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Region Rostock Kritzmower Feuerwehr schlägt Alarm
Region Rostock Kritzmower Feuerwehr schlägt Alarm
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16:01 14.01.2019
Alex Stuth und Olaf Behrens (r.) von der Freiwilligen Feuerwehr Kritzmow haben noch Platz für neue Mitglieder und deren Einsatzkleidung. Quelle: Claudia Labude-Gericke
Kritzmow

Wenn in der Gemeinde Kritzmow tagsüber die Sirene ertönt, hält sich der Ansturm auf das Gerätehaus in Grenzen. Das liegt aber nicht an mangelndem Einsatzwillen der Kameraden, sondern schlicht an deren Anzahl. „Wir sind aktuell 14 Aktive in Kritzmow. Selbst wenn wir die Kameraden aus Klein Schwaß dazu nehmen, mit denen wir die Gemeindewehr bilden, sind das weniger als ein Prozent der Bewohner, die sich engagieren“, sagt Wehrleiter Olaf Behrens. Im schlimmsten Fall würde deshalb tagsüber nur ein Fahrzeug von der Satower Straße zum Einsatzort aufbrechen.

Die geringe Personallage am Tag sei allerdings ein Problem, das viele freiwillige Feuerwehren haben. „So kommt es, dass bei manchem Einsatz zwar fünf Fahrzeuge vor Ort stehen, was beachtlich aussieht, aber dennoch nur zehn Mann da sind“, erklärt Alex Stuth, der selbst in der Kritzmower Wehr aktiv ist.

Öffentlichen Dienst in die Pflicht nehmen

Das wichtige Ehrenamt der Brandschützer ist zeitaufwendig. „Allein für die Mindestanforderung, die Truppmann-Ausbildung, ist man an sieben Wochenenden jeden Sonnabend acht Stunden beim Lehrgang“, so Behrens. Dazu folgen pro Jahr zwischen 25 und 30 Einsätze sowie die 14-tägigen jeweils zweistündigen Ausbildungen.

„Das Argument ,Keine Zeit’ kommt am häufigsten, wenn wir potenzielle neue Mitglieder ansprechen. Dabei stehen wir alle voll im Berufsleben, sogar in Schichten, und keiner wartet zu Hause darauf, dass die Sirene ertönt“, sagt Stuth. Positiver Effekt: Die Arbeit verringert sich für alle, sobald sich mehr Männer und Frauen, die mindestens 16 Jahre alt sein müssen, engagieren. Stuth würde es deshalb begrüßen, wenn das Land die Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes für das Ehrenamt mehr in die Pflicht nehmen würde – und nicht nur wie bisher die Kollegen des Bauhofes.

Sechs Veranstaltungen pro Jahr

Die Kritzmower Wehr hat jetzt Konsequenzen gezogen und das traditionelle Tannenbaumverbrennen abgesagt, das im Januar zum sechsten Mal stattfinden sollte und immer guten Zuspruch hatte. „Wir müssen Prioritäten setzen. Für solch eine Veranstaltung brauche ich mindestens sechs bis sieben Mann – sowohl für die Vorbereitung, als auch für die Durchführung und die Nacharbeit“, sagt der Wehrleiter.

In der Gemeinde sichert die freiwillige Feuerwehr neben ihrer Kernaufgabe sechs öffentliche Veranstaltungen jährlich ab – seien es die Läufe des Sportvereins und das Kritzmower Sommerfest, bei denen die Brandschützer die Gastronomie stellen oder eigene Termine wie das Osterfeuer und den Lampionumzug. „Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Feuerwehr ist sehr gut. Es wäre schade, wenn das alles wegfallen müsste“, sagt Alexander Stuth. Die Wehr würde sich deshalb nicht nur über aktive Kameraden freuen, sondern auch über Helfer, die bei Veranstaltungen den Grill- oder Getränkestand absichern und dafür weder zur Ausbildung noch in den Einsatz, sondern nur in den Förderverein eintreten müssten. Denn selbst der hat bisher mit sieben Mitgliedern nur die Zahl, die es mindestens braucht, um einen Verein überhaupt gründen zu dürfen.

„Wir müssen diese Angebote nicht machen, auch nicht, um damit Geld für die Wehr einzunehmen“, sagt Behrens. Vielmehr seien die traditionellen Feste dazu da, den Zusammenhalt in der Gemeinde zu fördern oder, für die vielen neuen Bewohner, um Kontakte zu knüpfen. Dennoch stehe und falle das Zusatz-Engagement mit der Personenzahl dahinter. „Ein Fest können wir absagen, einen Einsatz nicht. Und dafür brauchen wir all unsere Kraft“, sagt Stuth.

Claudia Labude-Gericke

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