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„Xavier“ stoppt Kanal-Arbeiten

Rethwisch „Xavier“ stoppt Kanal-Arbeiten

Sturmtief sorgt im Rethwischer Kiebitzweg für vollgelaufene Baugrube / Brückenteil für Wasser-Durchlass soll kommende Woche eingesetzt werden

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Die Baustelle am Kiebitzweg: Weil die Baugrube aktuell voller Wasser steht, mussten die Brückenarbeiten auf kommende Woche verschoben werden.

Quelle: Foto: Lennart Plottke

Rethwisch. Eigentlich sollten gestern mächtige Brückenfertigteile in den Rethwischer Kiebitzweg eingesetzt werden. Doch Sturmtief „Xavier“ hat dieses Vorhaben zunächst gestoppt. „Die Baugrube stand voller Wasser“, erklärt Marco Schreiber, Geschäftsführer beim Wasser- und Bodenverband Hellbach-Conventer Niederung. „Deshalb mussten wir die großen Betonteile erstmal draußen liegen lassen.“ Er hoffe, dass die Arbeiten wie geplant zu Beginn der kommenden Woche fortgesetzt werden können, so Schreiber. „Denn mit der gesamten Baumaßnahme wollen wir Ende Oktober fertig sein.“

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Sturmtief sorgt im Rethwischer Kiebitzweg für vollgelaufene Baugrube / Brückenteil für Wasser-Durchlass soll kommende Woche eingesetzt werden

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Um Überflutungen künftig besser vorzubeugen, erneuert der Wasser- und Bodenverband in Rethwisch seit Ende August den Durchlass. „Es wird jetzt ein doppelter Querschnitt gebaut“, erklärt Schreiber.

„Damit erweitern wir im Kiebitzweg den Durchfluss erheblich – und bauen so Anstauungen vor.“

250 000 Euro für fließenden Ablauf

Denn im Jahr 2011 hatte sich dieser Bereich als ein Schwerpunkt herausgestellt: „Das Wasser hat sich damals bis nach Admannshagen-Bargeshagen zurückgestaut, weil es hier eine Engstelle gab – durch das Hochwasser war sogar ein landwirtschaftlicher Betrieb gefährdet.“

Ziel sei, dass das Wasser ungehindert vom Schöpfwerk in den Randkanal bis zur Ostsee ablaufen kann, blickt Marco Schreiber voraus. Insgesamt 250 000 Euro werden die Arbeiten kosten – mit rund 190 000 Euro gefördert durch das Land. Hier stehen Landes-, Bundes- und EU-Mittel zur Verfügung.

Wermutstropfen: Während der Baumaßnahme müssen Anwohner und Anlieger mit Einschränkungen leben, weil der Kiebitzweg auf Höhe des Durchlasses für den Verkehr gesperrt wurde – die Autos können hier nicht mehr komplett von oben bis unten durchfahren.

Fortschritte beim Hochwasserschutz

Insgesamt sei man mit Blick auf den Hochwasserschutz in der Conventer Niederung schon relativ weit gekommen, sagt Marco Schreiber: „Ein ganz wesentlicher Punkt war, den Randkanal zu verstärken und Notüberläufe zu schaffen.“ Dies verhindere, dass erneut große Wassermengen in die Niederung laufen und schütze so tief gelegene Siedlungsflächen in Börgerende sowie Weideflächen und Straßen.

Um die Conventer Niederung als Ganzes nachhaltig zu sichern, hat das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg nach anderthalbjähriger Ausarbeitung jetzt eine sogenannte Management-Planung erstellt. „Hierbei wurden für das gut 1000 Hektar große Gebiet konkrete Schutzobjekte bestimmt“, erklärt Stalu-Mitarbeiterin Karin Schmidt. „Zum einen der Conventer See sowie Kleingewässer und Torfstiche, andererseits auch Fischotter, Kammmolche und Schnecken.“

In diesem Zusammenhang hätten die Fachleute auch die Parameter Strukturvielfalt, Naturnähe, Nährstoffgehalt und chemischer Zustand betrachtet, so Schmidt. Eine Erkenntnis: Der Conventer See ist schlecht erhalten – hier müssten vorrangige Entwicklungsmaßnahmen festgelegt werden, um langfristig eine Verbesserung zu erreichen.

„Aufgrund der komplizierten morphologischen und hydrologischen Bedingungen, der aktuellen landwirtschaftlichen Nutzung sowie der Lage in einem hochwassergefährdeten Gebiet, lässt sich mit dem derzeitigen Kenntnisstand aber nicht abschätzen, welche Maßnahmen möglich und erfolgversprechend sind“, macht Schmidt deutlich. „Um diese Fragen zu klären, muss zusätzlich ein umfassendes Gutachten erstellt werden.“

Die gute Nachricht: „Insgesamt sind die Gewässer in der Region während des aktuellen Sturmtiefs ganz gut abgelaufen“, sagt Verbandschef Marco Schreiber. „Bis auf einige kleinere Hindernisse haben wir hier keine Probleme festgestellt.“

Großes Schutzgebiet

1200 Hektar umfasst die „Modellregion Conventer Niederung“ mit den Orten Bad Doberan, Heiligendamm und Börgerende-Rethwisch, aber auch Randgebieten wie Admannshagen- Bargeshagen und Nienhagen.

Die Niederung inklusive Randkanal

war eines der am stärksten vom

Sommerhochwasser 2011 betroffenen Gebiete im MV – das Vorflutsystem einschließlich Schöpfwerk

war überlastet, der Randkanal übergelaufen. Es gab Überflutungen durch wild ablaufendes

Oberflächenwasser.

Lennart Plottke

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