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Zwei neue Ehrenamtler für die Heimatstube

Börgerende Zwei neue Ehrenamtler für die Heimatstube

Gerda Bohnhoff und Renate Utecht richten das kleine Museum in Börgerende neu ein / Flohmarkt auf dem Museumshof soll Geld einbringen

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Gerda Bohnhoff (l.) und Renate Utecht arbeiten jede Woche in der Heimatstube und schaffen einen neuen Ausstellungsraum.

Quelle: Fotos: Renate Peter

Börgerende. Wie lebten die Menschen der Region um 1900? Die Heimatstube im Gebäude der Tourist-Information in Börgerende gibt darüber Auskunft. „Sie wurde mit viel Liebe hergerichtet und ist beliebtes Ausflugsziel“, sagt die Leiterin der Tourist-Information, Diana Schröder. Zurzeit stets donnerstags und manchmal auch an anderen Tagen geht es in der Heimatstube schweißtreibend zu: Die beiden neuen ehrenamtlichen Helferinnen Renate Utecht und Gerda Bohnhoff haben dann meist Farbkleckse im Gesicht und Arbeitskleidung an, denn es wird gemalert, gesichtet, abgestaubt. Die vielen Ideen in ihrem Kopf sind dabei, Formen anzunehmen, wie ein weiterer Exponaten-Raum und ein kombiniertes Archiv-/Arbeitszimmer. „Wir stellen außerdem eine kleine Wohnung aus der Zeit um 1900 nach", sagt Renate Utecht. Einige Ausstellungsstücke wie ein altes Kochbuch konnte sie aus dem Familien-Fundus ihres Mannes beisteuern. Gerda Bohnhoffs Einrichtungsbuch aus alter Zeit „gibt uns Anhaltspunkte für die Ausgestaltung“, sagt Renate Utecht. „Sofa und Stühle sponserte Familie Bergmann-Frenkel. Gardinen nähe ich noch.“ Auch Gerhard Wulf (91) nutzte die antike Sitzecke schon für Arbeitsgespräche, lässt sie wissen. Er war es, der das Museum aufbaute. „Ein toller Verdienst und sein Lebenswerk, das wir nun weiterführen.“ 1908 begann die Geschichte des Hauses, das bis 1971 eine Dorfschule blieb und danach Kindertagesstätte wurde. 1982 übertrug die Gemeinde dem ehemaligen Bürgermeister Gerhard Wulf die Aufgabe, darin ein Museum einzurichten. Er sammelte Gegenstände des täglichen Bedarfs, Arbeitsgeräte aus der Landwirtschaft und der Fischerei. Hinzu kamen Veröffentlichungen für die Ortschronik. 2009 eröffnete das Haus nach zwei Jahren Sanierung wieder mit neu gestaltetem Museum. Wulfs Arbeit führten ab da vor allem Gudrun Peters und einige Zeit auch Gerhard Richter weiter, bis sie aus persönlichen Gründen aufhörten. Sie restaurierten vieles und bauten den Hof mit landwirtschaftlichen Geräten auf. In den vergangenen drei Jahren fand sich niemand, der das Ehrenamt übernehmen wollte. „Frau Peters sprach mich damals an, aber erst jetzt finde ich die Zeit“, so die 55-jährige Renate Utecht, die in Wismar in einem Naturbaustoff-Markt arbeitet und handwerklich sehr geschickt ist. Sie opfert jeden ihrer freien Donnerstage und einige Feierabende – aus Leidenschaft zur Museumsarbeit. Die ehemalige Lehrerin Gerda Bohnhoff ist seit 1960 mit dem Ort verwachsen. Bis zur Wende war sie Direktorin der Rethwischer Schule und baute damals eine Turnhalle und den Sportplatz mit auf. „Es ist doch unsere Geschichte, die wir im Museum erhalten sollten“, sagt die 76-Jährige als Grund für ihr Engagement. Viele Einwohner fühlen sich mit der Heimatstube verbunden und steuern Ausstellungsstücke bei, die zum Teil noch aufbereitet werden. So fanden die beiden jetzt vor dem Eingang zwei landwirtschaftliche Arbeitsgeräte, die Einwohnerin Gisela Vick dem Museum vermacht und Landwirt Rainer Uplegger hilft gern, wenn es seine Zeit erlaubt. Schon jetzt gibt es so viel Neues zu entdecken, doch erst im Winter soll es eine kleine Wieder-Eröffnungsfeier geben. „Heimatstube ist für uns ein Begriff von Museum mit Ausstellungsstücken, die auf das Leben der Einwohner im Ort hinweisen“, schreibt Renate Utecht in der Dorfzeitung „Conventer Boten“ in ihrer Rubrik „Berichte übern Gartenzaun“. Am 17. September wird auf dem Museumshof von 10 bis 18 Uhr ein Flohmarkt veranstaltet. „So wollen wir Einnahmen für neue Exponate oder Arbeiten am Museum einbringen“, sagt Renate Utecht. „Es fallen keine Standgebühren an und jeder, der dabei sein möchte, kann mitmachen. Muss sich aber selbst um einen Stand kümmern“, betont sie. Die Anmeldung erfolgt über die Tourist-Information: ☎ 038 203/ 749 73

OZ-Bild

Gerda Bohnhoff und Renate Utecht richten das kleine Museum in Börgerende neu ein / Flohmarkt auf dem Museumshof soll Geld einbringen

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Es ist doch unsere Geschichte, die wir im Museum erhalten wollen.“Gerda Bohnhoff (76), ehemalige Schulleiterin und jetzt Ehrenamtlerin in der Heimatstube

Sabine Hügelland

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