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Zu dicht dran: Gefährdet geplante Spielhalle Gymnasiasten?

Bad Doberan Zu dicht dran: Gefährdet geplante Spielhalle Gymnasiasten?

Nach einem Landesgesetz ist der Glücksspiel-Betrieb im Radius von 500 Metern zu einer Schule verboten. Investor beruft sich auf Härtefall-Regel. Ausschuss lehnt Vorhaben ab.

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Noch ist das alte Moorbad eine Ruine. Bis 2020 sollen hier Hotel, Wellnessbereich, Restaurant und Spielhalle einziehen.

Quelle: Lennart Plottke

Bad Doberan. Drei-Sterne-Hotel, Wellnessbereich, Restaurant und Spielhalle – auf dem Grundstück des alten Moorbades in Bad Doberan plant Investor David Corleis Großes. Doch ausgerechnet das „Herzstück“ seines ambitionierten Projektes könnte jetzt erhebliche Probleme bereiten. Denn im „Gesetz zur Ausführung des Glücksspielstaatsvertrages“ MV heißt es in Paragraf 11, Absatz 4: „Die Errichtung und der Betrieb einer Spielhalle in einem Radius von 500 Metern Luftlinie zu einer Schule oberhalb des Primarbereichs (...) sind zu versagen.“ Heißt im Klartext: Das Doberaner Gymnasium am Alexandrinenplatz 11 liegt zu dicht an der künftigen Spielhalle. Denn die soll im früheren Stahlbad an der Bahnhofsstraße entstehen.

„Natürlich ist mir dieses Gesetz bekannt“, sagt Corleis. „Und ja – das Gymnasium liegt hier nur etwa 445 Meter entfernt.“ Doch es gebe eine Härtefall-Regelung, erklärt Corleis. Demnach sei er in der Pflicht, diesen Härtefall zu begründen: „Wir müssen darlegen, was wir tun, um Spielsucht zu begrenzen und Missstände zu beseitigen.“ Hier habe er gute Argumente, glaubt der Investor: „Zum einen betreiben wir aktuell ja noch eine Spielhalle an der Dr.-Leber-Straße – und die ist viel dichter dran als die geplante Halle im früheren Stahlbad.“ Mit dem Umzug in das neue Gebäude werde diese Spielhalle geschlossen, erklärt David Gorleis.

Andererseits werde es am Eingang künftig eine biometrische Gesichtserkennung geben, kündigt der Betreiber an: „Wir nutzen hier eine Technologie, die sonst an Flughäfen eingesetzt wird – da nehmen wir ordentlich Geld in die Hand.“ So hätten Nutzer die Möglichkeit, sich freiwillig selbst zu sperren – „beim Eintreten in die Spielhalle ertönt dann ein Signal, und die Leute kommen hier nicht weiter".

Für Jochen Arenz sind das keine überzeugenden Argumente: „Wenn David Corleis eine neue Spielhalle eröffnen möchte, muss er die alte ohnehin schließen“, macht der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus deutlich. „Das sieht das Gesetz zwingend so vor.“ Von einem Entgegenkommen des Investors könne hier also keine Rede sein.

Lennart Plottke

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