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Zum 800. Stadtgeburtstag: Steintor wird zur Staufalle

Rostock Zum 800. Stadtgeburtstag: Steintor wird zur Staufalle

Umbau der Kreuzung erst 2018 / Kritik von Händlern und Touristikern

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Die meist befahrene Kreuzung des Landes: Ausgerechnet zum Stadtjubiläum 2018 wird das Steintor nun zum Nadelöhr.

Quelle: Foto: Andreas Meyer

Rostock. Rostocks Autofahrer können aufatmen – jedenfalls vorerst: Der für 2017 geplante Umbau der Steintor- Kreuzung und die damit verbundenen, jahrelangen Behinderungen sind vom Tisch. Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) teilte der Bürgerschaft mit, dass die Ausschreibung der Bauarbeiten aufgehoben wurde. Nun will das Rathaus aber für 2018 einen neuen Anlauf nehmen. Dann würde die meist befahrene Kreuzung im Land ausgerechnet zum Stadtjubiläum zur DauerBaustelle. Händler und Tourismusbranche sprechen von einer unglücklichen Entscheidung – und fordern bereits, die Arbeiten auf Jahre zu verschieben.

 

OZ-Bild

„Natürlich ist es

unglücklich, wenn

zum Jubiläum

dauernd von Stau

in Rostock die Rede

sein wird.Peter Magdanz

Citymanager

Stadt plant Umbau seit sechs Jahren

Hintergrund des Ganzen: Seit bei einem schweren Unfall im September 2011 eine 39 Jahre alte Frau an der Steintor-Kreuzung ums Leben kam, will das Rathaus den gesamten Bereich umbauen – und „entschärfen“. Denn mit bis zu 30000 Fahrzeugen am Tag und zusätzlich 60 Bussen und Straßenbahnen pro Stunde ist die Steintor-Kreuzung eine der verkehrsreichsten im gesamten Land. Nach sechs Jahren Planung legte Verkehrssenator Holger Matthäus (Grüne) nun im Januar seine Pläne für einen Umbau vor: Für insgesamt rund fünf Millionen Euro soll am Steintor gebaut werden. Zwei Millionen verbaut Eurawasser unterirdisch, für die restlichen knapp drei Millionen Euro wollen die Hansestadt und die Gesellschaft für Stadterneuerung (RGS) neue Ampeln, neue Überwege und neue Fahrspuren schaffen. Eigentlich sollten die Bagger dafür längst rollen, doch nur eine einzige Firma hatte sich um den Auftrag beworben – und deren Angebot lag auch noch weit über dem Kosten-Limit der kommunalen Kämmerer. „Das Ergebnis dieser Ausschreibung führen wir auf die hohe Auslastung der Straßenbaufirmen zurück“, so Oberbürgermeister Methling vor der Bürgerschaft. Im Klartext: Die Firmen haben Besseres zu tun als das Steintor. „Das Vorhaben war auf Basis des überteuerten Angebotes nicht umsetzbar, die Ausschreibung wurde aufgehoben.“

Arbeiten werden auf 2018 und 2019 verschoben

Nun soll das Projekt im Herbst neu ausgeschrieben werden, mit mehr zeitlichem Vorlauf. „Wir wollen im April 2018 mit den Arbeiten starten, im November 2019 soll der Umbau abgeschlossen sein“, sagte RGS-Chefin Sigrid Hecht der OZ. Problem dabei: Der Umbau fällt damit voll in die Zeit des Stadtjubiläums mit vielen Großveranstaltungen wie der Hanse Sail oder dem Hansetag 2018. Und dass der Umbau der Steintor-Kreuzung nicht ohne Behinderungen vonstatten gehen wird, ist bereits ebenfalls klar: Denn stadteinwärts soll während der Arbeiten nur noch eine einzige Fahrspur frei sein, stadtauswärts immerhin zwei.

Tourismusbranche und Handel passt das gar nicht

Der neue Zeitplan – bei den Händlern in der Rostocker Innenstadt, aber auch bei Hoteliers und Gastgebern kommt er gar nicht gut an. „Wir rechnen nicht damit, dass es im Jubiläumsjahr exorbitant mehr Verkehr geben wird“, sagt zwar RGS-Geschäftsführerin Hecht. Die Geschäftsleute sehen das aber anders: „Wozu richten wir denn all die Feste und Veranstaltungen zum Stadtjubiläum aus? Natürlich auch, um mehr Urlauber und Tagestouristen nach Rostock zu locken“, sagt Peter Magdanz, der Rostocker Citymanager. Die Baustelle am Steintor sei da kontroproduktiv: „Natürlich sind wir nicht glücklich darüber, wenn ausgerechnet zum 800. Stadtgeburtstag im Verkehrsfunk dauernd von Stau und Behinderungen in Rostock die Rede sein wird. Da wird sich so mancher Gast überlegen, ob er überhaupt zu uns kommt.“ Das Rathaus solle bitte nochmals überlegen, ob man Touristen mit zusätzlichen Großbaustellen im Feier-Jahr abschreckt und über eine Verlegung der Arbeiten nachdenken. Ganz so weit geht Guido Zöllick, Bundeschef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, noch nicht. Aber auch er sagt: „Die Innenstadt muss jederzeit problemlos erreichbar sein für Gäste. Das muss die Stadt gewährleisten.“

Keine weiterer Aufschub möglich

„Der 800. Geburtstag wird nicht am Umbau der Kreuzung scheitern“, sagt Verkehrssenator Holger Matthäus. „Wir werden leistungsfähige Umleitungskonzepte anbieten.“ Und außerdem: Ein weiterer Aufschub der Arbeiten sei nicht möglich, so RGS-Chefin Hecht: „An dem Projekt hängen Fördermittel. Und die gibt es nicht für alle Zeiten, sondern nur für eine bestimmte Zeit.“

Andreas Meyer

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