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Zocker rastet in „Spieloase“ aus – 800 Euro Strafe

Rostock/Bad Doberan Zocker rastet in „Spieloase“ aus – 800 Euro Strafe

Sachbeschädigung und Beleidigung: 32-jähriger Doberaner musste sich gestern vor dem Rostocker Amtsgericht verantworten

Rostock/Bad Doberan. Es war am 24. Juli 2015 um 1.30 Uhr. In der „Spieloase“ in Bad Doberan war nur wenig Betrieb. Plötzlich gab es ein lautes Klirren. Ein langjähriger Kunde drehte durch. Der 32-jährige gebürtige Kosovo-Albaner Argon J. hatte wieder einmal viel Geld verloren.

Vor lauter Wut schlug er mit einem Bierglas auf einen Spielautomaten ein, schüttelte einen zweiten kräftig durch, bis der seine Funktion aufgab, nahm einen Garderobenständer in die Hand und schleuderte ihn durch den Raum, nahm Lederkissen von einer Couch und warf sie auf einen Computer.

Während dieser Raserei stieß er schlimme Drohungen aus: „Ich schicke euch Männer auf den Hals und lasse den Laden platt machen. Ich lasse eine Bombe hochgehen. Wenn ihr die Polizei holt, schneide ich dem Chef die Eier ab und tue seiner Familie etwas an.“

Gestern musste sich der 32-Jährige vor dem Rostocker Amtsgericht wegen Sachbeschädigung und Beleidigung verantworten. Argon J. legte sofort ein Geständnis ab, gab zu, die Spielautomaten beschädigt zu haben. Geschimpft habe er auch. An den Wortlaut könne er sich nicht mehr erinnern. Es sei damit aber nicht der Chef gemeint gewesen. Seine Worte hätten den Spielautomaten gegolten.

Jörg B. (49), langjähriger Angestellter in der „Spieloase“, konnte sich besser erinnern. Argon J. sei ein guter Kunde, der schon viel Geld verspielt habe – wöchentlich etwa 1000 Euro. Wegen ebensolcher Raserei nach erheblichen Verlusten hatte er bereits einmal Hausverbot, teilte der Zeuge mit: „Dass wir von Spielern beschimpft werden, ist für uns nichts Neues – der Angeklagte ist aber richtig ausgerastet.“ Nun besann sich Argon J. und gab zu, dass er die Worte so gesagt haben könnte.

Abdul O. (51), der Chef der „Spieloase“, wurde gestern als Zeuge gehört. Beide Spielautomaten hätten repariert werden müssen und seien mehrere Tage ausgefallen, teilte er mit. Er hätte Angst um seine Familie gehabt. Nach einer offiziellen Entschuldigung des Angeklagten verzichtete der Zeuge auf eine finanzielle Wiedergutmachung. „Er soll mindestens ein Jahr mit dem Spielen aussetzen“, forderte Abdul O.

Das Gericht verurteilte Argon J. wegen Sachbeschädigung und Beleidigung zu einer Geldstrafe von 800 Euro. Zu Gunsten des Angeklagten wertete das Gericht sein Geständnis und seine Reue.

Strafverschärfend wirkte sich aus, dass die Tat innerhalb einer laufenden Bewährung stattfand und er mit seinen Worten Furcht und Angst ausgelöst hätte. „Wer 1000 Euro wöchentlich verspielt, kann auch 800 Euro Strafe zahlen“, sagt e die Vorsitzende Richterin.

Argon J. kann die Geldstrafe auch abarbeiten. Sie riet dem Angeklagten, eine Suchtberatung aufzusuchen. Aron J. spricht gut Deutsch, hat einen Hauptschul-Abschluss. Er kam 1996 mit seiner Mutter und zwei Geschwistern nach Deutschland.

EmmA

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