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Wettbewerb um Fachkräfte: Grand Hotel geht neue Wege

Heiligendamm Wettbewerb um Fachkräfte: Grand Hotel geht neue Wege

In Heiligendamm startet internationales Projekt: Auf Initiative des Arbeitsministeriums sollen künftig Führungskräfte im Gastgewerbe wechselseitig Auslandserfahrungen sammeln

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Sammelt im Grand Hotel Heiligendamm Auslandserfahrungen: der Schweizer Student Fabian Schmutz.

Quelle: Lennart Plottke

Heiligendamm. „Wenn man seinen Dienst jeden Tag mit einem Blick auf die Ostsee beginnen kann – was gibt es Schöneres“, sagt Fabian Schmutz und strahlt. „Deshalb kann ich mir gut vorstellen, irgendwann hierher zurückzukommen – vielleicht ja als Direktor.“

Hierher: Das ist das Grand Hotel in Heiligendamm. Für den 25-jährigen Schweizer ist die Luxus-Herberge seit knapp sechs Monaten Arbeits- und Ausbildungsplatz. In Bern studiert Schmutz an einer Hotelfachschule – für sein Auslandspraktikum hat er die Berge gegen die Ostsee eingetauscht.

Initiiert vom Arbeitsministerium in Schwerin, sollen künftig Fach- und Führungskräfte im Gastgewerbe wechselseitig Auslandserfahrungen sammeln. „Seit etwa zwei Jahren basteln wir an diesem Projekt“, sagt Referent Lars Schulhoff. „Dabei haben wir festgestellt, dass es doch sehr schwierig ist, qualifizierte Leute über diesen Weg nach MV zu holen.“ Letztlich gehe es darum, die Branche internationaler aufzustellen und so langfristig Fachkräfte zu sichern, erklärt Schulhoff: „Wir wollen deutlich mehr ausländische Gäste ins Land locken, die dann von den Kenntnissen der Mitarbeiter profitieren können.“

Der Anfang ist jetzt mit dem Schweizer Fabian Schmutz gemacht. „Das war alles ganz kurzfristig – innerhalb von zehn Tagen ging die Sache über die Bühne“, sagt der gebürtige Fribourger. „Meine Mutter ist großer Ostsee-Fan und hat mir zum Praktikum an der Küste geraten.“ Nicht ganz uneigennützig: „Meine Eltern haben mich hier schon besucht“, grinst der 25-Jährige. „Und dass es hier wunderschön ist, hat sich in meiner Familie offenbar rumgesprochen – denn danach kam eine Tante, und dann noch eine Tante . . .“

Viel habe er vorher über das Grand Hotel nicht gewusst, gibt Schmutz zu: „Bekannt ist das Haus ja vor allem durch den G8-Gipfel.“ Zudem sei es nicht unbedingt üblich, Auslandserfahrungen in Deutschland zu sammeln: „Für die meisten Studenten gibt es zwei K.o.-Kriterien“, weiß Schmutz. Zum einen würden sie einen Aufenthalt im englisch-, italienisch- oder französischsprachigen Raum vorziehen: „Andererseits das Finanzielle – in der Schweiz übernehmen die Betriebe die Praktikumskosten, das ist in Deutschland oft nicht so.“ In seinem Fall habe das Grand Hotel jedoch die Kosten von umgerechnet 2285 Euro übernommen, freut sich Schmutz.

„Wir wollten hier keine unnötigen Barrieren entstehen lassen“, erklärt Hotel-Direktor Thomas Peruzzo. „Gerade mit Blick auf die Fachkräfte-Situation in der Saison – was kann es da für uns Besseres geben, als gut in der Theorie ausgebildete Leute.“

Eine Auffassung, die Lars Schulhoff nur unterstützen kann: „Angedacht ist künftig ein jahreszeitlich abgestimmter Fachkräfte-Austausch“, erklärt der Referent im Schweriner Ministerium. Heißt:

Schweizer Hotelfachleute sammeln in den Sommermonaten an der Ostsee Erfahrung, für ihre deutschen Kollegen geht’s im Winter in die Berge. Und das Grand Hotel soll dabei auch weiterhin Schweizer Praktikanten offen stehen. „Wir sind gern mit dabei, dieses Leuchtturm-Projekt in unserer Region zu etablieren“, macht Thomas Peruzzo deutlich.

Denn: „Fabian war ein absoluter Gewinn für uns“, sagt der Direktor. „Auch, weil wir hier oft Gäste aus der Schweiz begrüßen – wenn er dann mit denen schwyzerdütsch gesprochen hat, ist sehr schnell eine angenehme, wohlige Atmosphäre entstanden.“ Eingesetzt am Empfang, der Rezeption und jetzt im Bankett-Bereich, sei er „sehr begeistert über die Arbeitsbedingungen und das Team“, schwärmt Schmutz.

Darüber hinaus dürfe man die regionale und vor allem überregionale Strahlkraft eines solchen Projektes nicht unterschätzen, meint Peruzzo: „Es wird in der Schweiz eine Präsentation über die Praktikumszeit bei uns geben – das könnte eine gute Empfehlung für unser Haus sein.“ Sieht auch Fabian Schmutz so: „Da werde ich auf jeden Fall für das Hotel werben“, verspricht der 25-Jährige.

„Allein die direkte Lage am Strand ist traumhaft – vor allem für einen Schweizer, der sonst nur Berge kennt.“

Und vielleicht verschlägt es ihn ja eines Tages wieder nach Heiligendamm. Für Thomas Peruzzo ist das durchaus vorstellbar: „Gute Führungskräfte können wir immer gebrauchen.“

Lennart Plottke

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