Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Region Rostock Bluthochdruck: Lebensgefahr durch arterielle Hypertonie
Region Rostock Bluthochdruck: Lebensgefahr durch arterielle Hypertonie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:28 26.10.2018
Patient Richard Starbatty, der unter einem hypertensiven Lungenödem leidet, wird per Atemmaske mit Sauerstoff versorgt.  Auf dem Foto Dr. Alexander Riad (2.v.l.), der Arzt Mahmoud Alhalis und die Studentin Tabitha Vichel. Quelle: Werner Geske
Teterow

Richard Starbatty (33), von Beruf Koch, wird diesen Tag, der jetzt gut ein Jahr zurückliegt, nicht vergessen. „Damals war ich noch übergewichtig, hatte lange Zeit durch Schichtarbeit im Hotel einen verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus und bewegte mich viel zu wenig“, erzählt er. „All das trug dazu bei, dass ich, während ich am Herd stand, plötzlich unter Atemnot, Schwindel, Kopfschmerzen und Sehstörungen sowie letztlich unter panischer Todesangst litt.“

Glück im Unglück, dass er zu diesem Zeitpunkt seinen Arbeitsplatz im Teterower DRK-Krankenhaus gefunden hatte. So kam er sofort in den Schockraum, wo ihm umgehend eine luftdichte Maske aufgesetzt wurde, mit deren Hilfe er mit Überdruck beatmet wurde und zusätzlichen Sauerstoff erhielt. „Durch die Maske wird die Atembewegung aufrechterhalten und die Atmung unterstützt“, erklärt Dr. Alexander Riad, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II. „Schon nach relativ kurzer Zeit ging es mir besser“, sagt Starbatty.

hypertensives Lungenödem

Aus dem Schicksalsschlag zog der Teterower Konsequenzen. Heute lebe er bewusster und gesünder, betont er. Dr. Riad, Kardiologe und Notfallmediziner, erläutert, wie es zu solch einem Ereignis kommen kann: „Bei diesem Patienten handelte es sich um ein hypertensives Lungenödem. Es wurde hervorgerufen durch zu hohen Blutdruck mit Werten von 230 zu 120 mmHg, bei bereits bestehender Herzschwäche.“ Diese Vorerkrankung habe die Leistungsfähigkeit der linken Herzkammer herabgesetzt.

In der Folge könne diese das von der Lunge kommende sauerstoffreiche Blut nicht schnell genug in den Körper pumpen, erklärt der Mediziner. Das Blut staue sich in die Lungenvene zurück - der Druck auf die Blutgefäße steige. „Dadurch tritt Blutflüssigkeit aus den Gefäßen und wird in das Lungengewebe gepresst. Die Wände der Blutgefäße funktionieren dabei wie Filter und lassen nur die Flüssigkeit passieren. Die übrigen Blutbestandteile, wie rote Blutkörperchen oder andere Zellen, werden zurückgehalten.

Symptome: Kopfschmerzen, Sehstörungen und Atemnot

Die Flüssigkeit sammelt sich erst in den Zellzwischenräumen und kann dann bis in das Innere der Lungenbläschen vordringen. Diese funktionieren dadurch nur noch stark eingeschränkt. Den Betroffenen fällt es immer schwerer zu atmen, der Körper bekommt zu wenig Sauerstoff. Für den Patienten besteht akute Lebensgefahr!“, erklärt Riad das Phänomen. Der Chefarzt hat das Beispiel dieses Patienten angeführt, um zu belegen, „welche Bandbreite die Auswirkungen einer arteriellen Hypertonie, also des Bluthochdrucks, haben kann“.

Oftmals ahnen Patienten aber gar nicht, dass sie darunter leiden. Mancher komme in die Sprechstunde und klage über Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Atemnot, wisse aber nicht, dassseine oberen Blutdruckwerte zwischen 150 und 200 mm Hg liegen, erzählt Riad. „In einem solchen Fall ist schnelles Handeln angebracht, um die Werte zu normalisieren“, betont der Mediziner. Wer zu Hause feststelle, dass der Blutdruck dramatisch auf Werte über 200 mm Hg systolisch, also während der Herzauswurfphase, angestiegen sei, solle den Rettungsdienst anrufen.

Vor Saunabesuch Arzt konsultieren

Der Gang in die Sauna ist für viele gerade in der Winterzeit beliebt, um zu entspannen und zugleich den Kreislauf in Schwung zu bringen. Das gilt auch für viele Patienten mit Bluthochdruck. Damit sich Herzpatienten nicht gefährden, sollten sie nach einer diagnostizierten Herzerkrankung unbedingt mit ihrem Kardiologen besprechen, ob und bei welchen Temperaturen sie saunieren können. Egal wie kalt oder heiß es ist, der Mensch muss seine Körpertemperatur immer auf 37 Grad Celsius halten. Bei großer Hitze wärmt sich der Körper zu sehr auf, sodass die Wärme über die Haut und über vermehrtes Schwitzen wieder abgegeben werden muss. Je mehr Blut vom Herzen durch die Hautgefäße gepumpt wird, desto mehr Wärme kann der Körper abgeben. Ein krankes Herz kommt hier schneller an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit als ein gesundes. Bei einem Saunagang von 70 bis 80 Grad Celsius und einer Dauer von 15 bis 20 Minuten steigt laut Deutscher Herzstiftung die Temperatur auf der Haut um etwa zehn Grad und die Körperkerntemperatur um bis zu zwei Grad an. Dadurch steigt die gesamte Herzleistung um rund 80 Prozent. Für alle Herzpatienten sei deshalb die plötzliche Abkühlung mit der Schwalldusche und im kalten Becken nach der Sauna ein Tabu, so die Experten.

„Tabletten sind das eine. Eine gesunde Ernährung und viel Bewegung sind aber vielleicht noch wichtiger“

Dabei sei es egal, ob noch weitere Symptome festzustellen sind oder nicht. „Wie die arterielle Hypertonie letztlich behandelt wird, ist auf die Person bezogen“, sagt Dr. Riad. Auf jeden Fall setze sie eine gründliche Untersuchung voraus, um die Ursachen der Erkrankung zu ergründen. In manchen Fällen ist auch eine mehrtägige Beobachtung im Krankenhaus sinnvoll, bei der die von Hypertonie Betroffenen eine individuelle Therapie bekommen.

Dabei wird sowohl die Gabe von blutdrucksenkenden Medikamenten festgelegt, als auch auf eine Änderung des Lebensstils des Patienten Einfluss genommen. „Tabletten sind das eine. Eine gesunde Ernährung und viel Bewegung sind aber vielleicht noch wichtiger“, unterstreicht Riad. Wer übergewichtig sei, sich kaum vom Sofa erhebe, rauche und regelmäßig Alkohol trinke, gehe ein sehr hohes Risiko ein, dass sich der Blutdruck krankhaft verändere, sagt der Arzt.

Werner Geske

Der Rostocker Zoo hat einen neuen Bewohner: Eisbär-Dame Sizzel. Das junge Tier aus Rotterdam ist jetzt im Polarium zu Hause.

24.10.2018

Vertreter aus Politik und Wirtschaft legen den Grundstein für den Neubau des Biomedicums auf dem Campus Schillingallee. Zukünftig wird hier auf über 3000 Quadratmetern geforscht und gelehrt.

22.10.2018
Rostock Kröpeliner-Tor-Vorstadt - Arbeitseinsatz im Lindenpark

Zwei Mal im Jahr ruft der Rostocker Verschönerungsverein zur Putzaktion im Lindenpark auf. Das Amt für Stadtgrün könne die Pflege und den Erhalt des Parks allein nicht leisten.

21.10.2018