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Zuhörer und Unterstützer: Ehrenamtler helfen der Tafel

Bad Doberan Zuhörer und Unterstützer: Ehrenamtler helfen der Tafel

Durch das Engagement vieler Bürger ist eine Ausgabe von Lebensmitteln an Bedürftige möglich / OZ-Weihnachtsaktion sammelt für neues Auto

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Katharina Iwanska (v.l.), Bärbel Wichmann und Marlies Wollert übernehmen ehrenamtlich in Bad Doberan, Neubukow und Kröpelin die Leitung der Ausgabestellen für die Tafel Bad Doberan. FOTO: ANJA LEVIEN

Bad Doberan. Für viele Bedürftige sind die sozialen Einrichtungen wie die Tafel oder die Kleiderkammer nicht nur Anlaufpunkt, wenn sie Lebensmittel oder Kleidung benötigen. Sie suchen auch den persönlichen Kontakt, Gespräche, Unterstützung. Das wissen Marlies Wollert, Bärbel Wichmann und Katharina Iwanska. Die drei Frauen engagieren sich wie viele andere auch ehrenamtlich bei der Tafel Bad Doberan. Sie werden die Leitung in den Ausgabestellen Bad Doberan, Neubukow und Kröpelin übernehmen. „Ich möchte helfen. Es macht mir Freude, Bedürftigen etwas Gutes zu tun. Man bekommt auch etwas zurück“, sagt Marlies Wollert, die in Kröpelin die Ausgabe von Lebensmittel koordinieren wird.

Spendenkonto

Das Spendenkonto bei der Ostseesparkasse:

Empfänger: Tafel Bad Doberan e.V.

IBAN: DE 21 1305 0000 0201 0701 11,

BIC: NOLADE21ROS, Spendenzweck: OZ-Weihnachtsaktion Helfen bringt Freude.

Alle Spender werden mit Namen veröffentlicht. Sollten Sie dies nicht wünschen, vermerken Sie dies auf der Überweisung. Für eine Spendenquittung bitte Adresse mit angeben.

Viele Menschen zwischen Bad Doberan, Kühlungsborn, Neubukow und Satow können es sich nicht leisten, regelmäßig Lebensmittel zu kaufen. Der Verein Tafel Bad Doberan, der sich dieses Jahr gegründet hat und im Dezember die ersten Ausgabestellen eröffnet, möchte helfen. Doch damit die Lebensmittel von den Händlern zu den Bedürftigen kommen, braucht der Verein ein Auto. Mit der Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ sammelt die OSTSEE-ZEITUNG in diesem Jahr Spenden für ein Kühlfahrzeug.

Marlies Wollert hilft in der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes aus und weiß, wie wichtig soziale Einrichtungen für die Menschen sind. „Manche schütten auch ihr Herz aus. Zuhören ist ganz wichtig“, sagt die 58-Jährige. Bärbel Wichmann nickt. Die 69-Jährige war Hauptschullehrerin an einer Brennpunktschule, zog vor fünf Jahren nach Wittenbeck. „Ich habe viel Not erlebt und keine Berührungsängste. Man muss jeden nehmen, wie er ist“, so die Rentnerin. Als ehrenamtlicher Helfer werde man auch zur Konstante im Leben der Bedürftigen. Bärbel Wichmann möchte das, was sie Positives im Leben erfahren hat, an die Bedürftigen zurückgeben: „Die Bedürftigkeit ist da, man kann nicht wegschauen. Es ist traurig, dass im reichen Deutschland Tafeln notwendig sind.“

Tafeln retten Lebensmittel vor der Mülltonne

Die Tafeln in Deutschland verteilen nicht nur Lebensmittel, sondern retten diese auch vor der Mülltonne. Sie sind eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel. „Es wird so viel weggeschmissen, manches, was einen Tag vor dem Ablaufdatum ist“, sagt Marlies Wollert. Das Bewusstsein für Lebensmittel habe sich in den vergangenen Jahren geändert. „Wir gehören zur Generation der nach dem Krieg Geborenen.

Wir hatten nicht viel zu Hause, waren vier Kinder“, erinnert sich Bärbel Wichmann. „Brot mit Margarine und Zucker drauf war etwas Besonderes“, sagt Katharina Iwanska, die als Arzthelferin und Altenpflegerin ihr ganzes Leben mit Menschen zu tun gehabt hat und jetzt bei der Tafel hilft. „Ich bin froh, dass ich eine Aufgabe habe“, sagt sie. Wenn sie Essen kocht und etwas über bleibt, friere sie es ein. „Oder es wird noch mal aufgewärmt“, sagt auch Bärbel Wichmann. „Bei uns gibt es nur Saisongemüse. Ich würde jetzt keine Erdbeeren essen.“

Ausgabestellen eröffnen

im Dezember

Die drei Frauen werden künftig die Ausgabe kontrollieren, das Geld in Empfang nehmen und prüfen, ob die Ausweise rechtens sind: „Wir helfen auch bei der Ausgabe mit.“ Die Bedürftigen erhalten einen Beutel und können wie im Supermarkt auswählen, was sie haben möchten. Die Ehrenamtler packen das dann ein.

Die erste Ausgabestelle eröffnet am 20. Dezember in Kröpelin beim Internationalen Bund, Am Wasserwerk. Am 22. und 23. Dezember werden Lebensmittel in Bad Doberan auf dem Gelände des Wohnungsunternehmens Wig, Klosterstraße, neben dem Hengstenstall verteilt. Ab dem 9. Dezember können sich Bedürftige registrieren, indem sie ihre Bedürftigkeit nachweisen.

Dazu zählen Menschen, die Sozialhilfe empfangen, einen Berechtigungsschein G2 haben, und denen Unterstützung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zusteht. Auch Alleinerziehende und Senioren mit kleiner Rente können sich melden. Der genaue Termin und Ort wird noch bekannt gegeben.

INFO: Der Verein Tafel Bad Doberan ist im Internet unter www.tafel-bad-doberan.de zu finden sowie im sozialen Netzwerk Facebook unter Tafel Bad Doberan e.V.

Anja Levien

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