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Zu viel Regen: Kiebitzweg bleibt noch Wochen gesperrt

Rethwisch Zu viel Regen: Kiebitzweg bleibt noch Wochen gesperrt

Eigentlich sollten die Arbeiten in Rethwisch jetzt abgeschlossen sein / Baugrube musste nach Sturmtief komplett ausgepumpt werden

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Die Baustelle am Rethwischer Kiebitzweg: Nachdem das Wasser aus der Grube gepumpt war, konnte jetzt das erste Brückenteil für den Durchlass eingesetzt werden.

Quelle: Fotos: Lennart Plottke (2), Ove Arscholl

Rethwisch. Harter Schlag für die Anwohner am Kiebitzweg in Rethwisch: Aufgrund von Bauarbeiten bleibt die Straße auf Höhe der Achterbeek mindestens noch bis Ende November gesperrt. „Wir haben hier immer noch mit den Folgen des Starkregens Anfang Oktober zu kämpfen“, erklärt Sebastian Schubert, Verbandsingenieur beim Wasser- und Bodenverband Hellbach-Conventer Niederung: „Zunächst einmal musste die Baugrube komplett austrocknen.“

 

OZ-Bild

Wir wollen hier mög- lichst in drei, vier Wochen fertig sein.Sebastian Schubert Wasser- und Bodenverband

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Da muss zumindest ein Provisorium geschaffen werden.Horst Hagemeister Bürgermeister Rethwisch

Vor knapp drei Wochen hatte Sturmtief „Xavier“ für jede Menge umgeknickte Bäume, abgedeckte Dächer und überfüllte Keller gesorgt. Und eben auch für einen Baustopp am Kiebitzweg. Um Überflutungen künftig besser vorzubeugen, erneuert der Wasser- und Bodenverband hier seit Ende August den Durchlass. „Es wird jetzt ein doppelter Querschnitt eingesetzt“, sagt Schubert. „Damit erweitern wir hier den Durchfluss erheblich – und bauen so Anstauungen vor.“

Sperrung bis 22. Dezember beantragt

Eigentlich sollten die Arbeiten in der vergangenen Woche abgeschlossen sein. „Bis zum großen Regen waren wir auch voll im Zeitplan“, stellt Schubert klar. „Aber danach musste das Wasser erstmal ablaufen, dazu musste die Grube ausgepumpt werden.“ Zudem seien auch die Brückenteile für den Durchlass nicht pünktlich geliefert worden, erklärt der Ingenieur: „Um für mögliche weitere Überraschungen gewappnet zu sein, wurde jetzt beim Landkreis eine Straßensperrung bis zum 22. Dezember beantragt.“ Was aber nicht heiße, dass die Baustelle auch bis dahin bestehen bleibe, betont Sebastian Schubert: „Wir wollen hier möglichst in drei, vier Wochen fertig sein – aber klar ist auch, dass die Witterung jetzt für die Bauzeit immer ungünstiger wird.“

Egal, ob Ende November oder gar Ende Dezember – viele Rethwischer können die zeitlichen Planungen nicht nachvollziehen. „Das kann nicht wahr sein“, sagt etwa Ramona Picha, die gemeinsam mit ihrem Mann Markus die „Wiesenpension“ in Rethwisch betreibt. „Wir haben zum Glück über die Jahre liebe Stammgäste gewonnen – die haben meist Verständnis.“ Dennoch gebe es durch die weiträumigen Umleitungen erhebliche Einschränkungen, so Picha: „Es dauert beispielsweise deutlich länger, nach Nienhagen zu kommen – das müssen wir dann immer schön verpacken.“

Anwohner fordern provisorische Lösung

Sollten die Arbeiten am Durchlass tatsächlich noch viel länger dauern, würde sie sich eine Übergangslösung für den Kiebitzweg wünschen: „Es muss doch die Möglichkeit geben, dass man vorsichtig an der Baustelle vorbeifahren kann.“ Generell fühle sie sich schon ein bisschen abgehängt, macht Ramona Picha deutlich: „Die paar Anwohner – da kräht doch kein Hahn nach.“ Sie hoffe, „dass sich die Verantwortlichen wenigstens Mühe geben, um hier vielleicht doch noch früher fertig zu werden“.

Dass die Baumaßnahme jetzt im schlimmsten Fall doppelt so lange dauern soll wie ursprünglich angekündigt, „geht eigentlich gar nicht“, meint auch Bürgermeister Horst Hagemeister (parteilos): „Die Pension lebt von ihren Gästen, der Bauer muss aufs Feld, dazu ist das auch ein Schulweg – man kann die Leute nicht so lange abschneiden.“ Für Wetterkapriolen und deren Folgen könne niemand etwas, erklärt Hagemeister: „Aber sollte am Kiebitzweg tatsächlich bis in den Dezember hinein gebaut werden, muss ein Provisorium her, damit zumindest die Anlieger wieder von oben bis unten durchfahren können.“

Sensibles Gebiet

1200 Hektar umfasst die „Modellregion Conventer Niederung“ mit den Orten Bad Doberan, Heiligendamm und Börgerende- Rethwisch, aber auch Randgebieten wie Admannshagen-Bargeshagen und Nienhagen.

Die Niederung inklusive Randkanal war eines der am stärksten vom Sommerhochwasser 2011 betroffenen Gebiete im MV – das Vorflutsystem einschließlich Schöpfwerk war überlastet, der Randkanal übergelaufen. Es gab Überflutungen durch wild ablaufendes Oberflächenwasser.

Lennart Plottke

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