Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeschauer

Navigation:
Aderlass bei Universitäts-Medizin

Rostock Aderlass bei Universitäts-Medizin

Nach Professor Nienaber im vergangenen Jahr verlassen jetzt weitere Herzspezialisten Rostock

Rostock. Vor einem Jahr hat die Rostocker Universitätsmedizin einen international ausgewiesenen Herzspezialisten verloren. Professor Christoph A. Nienaber, Direktor der Abteilung für Kardiologie an der Universitätsmedizin, wechselte ans Royal Brompton Hospital in London. Jetzt hat ein zweiter Spitzenkardiologe das Klinikum verlassen: Professor Dietmar Bänsch (53) geht zum 1. Oktober ans KMG Klinikum Güstrow. Franz-Christian Meier, Sprecher der KMG Kliniken, bestätigte gestern den spektakulären Deal.

Bänsch leitete im Herzzentrum den Bereich Rhythmologie und klinische Elektrophysiologie und ist ein international anerkannter Fachmann für Herz-Rhythmus-Störungen. 2007 wurde Bänsch zum Professor für klinische Elektrophysiologie in Rostock berufen. Rund 1000 Patienten hat sein Bereich pro Jahr behandelt, 80 Prozent kamen aus Mecklenburg-Vorpommern. „Ich will dem Land und diesen Patienten erhalten bleiben“, nennt er einen Grund, warum er Angebote aus Hamburg oder der Berliner Charité ausgeschlagen und sich für Güstrow entschieden hat. Die KMG Kliniken seien ein guter Arbeitgeber, und bieten auch labortechnisch alles, was notwendig sei, so Bänsch.

„Professor Bänsch hat hier einen Super-Job gemacht, er reißt eine Lücke, zumal er auch zwei Fachärzte mitnimmt“, bedauert Professor Christian Schmidt, Ärztlicher Vorstand der Rostocker Universitätsmedizin, den Abschied des Spezialisten. Die Trennung sei einvernehmlich gewesen. „Wir wünschen ihm viel Glück“, so Schmidt. Der Verlust sei erstmal durch Interimslösungen kompensiert worden. „Wir holen neue und gut qualifizierte Leute und werden das Niveau in der Kardiologie halten können“, ist er überzeugt. Schmidt geht davon aus, dass es zum Jahresende auch eine neue Professur an der Kardiologie geben wird.

Der Weggang von Bänsch und zweier weiterer Herz-Ärzte hat zu einem Engpass bei der Behandlung von Patienten mit Herz-Rhythmus-Erkrankungen geführt. Dieser wird in Zusammenarbeit mit Berliner Einrichtungen ausgeglichen. Doch bald gibt es die Alternative im benachbarten Güstrow.

Der neue Chef der Kardiologie, der Nachfolger von Nienaber, Professor Hüseyin Ince, kommt aus Berlin. „Unter Ince ist die Kardiologie gestärkt worden“, sagt Professor Schmidt. Es gebe mehr Patienten und schwierige Operationen. Seit Juli 2015 leitet Professor Ince die Kardiologie. Für die Wiederöffnung von chronisch verschlossenen Herzkranzgefäßen über einen Katheter hat er auch Dr. Alper Öner aus Berlin mitgebracht, der stellvertretender Direktor geworden ist. Hüseyin Ince ist auch Chef des Berliner Vivantes Klinikum Am Urban. „Es sind strukturelle Probleme in der Rostocker Kardiologie“, erklärt Bänsch, warum er Angebote anderen Kliniken geprüft und dann das der KMG Kliniken angenommen habe. Die Familie und die Verbundenheit mit der Region, in der er fest verwurzelt sei, seien ein weiterer Grund gewesen, nach Güstrow zu gehen. Die Tür zur Rostocker Universitätsmedizin sei jedoch nicht zugeschlagen.

Thomas Sternberg

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Lausanne

Thomas Bach reagiert erzürnt auf die heftige Kritik von Diskus-Star Robert Harting. Der IOC-Präsident verteidigt vehement den Beschluss, Russland nicht komplett von den Rio-Spielen auszuschließen.

mehr
Mehr aus Ribnitz-Damgarten
Beilagen
Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Leserbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.