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Windräder: Satower sehen sich im Nachteil

Satow Windräder: Satower sehen sich im Nachteil

Die Gemeindevertreter lehnen weitere Windkraft-Anlagen in der Gemeinde ab

Satow. Hitzige Diskussion um zwei weitere Windräder bei Radegast: Auf der Gemeindevertretersitzung am Donnerstag gab es einen regelrechten Schlagabtausch. Bürger fühlen sich übergangen. Fünf Windkraftanlagen stehen dort bereits. Dabei ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Gemeinde künftig mit sieben Anlagen leben muss.

 

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Auslöser einer kontrovers geführten Debatte ist die Beschlussvorlage der Firma MBBF Windparkplanung aus Steinhagen. Sie möchte zwei weitere Anlagen im Windeignungsgebiet aufstellen. Diese würden zu den großen Anlagen mit einer Gesamthöhe von 200 Metern und einer Leistungskapazität von 3,3 Megawatt gehören. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu MM) als Genehmigungsbehörde beteiligt die Gemeinde Satow am Verfahren und bat um eine Stellungnahme. Um es vorweg zu nehmen: Mit acht zu fünf Stimmen haben die Kommunalvertreter ihr Veto eingelegt.

Dabei argumentierten vor allem die SPD, die Freie Wählergruppe Satow und die Linke gegen die Errichtung, die CDU dafür. Bernd Steinbach (SPD) vom Bauausschuss gab zu bedenken, dass die Gemeinde Satow mit zwei Prozent mehr als andere Gemeinden im Land mit Windkraftanlagen belastet und damit stark benachteiligt sei: „Wir wollen neue Wohngebiete erschließen — da können wir nicht noch mehr dulden.“ Unterstützung kam von der Freien Wählergruppe Satow: Reiner Burr befürchtet, dass man mit dem Antrag einer weiteren Lückenbebauung mit Windrädern Tür und Tor öffnet. Der Sozialausschuss unter Joachim Walther (CDU) plädierte dafür, dass nur dann neue Anlagen aufgestellt werden sollten, wenn gleichzeitig welche abgebaut würden.

Drastische Worte fand Birgit Schwebs (Linke): „Wir werden hier durch den Kakao gezogen. Die Kosten für die Windenergie trägt am Ende der Verbraucher.“ Letztlich sei egal, ob die Gemeinde für oder gegen den Beschluss stimme, denn es handle sich nur um eine Stellungnahme. Die Konservativen hielten dagegen. „Das sind zwar große Anlagen, aber dafür routieren sie viel langsamer. Außerdem beobachten Sie mal die Artenvielfalt in der Nähe dieser Windräder“, argumentiere Dieter Frehse (CDU). Auch Gerhard Wittenburg (CDU) sprach sich für den Beschluss aus.

Für Einwohner wie Katharina Weltz und Mike Vorberg war das zu viel. Erbost verließen sie noch vor Beschlussfassung den Saal. „Die Mehrheit der Einwohner ist gegen die Windräder. Also warum wird hier über unsere Köpfe hinweg diskutiert?“, fragte Vorberg an die CDU gewandt. Die Gemeinde stellte sich letztlich gegen den Beschluss.

Dass die neuen Anlagen genehmigt werden, ohne dass andere wegfallen, ist aber unwahrscheinlich. „Da es sich um sehr große Anlagen handelt und diese jeweils zehn Hektar benötigen, ist davon auszugehen, dass alte Anlagen in dem Gebiet abgebaut werden müssen“, erklärte Gerd Schäde vom Planungsverband Region Rostock. Das Gebiet umfasse „nur“ 40 Hektar. Es sei im Sinne des so genannten „Repowering“, dass die alten kleineren und weniger effektiveren Anlagen durch die neue Generation ersetzt würden. Dafür gelten neue Abstandsregelungen. In der Region fallen wahrscheinlich zehn von 18 Eignungsgebieten aus diesem Grunde weg. Radegast zähle aber nicht dazu, so Schäde.

Von Katarina Sass

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