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„Zuparken“-Festival bietet perfekte Welle

Kägsdorf „Zuparken“-Festival bietet perfekte Welle

Ab Donnerstag bevölkern 1000 Surfer und Wasserratten die Ostsee sowie den Kägsdorfer Strand / Drohnen sind verboten

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Kites am Himmel, Bretter auf dem Wasser: Jede Menge Surfer tummeln sich ab Donnerstag auf der Ostsee vor Kägsdorf.

Quelle: Fotos: Lennart Plottke

Kägsdorf. Während sich einige Surfer noch müde den Schlafsand aus den Augen reiben und neben den Dünen ihre Zähne putzen, reiten viele Enthusiasten bereits putzmunter auf den Ostseewellen. Duzende Kites tummeln sich schon frühmorgens am Himmel, die Gischt spritzt, dazu klingt aus den Lautsprecherboxen entspannte Musik – dieses Szenario spielt sich ab Donnerstag wieder am Kägsdorfer Strand ab. Denn zum nunmehr elften Mal steigt hier das viertägige „Zuparken“-Festival.

„Das ist ein guter Spot für Südwest-Wind“, sagt Hans Jensen vom Rostocker Shop „Supremesurf“, der die viertägige Veranstaltung gemeinsam mit „van360“, einem Laden rund um VW-Busse, präsentiert.

„Optimal für uns – das hat sich offenbar rumgesprochen.“

Gut 1000 surf- und bullibegeisterte Leute verwandeln den Strandparkplatz bis Sonntag zu einem riesigen Camping-Areal. Sie kommen aus Dresden, Bremen, Hamburg und Berlin oder gar aus Spanien und Norwegen. „Wenn man sich überlegt, wie wir hier angefangen haben, ist das schon unglaublich“, sagt „Supremesurf“-Sprecher Norman Wewetzer. „Zur Premiere 2006 haben sich in einem kleinen Winkel neben dem Parkplatz gerade mal 30 Busse verirrt, die Bühne bestand aus Euro-Paletten.“

Heute ist das „Zuparken“-Festival fast schon eine Familienveranstaltung. „Nahezu alle Altersgruppen sind vertreten, Eltern bringen ihre Kinder mit – das Miteinander steht im Vordergrund“, so Wewetzer. Der Erfolg gibt den Machern recht: „Wir haben viele Wiederholungstäter“, sagt Hans Jensen. „Und auch, wenn es mittlerweile mehr als 1000 Menschen sind – irgendwie kennt jeder jeden. Der Kreis ist nur ein bisschen größer geworden.“

Die 1000 festen Tickets seien in etwa einer Stunde vergriffen gewesen, freut sich Wewetzer: „Die Leute haben sich die Veranstaltung eingeprägt – dabei sind vor allem die Plätze auf dem Parkplatz besonders beliebt.“ Dazu biete die „Ranch“ oberhalb des Strandparkplatzes bei Bastorf ein ruhiges Plätzchen für all diejenigen, die es nachts gern ruhiger angehen lassen wollen. Hier können die Besucher sowohl ihren Bulli abstellen als auch das Zelt aufschlagen.

Was Kägsdorf so einmalig macht: „Man kann mit seinem Bulli vier Tage direkt am Strand stehen, dazu kommen in der Regel gute Wetter-Bedingungen“, erklärt Norman Wewetzer. In der Regel: „Wir sind hier auch schon mal bei Starkregen fast abgesoffen“, sagt Hans Jensen und lacht. „Zwischen den Zelten hatte sich sogar ein kleiner Fluss gebildet – das haben die Leute aber mit Humor genommen.“

Neben individuellen Ausritten auf dem Wasser punktet das Festival mit gemeinsamen Workshops im Wind- und Kitesurfen, Wellenreiten sowie Stand Up Paddling. Darüber hinaus messen sich die Sportler in Surfcontests und haben die Möglichkeit, das neueste Material kostenlos zu testen.

Direkt am Strand steht eine mobile Halfpipe, Bands und DJs sorgen dazu für eine stimmungsvolle Untermalung. „Unser Spektrum ist groß“, sagt Hans Jensen stolz. Wie das musikalische Lineup genau aussehen wird – darüber schweigen sich die Veranstalter im Vorfeld schon traditionell aus: „Da setzen wir auf den Überraschungseffekt“, erklärt Norman Wewetzer. „Das ist doch am Schönsten.“

Was den Machern aber auch wichtig ist: „Wir feiern hier vier Tage inmitten norddeutscher Natur und unweit des Naturschutzgebiets Riedensee“, macht Wewetzer deutlich. „Aus diesem Grund liegt uns das Thema Nachhaltigkeit und Natur extrem am Herzen.“ Ziel sei es, Jahr für Jahr deutlich weniger Müll zu produzieren: „Wir wollen gemeinsam einen großen Nachhaltigkeitsschritt nach vorn machen – aus diesem Grund wird es an den Bars fetzige Mehrweg-Becher geben, und die Food-Stände werden nur Bambus-Besteck rausgeben.“

Auch die Festival-Besucher könnten ihren Anteil leisten, die Müllproduktion beim „Zuparken“ zu reduzieren, so Wewetzer: „Zum Beispiel beim gemeinsamen Sonntagsfrühstück – wir werden nur wenige ,Notfall’-Bambus-Gabeln und Teller zur Verfügung stellen und bitten unsere Gäste, ihr Camping-Geschirr selbst mitzubringen.“

Und: „Das ,Zuparken’-Festival ist offizielle No-Drohnen-Area“, stellt Norman Wewetzer klar. „Das Festival-Gelände befindet sich unmittelbar neben dem Naturschutzgebiet, in dem sich Vogelkolonien heimisch fühlen.“ Die Besucher sollten den Vögeln den Luftraum überlassen, damit Mensch und Tier eine entspannte Zeit haben können: „Wir wollen vier Tage lang nichts als Sonne am Himmel strahlen sehen und nachts unter den Sternen tanzen.“

Aus 30 mach 1000

30 Busse verirrten sich zur Premiere des „Zuparken“-Festivals im Jahr 2006 „in einem kleinen Winkel“ neben dem Kägsdorfer Strandparkplatz.

1000 Surf- und Musikfreunde tummeln sich hier in diesem Jahr an und in der Ostsee – und veranstalten gemeinsame Workshops im Wind- und Kitesurfen, Wellenreiten sowie Stand Up Paddling. Darüber hinaus gibt es Surfcontests und kostenlose Testmöglichkeiten des neuesten Materials.

4 Tage durchgehend mit ihrem VW-Bus an einem Veranstaltungsort stehen zu können – für die Teilnehmer auch ein Reiz der Kägsdorfer Location. 1Stunde hat es etwa gedauert – dann waren nach Angaben der Veranstalter sämtliche Vorverkaufstickets im Laden und Internet vergriffen.

125 Helfer kümmern sich um die Belange der Festival-Gäste, viele Enthusiasten nehmen dafür Urlaub – familiäre Atmosphäre inklusive.

Lennart Plottke

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