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Zu wenig Klassenräume: Conventer Schule schlägt Alarm

Rethwisch Zu wenig Klassenräume: Conventer Schule schlägt Alarm

Amtsschule verzeichnet Rekord-Schülerzahlen / Gemeinden ringen um Lösungen

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Viel los: An der Conventer Schule in Rethwisch lernen aktuell 441 Kinder – Tendenz weiter steigend.

Quelle: Fotos: Lennart Plottke (4), Conventer Schule

Rethwisch. 441 Schüler lernen derzeit an der Conventer Schule in Rethwisch – verteilt auf 22 Klassen. Was zunächst positiv klingt, entwickelt sich für die Amtsschule mehr und mehr zu einem Problem. „Wir bewegen uns auf eine sehr angespannte Raumsituation zu“, erklärte Leiterin Elke Lemke auf der Sitzung des Schulausschusses am Mittwochabend. „Vor allem die Grundschüler lernen in relativ großen Klassenverbänden – vielfach müssen wir bis zu 30 Kinder in einem Raum unterbringen.“

 

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Erst vor wenigen Jahren bekam die Conventer Schule einen neuen Anbau. Doch der Platz ist nach wie vor beengt.

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„„Inklusion ist doch keine Sache, die über Nacht passiert ist – wir wussten seit zwei Jahren, dass die Schule wieder zu eng wird.“Eduardo Catalán Bürgermeister Bargeshagen

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„„Vor allem die Grundschüler lernen in großen Klassenverbänden – vielfach müssen wir bis zu 30 Kin- der in einem Raum unterbringen.“Elke Lemke Leiterin Conventer Schule Rethwisch

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„„Die Kosten bringt unsere Gemeinde nicht allein auf – wenn sich Nienha- gen und Barges- hagen beteiligen, gibt es sicher Möglichkeiten.“Horst Hagemeister Bürgermeister Rethwisch

441 Schüler

lernen aktuell an der Conventer Schule in Rethwisch.

22 Klassenräume

stehen der Grund-

und Regionalschule

insgesamt zur

Verfügung.

Drei Gemeinden

schicken ihre Kinder an die Amtsschule: neben Börgerende-Rethwisch auch Admannshagen- Bargeshagen und das

Ostseebad Nienhagen.

Das sei gerade für die Erstklässler schwierig, die sich an die neuen Gegebenheiten erst noch gewöhnen müssten, so Lemke. Was erschwerend hinzu kommt: „Es gibt künftig für den Grundschulbereich keine Förderschulen mehr – fast alle Kinder werden deshalb an der Regelschule eingeschult.“ Dabei würden nicht selten Voraussetzungen für die Schulreife fehlen, machte Lemke deutlich – „so gibt es etwa Probleme beim Hören und Sehen sowie in der körperlichen Entwicklung“. Zunehmend sei auch das sozial-emotionale Verhalten einiger Kinder problematisch: „Die sind eigentlich gar nicht gruppenfähig – das ist dann bei 28 Schülern äußerst schwierig.“

Für dieses Schuljahr habe es mehr als 60 Anmeldungen gegeben, sagte die Leiterin: „Dabei wollten wir aufgrund der Raumsituation eigentlich nicht drei erste Klassen bilden.“ Und: Nach Berechnungen des Amtes müsse man bis zum Jahr 2023 jährlich mit dieser Zahl an neuen Bewerbungen rechnen, so Elke Lemke: „Dann wären wir also immer bei drei Klassen – deshalb müssen wir perspektivisch gucken, wo zusätzliche Räumlichkeiten herkommen könnten.“ Eine andere Möglichkeit: „Wir könnten die Aufnahmen beschränken – das wollen wir aber eigentlich nicht.“

Kritik an früheren Plänen

Man habe in den vergangenen acht Jahren bereits viel Geld für einen Schulanbau ausgegeben, bemerkte Bargeshagens stellvertretender Bürgermeister Uwe Leonhardt: „Und jetzt stoßen wir schon wieder an Kapazitätsgrenzen – da müssen doch in der Schulentwicklungsplanung alle roten Lampen angehen.“ Für Eduardo Catalán war die prekäre Situation vorauszusehen: „Inklusion ist doch keine Sache, die über Nacht passiert ist“, sagte Bargeshagens Bürgermeister. „Wir wussten doch schon seit mindestens zwei Jahren, dass die Schule wieder zu eng wird und haben nicht gegengesteuert.“ Die Suppe habe man sich selbst eingebrockt, meinte Catalán: „Der Landkreis hat damit überhaupt nichts zu tun.“

Obwohl jetzt schon vieles zugebaut sei, gebe es noch eine Möglichkeit, mehr Platz zu schaffen, so Catalán: „Das geplante Hortgebäude muss ja nicht einstöckig werden. Lasst uns doch gleich richtig bauen – mit zwei Stockwerken für Hort und Schule.“ Da das Grundstück Börgerende-Rethwisch gehöre, sei jetzt die Gemeinde am Zug, betonte Catalán.

Appell an Nachbargemeinden

„Wir müssen jetzt darüber diskutieren, ob es Möglichkeiten für eine Erweiterung gibt“, sagte Klaus Bergmann, Ausschuss-Vorsitzender und stellvertretender Bürgermeister in Börgerende-Rethwisch.

„Und wenn ja, was das kosten würde.“ Dieser Punkt sei aus seiner Sicht das Hauptproblem, meinte Rethwischs Bürgermeister Horst Hagemeister und stellte klar: „Das wird unsere Gemeinde nicht allein aufbringen können – und das wollen wir auch nicht.“

Allein der Grund und Boden koste Geld: „Dafür brauchen wir eine Ersatzfläche – und die muss bezahlt werden.“ Wenn sich Nienhagen und Bargeshagen an der Finanzierung beteiligen, werde es hier sicher Möglichkeiten geben, so Hagemeister. Es müsse jetzt zunächst innerhalb der Gemeindevertretung über ein tragfähiges Gesamtkonzept für die Schule gesprochen werden, sagte Klaus Bergmann: „Dann können wir in der nächsten Sitzung des Schulausschusses über einen entsprechenden Vorschlag diskutieren.“

Was mit gemeinsamen Kraftanstrengungen erreicht werden kann, sehe man jetzt übrigens am Außengelände der Conventer Schule, machte Elke Lemke deutlich: „Seitdem wir hier unseren zweiten Schulhof haben, können wir die Grund- und Regionalschüler in zwei Altersgruppen trennen – dadurch sind die Pausen doch deutlich entspannter.“

Die Erweiterung stand lange auf der Kippe – denn auch über diesen Punkt hatten die Mitglieder des Schulausschusses lange und sehr kontrovers diskutiert. Das Ergebnis aber kann sich sehen lassen – vielleicht ja ein gutes Beispiel für künftige Auseinandersetzungen . . .

Lennart Plottke

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