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Zwei Handwerker lieben gelebtes Holz

Groß Stove Zwei Handwerker lieben gelebtes Holz

Besonderes Design aus Groß Stove / 50000 Jahre alter Stamm wird Esstisch

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Christian Petkov (l., 25) und Reiko Rosin (47) verarbeiten in der Werkstatt in Groß Stove altes Holz zu besonderen Designstücken.

Quelle: Fotos: Doris Kesselring

Groß Stove. Holz mit Geschichte – das ist das Material, aus dem Christian Petkov (25) und Reiko Rosin (47) Unikate schaffen. Tische und Sessel, Leuchten, Skulpturen, Wohn-Accessoires. In einer kleinen Werkstatt auf einem Landgut in Groß Stove bei Rostock entstehen die Design-Produkte. „Wir fällen keine Bäume, sondern nutzen ausschließlich altes Holz, gelebtes Material“, betont Rosin.

 

OZ-Bild

Aus 50000 Jahre altem Moorholz ist die Platte dieses Esstisches.

Quelle:

„For-tomorrow“ (für Morgen) heißt ihr vor zwei Jahren gegründetes Unternehmen. Der Name ist Philosophie: „Alte Werkstoffe erhalten, Geschichte bewahren, in eine neue Zeit holen und mit dem Möbelstück Emotionen in die Wohnzimmer der Kunden bringen“, beschreibt Petkov ihre Motivation.

Ihr ältestes Stück ist 50000 Jahre alt. „Das älteste Moorholz der Welt, dafür haben wir ein Zertifikat“, erläutert Petkov. Kauriholz aus dem Norden Neuseelands, das heilige Holz der Maori. Im Internet sind die Jungunternehmer darauf gestoßen. Per Schiff holten sie die Fragmente eines Stammes nach Deutschland. In Groß Stove wurde aus dem Holz ein großer Esstisch, der im Laden am Yachthafen Kühlungsborn auf einen Liebhaber wartet. „Es ist enorm, was wir aus dem Holz herausgekitzelt haben“, schwärmen die beiden Handwerker. „Die Maserung sieht in der Sonne aus wie ein Tigerfell.“

Es ist jedoch das einzige Fremdholz in der Werkstatt. „Wir verarbeiten sonst nur Holz aus der Region“, sagt Rosin. Strandgut, Sturmholz aus der Rostocker Heide, Balken aus alten Gemäuern. Mit offenen Augen durchstreifen sie die Gegend. Petkov ist Dachdecker, Rosin hat eine Innenausbau-Firma. Auf einer Baustelle haben sie sich kennengelernt und auf Baustellen machen sie auch manch hölzerne Entdeckung. Bei der Sanierung des Daches der Rostocker Marienkirche zum Beispiel sind ihnen bis zu 800 Jahre alte Dachbalken aufgefallen, die entsorgt werden sollten. „Wir haben gefragt, ob wir das Holz erwerben können“, erinnert sich Rosin, der gleich daraus eine Lampe gezaubert hat, ein „Stück Rostocker Zeitgeschichte“. In so einem Balken stecke so viel Energie – wieviel Gottesdienste, wieviele Kriege mag der erlebt haben. Die Geschichte zum Holz bekommen Kunden gratis mitgeliefert. Von Anna Petkov, Christians Mutter, mit Feder auf edlem Papier notiert.

Die Inspiration für ihre Produkte gehe von jedem einzelnen Stück Holz aus. Ein alter Nussbaum – „da mache ich eine große Nussschale draus“, sagt Rosin. Derzeit sind Tische aus Ostseebuhnen der Renner. „Wir gießen die aufgeschnittenen Buhnen komplett oder teilweise in Kunstharz, das sieht aus wie Wasser, leuchtet nachts blau“, erklärt Rosin. Bei Auftragsarbeiten wird das Möbelstück gemeinsam mit dem Kunden entwickelt.

Im Frühjahr wird der Laden in Kühlungsborn wiedereröffnet. Bis dahin müssen Petkov und Rosin noch eifrig sägen, feilen und schleifen. Zum Jahresende wollen sie auch ihre Bauberufe aufgeben und nur noch für „For-tomorrow“ leben.

„For-tomorrow“ seit 2015

Im Februar 2015 haben die Rostocker Christian Petkov und Reiko Rosin das etwas andere Möbelgeschäft „For-tomorrow“ gegründet. Mit Unterstützung einer Dachdeckerfirma und eines Bauern haben sie in Groß Stove Werkstatträume mieten können. In Kühlungsborn überließ ihnen „Vielmeer“-Restaurantchef Peter Weide für einige Monate mietfrei einen Laden. „Ohne Menschen, die an uns und unsere Idee glauben, würde es nicht funktionieren“, sind die Jungunternehmer dankbar.

Info: www.for-tomorrow.de

Doris Kesselring

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