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Werften-Zulieferer bekommt 0,7 Prozent seiner Forderung

Bargeshagen Werften-Zulieferer bekommt 0,7 Prozent seiner Forderung

Die KLH Montage GmbH aus Bargeshagen ist als Subunternehmen von der Krise bei Nordic-Yards betroffen / Insolvenz droht / Geschäftsführer sieht Politik in der Pflicht

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Ich bin stinksauer und enttäuscht.“Harald Selck (64), KLH Montage GmbH

Bargeshagen. Das Bargeshäger Unternehmen KLH Montage GmbH machte einst Umsätze zwischen zehn und 18 Millionen Euro im Jahr. Seit der Wende gehören die Werften zu den größten Auftraggebern. Doch weil die Nordic-Werft nicht zahlen kann (die OZ berichtete), droht dem Zulieferer die Insolvenz. Geschäftsführer Harald Selck ist sauer. Er hat bereits zwei Firmenpleiten verkraften müssen.

Die Nachricht traf den 64-jährigen Firmenchef vor einigen Tagen wie einen Schlag: Er hatte 1,2 Millionen Euro für entstandene Nacharbeiten und Personalkosten bei der Nordic-Werft angemeldet. „Man hat mich lange vertröstet und mir nun 8000 Euro zugesagt“, sagt Selck fassungslos. Das sind nicht mal ein Prozent der Kosten, die er ausgleichen muss.

Für die Offshore-Plattform „Dollwin gamma“ ist sein Unternehmen für die Klimatisierung und Automation zuständig. Es stattet alle Räume mit Klimageräten aus, zahlreiche Lüftungen warten noch auf die Auslieferung. Das Problem: Die angefertigten Teile werden nach der Installation auf der Plattform aufs Schärfste begutachtet und kontrolliert. Oft zum Leidwesen der produzierenden Firmen. Häufig müssten bereits verbaute Teile wieder aufwendig auseinander genommen und überarbeitet werden. Allerdings nicht aus Qualitätsgründen. „Wir müssen ständig Teile nachbessern, weil die Anforderungen extrem hoch sind“, sagt Selck. Das angestrebte Preis-Leistungsverhältnis sei aber nicht einzuhalten. Geschweige denn die Kosten, die seine Firma wegen der Mehrarbeit tragen müsse. Hinzu kommen die Überstunden und die Samstagsarbeit. Selck rechnet vor: „Wir haben Hunderttausende Euro mehr allein an Konstruktionsleistungen und Hunderttausende an Mehrarbeit.“ Addiert er noch die offenen Rechnungen von Lieferanten, die sich auf seinem Schreibtisch stapeln, landet er bei 1,4 Millionen Euro. Geld, das er vorstrecken muss, aber bald nicht mehr kann. Dass er nur 8000 Euro ausgezahlt bekommt, macht ihn wütend. Die Konsequenz: „Wenn ich bis nächsten Dienstag nichts mehr von der Werft höre, muss ich Insolvenz anmelden.“ Davon wären alle 50 Arbeitnehmer sowie die 40 Leiharbeiter betroffen. Doch im Stich lassen will er sie nicht: „Ich habe dafür gesorgt, dass sie in anderen Firmen unterkommen.“ Selck sieht sein Lebenswerk zerstört. In Spitzenzeiten habe er Jahresumsätze bis zu 18 Millionen Euro gemacht. In den letzten Jahren seien es immerhin noch sieben bis acht Millionen Euro gewesen.

Der 64-Jährige habe bereits zwei Insolvenzen abfedern müssen. Die aktuelle Krise sei die bedrohlichste. Er hoffe daher sehr, dass das Gespräch am Dienstag erfolgreich ist und er sein Geld erstattet bekommt. Dann könne er die fertigen Teile ausliefern und seine Arbeit an der Plattform vollenden. Enttäuscht sei er von der Politik, in der er keine Hilfe für Subunternehmer sieht.

KLH Montage GmbH und die Nordic-Krise

82 Millionen Euro Verlust fuhr der Schiffbau-Riese Nordic Yards laut erst jetzt vorgelegtem Geschäftsbericht im Jahr 2014 ein. Das Minus verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr. Grund sind Mehrkosten bei den Plattformen und ein teurer Vergleich mit Siemens. Erst kürzlich ist der Verkauf der Werften- Standorte Wismar, Warnemünde und Stralsund an die malaysische Genting-Gruppe bekannt geworden.

50 Mitarbeiter beschäftigt die KLH Montage GmbH mit Sitz in Bargeshagen, es gehört zur Selck Group. Geschäftsführer ist Harald Selck. Die Unternehmensgruppe hat sich auf Kühltechnik in der Schifffahrtbranche spezialisiert.

Von Katarina Sass

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