen ist die Untere Bauaufsichtsbehörde im Landkreis zuständig“, erklärt sie. Bürgermeister Ulf Lübs ist froh über die Vielfalt im Gewerbegebiet. „Die Grundstücke gehen weg wie geschnitten Brot.“ Es seien nur noch wenige frei. Und die Gemeinde unterstütze natürlich auch, dass dort junge Familien hinziehen. Die Bedenken, dass das Gewerbe- in ein Mischgebiet umgewandelt werden könne, kann er zerstreuen. „Das wollen wir nicht und ist auch nicht einfach durch einen Beschluss der Gemeindevertreter zu ändern“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Er führe mit Interessenten ein Vorgespräch, um wichtige Fragen zu beantworten. Unwichtig ist zunächst, mit welchem Gewerbe sich der Kaufinteressent ansiedeln will. „Wir als Gemeinde verkaufen nur die Grundstücke.“ Die Untere Bauaufsichtsbehörde passe auf, dass die Baugenehmigungen eingehalten würden.

Grundsätzlich sei er aber sehr zufrieden mit der Situation im Gewerbegebiet. „Ich habe auch den Eindruck, dass es dort keine Konflikte gibt“, sagt Lübs und betont: „Wir haben kein Interesse, restriktiv vorzugehen.“

Das ist ein Gewerbegebiet

Paragraf 8 der Baunutzungsordnung: (1) Gewerbegebiete dienen vorwiegend der Unterbringung von nicht erheblich belästigenden Gewerbebetrieben. (2) Zulässig sind a)   Gewerbebetriebe aller Art, Lagerhäuser, Lagerplätze und öffentliche Betriebe, b)   Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäude, c) Tankstellen, d)   Anlagen für sportliche Zwecke. (3) Ausnahmsweise können zugelassen werden, a) Wohnungen für Aufsichts- und Bereitschaftspersonen sowie für Betriebsinhaber und Betriebsleiter, die dem Gewerbebetrieb zugeordnet und ihm gegenüber in Grundfläche und Baumasse untergeordnet sind, b) Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke, c) Vergnügungsstätten.

Katarina Sass

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