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Güstrower gehen für bessere Integration auf die Straße

Güstrow Güstrower gehen für bessere Integration auf die Straße

Über 300 Menschen nahmen am Sonnabend an der landesweiten Aktion „Refugees welcome! Asylrecht ist Menschenrecht!“ teil. 160 Polizisten sichern den Zug ab.

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Hunderte Bürger gingen am Sonnabend auf die Straße, um für eine bessere Integration von Flüchtlingen zu demonstrieren.

Quelle: Mathias Otto

Güstrow. Genug von Vorurteilen, genug von Diskriminierung, genug von Fremdenhass: Die Organisatoren der landesweiten Demonstration „Refugees welcome! Asylrecht ist Menschenrecht!“ riefen am Sonnabend dazu auf, Kriegsflüchtlinge mit offenen Armen zu empfangen. Mit bunten Fahnen mit Aufschriften wie „bunt statt braun“ oder „Asylrecht ist Menschenrecht“ zeigten sie, dass Güstrow tolerant und vielfältig ist. Der Veranstaltung folgten laut Polizeiangaben über 300 Menschen.

Wie sehr sich die Flüchtlinge über fremde Hilfe freuen, sagte Raifa Al Masri am Mikrofon. „Ich möchte den Leuten in Deutschland danken, dass ich hier leben darf“, teilte die Frau aus Syrien mit. Sie sei über eine tödliche Route vor dem Krieg geflohen, um hier ein vernünftiges Leben zu führen.

Die friedliche Demonstration des Ratschlages der Bündnisse Mecklenburg-Vorpommerns — Initiativen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren — war gerichtet an die zunehmende Stimmungmache gegen die Unterkunft in der Südstadt. Angriffe wie kürzlich in Anklam, Schwerin oder Groß Lüsewitz soll es laut Bündnis nicht auch noch in Güstrow geben.

Vom Bahnhof aus führte am Sonnabend der Protestzug zu der neu eingerichteten Asylbewerberunterkunft der Stadt. Vertreter der demokratischen Parteien haben sich angeschlossen, ebenso Asylbewerber, Familien und junge Leute.

Darunter war auch der Güstrower Pastor Matthias Ortmann. „Mein Vater ist damals als Flüchtling nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen. Es steht dem Land gut, Flüchtlingen Obdach zu geben“, sagt er. Der Frührentner Franz Uhlig (51) schloss sich ebenfalls dem Demonstrationszug quer durch die Stadt an. „Die Leute, die hierherkommen, sind wie du und ich. Man darf nicht eine Rasse diskriminieren“, so der Güstrower.

Vor dem Asylbewerberheim in der Südstadt endete der Demonstrationszug. Den Leuten, die seit Anfang der Woche dort wohnen, wollen sie damit signalisieren, dass Güstrow gut vernetzt ist und unterstützen möchte. Es gebe ehrenamtlich organisierte Sprachkurse, Menschen, die Flüchtlinge bei Gängen zu Ämtern oder Behörden begleiten oder gemeinsam Freizeit verbringen. „Und es gibt viele Menschen, die der Propaganda der Nazis in ihrem praktischen Handeln etwas entgegensetzen“, sagt Imam Jonas Dogesch von der Migrantenorganisation Migranet MV.

Die Polizei reiste mit einem Großaufgebot nach Güstrow mit 160 Beamten. Denn zum selben Zeitpunkt, nur einige hundert Meter weiter, wurde zu einer Gegenveranstaltung, einem „Gemeinsamen Spaziergang durch Güstrow“ unter dem Motto „Ja zu Kriegsflüchtlingen, Nein zu Wirtschaftsflüchtlingen“ aufgerufen. 70 Gegner des Mottos „Refugees welcome!“ hatten sich auf dem Rostocker Platz versammelt. Diese Gruppe bewegte sich entgegengesetzt zur anderen Route durch den Stadtteil Dettmansdorf. „Hier erhoben drei Teilnehmer die Hand zum Hitlergruß, drei weitere verstießen gegen Versammlungsauflagen“, sagte Güstrows Polizeisprecher Gert Frahm am Abend. Gegen diese Personen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es blieb am Sonnabend bei diesen Vorkommnissen „Die Polizeiinspektion Güstrow kann ein insgesamt positives Fazit ziehen“, sagt Frahm.

30 Bewohner eingezogen
In Güstrow ist am Montag eine neue Asylbewerber-Unterkunft eröffnet worden.



Der Landkreis Rostock hatte das Gebäude an der Werner-Seelenbinder-Straße erst kürzlich von einer Genossenschaft gekauft. Eigentlich sollte der Wohnblock abgerissen werden. Nun wurden die ersten beiden Aufgänge des Hauses saniert — damit in einem ersten Schritt 30 Flüchtlinge dort eine sichere Bleibe finden konnten.



In den kommenden Wochen sollen 50 weitere Asylbewerber einziehen. Insgesamt können dort 170 Personen untergebracht werden.

 



Mathias Otto

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