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104-Jährige liebt ihre „Therapeuten auf vier Pfoten“

Prerow 104-Jährige liebt ihre „Therapeuten auf vier Pfoten“

Ihren 104. Geburtstag feiert am Donnerstag Gertraud Jahn in Prerow. Sie lebt seit 1998 in Prerow in einem früher als Wochenenddomizil genutzten Haus. Zwei Rauhhaardackel sind ihr ein und alles.

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Gertraud Jahn aus Prerow feiert am Donnerstag, 23. März, den 104. Geburtstag.

Quelle: Timo Richter

Prerow. Die Erinnerungen an ihr Leben zaubern Gertraud Jahn in Prerow (Vorpommern-Rügen) ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht. Es gab Höhen, es gab Tiefen - aber zu ihrem 104. Geburtstag erinnert sie sich natürlich am liebsten an die schönen Dinge, die dieses lange Leben ihr beschert haben.Gertraud Jahn wurde in Magdeburg geboren, es war der 23. März 1913. Auf einen Vater musste sie schon als Kind verzichten, der fiel im Ersten Weltkrieg. Mit ihren Geschwistern zog Gertraud Jahn dann in den Südharz, verbrachte dort ihre Jugend, besuchte eine Schule für Erzieherinnen. „Da habe ich viel gelernt.“ Die Familie rückte zusammen.

Bereits mit 16 Jahren verließ sie das Elternhaus und wurde Sprechstundenhilfe bei einem praktischen Arzt. „Damals war alles ganz anders“, erinnert sie sich, „ich habe in der Arztfamilie gelebt.“

Und was musste sie nicht alles machen, heute würden Proben gleich in Labore geschickt, was früher in der Praxis gemacht worden sei.

Umzug nach Elmenhorst bei Grimmen

In der Arztpraxis lernte Gertraud Jahn ihren späteren Mann kennen. Der angehende Zahnarzt hatte dort eine Assistentenstelle übernommen. Das Paar kehrte 1937 dann dem Südharz den Rücken und fand in Elmenhorst zwischen Grimmen und Stralsund ein neues Zuhause. Da zogen bereits dunkle „Kriegswolken“ am Horizont auf. „Mein Mann wurde zu einer Übung eingezogen, dann kam der totale Krieg.“

Gertraud Jahn hatte Glück, ihr Mann kehrte aus der Kriegsgefangenschaft zurück. „Da fing das neu an“, sagt sie heute und strahlt. Das Haus in Elmenhorst füllte sich mit Verwandtschaft, zwei eigene Kinder waren damals auch schon da. „Da war richtig viel Leben im Haus.“ Und niemand musste Hunger leiden. „Auf dem Land gab’s mehr, als Städter hatten - diese schönen Erdbeeren“, lässt sich Gertraud Jahn diese noch in ihrer Erinnerung schmecken.

In Prerow hat das Paar 1960 ein Wochenendhaus gebaut. Eine Heizung gab es nicht, an fließend Wasser war nicht zu denken. Damals musste noch von Hand gepumpt werden, um an das kostbare Nass zu kommen.

Wochenendhaus in Prerow wird Lebensmittelpunkt

Nach dem Tod ihres Mannes wurde dieses Häuschen 1998 zum dauerhaften Wohnsitz der Jubilarin. Eine Heizung wurde eingebaut, die Wasserversorgung sichergestellt. „Es ist so schön hier“, sagt Gertraud Jahn, die das Entstehen vieler weiterer Ferien- und Wochenendhäuser miterlebt hat. „Gucken Sie sich dieses Haus an: klein und bescheiden. Was später entstanden ist, sind teilweise die reinsten Villen.“ Immer größer sind die Häuser im Verlauf der Jahre geworden, aber so viel Leben wie in dem kleinen alten, einstigen Wochenendhaus im Stückweg spielt sich in den neu errichten Häusern nicht ab.

Groß ist bei Gertraud Jahn die Liebe zur Natur und zu Tieren. Besonders ins Herz geschlossen hat sie Ina und Knirps, zwei Rauhaardackel. „Das sind meine Gesellschafter“, sagt sie. Doch allein ist die 104-Jährige nie. Ihre Kinder und deren Partner umsorgen sie, halten den großen Garten in Schuss. Die kleinen wieselflinken Hunde „tun meiner Seele gut“, sagt Gertraud Jahn. „Die sind immer da und hören zu. Die beiden sind meine Therapeuten auf vier Pfoten.“

Sobald es das Wetter zulässt, geht Gertraud Jahn in den Garten. Im Liegestuhl hält sie gerne ein Nickerchen. Von dort aus erfreut sie sich aber auch der Blütenpracht in dem großen Garten, die angesichts steigender Temperaturen aus der Erde sprießt.

Gefeiert wird heute nur im allerengsten Familienkreis. Und dann werden ganz sicher wieder viele Erinnerungen an ein sehr langes Leben wach.

Timo Richter

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