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Ärztenotstand in Ribnitz-Damgarten

Ribnitz-Damgarten Ärztenotstand in Ribnitz-Damgarten

Zwei Hausärzte sind ausgefallen. Hunderte Patienten finden keinen neuen.

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Die beiden ambulanten Hausärztinnen des Dialysezentrums in Ribnitz-Damgarten fallen vorerst aus. Ersatz ist nicht in Sicht.

Quelle: Robert Niemeyer

Ribnitz-Damgarten. Ärztemangel aufgrund von Mutterfreuden: Gleich zwei ambulante Hausärztinnen sind in Ribnitz-Damgarten (Vorpommern-Rügen) ausgefallen, weil sie in den Mutterschutzurlaub gegangen sind. Betroffen ist die Praxis im Dialysezentrum in der Sanitzer Straße. „Die Praxis ist einfach zu. Uns wurde gesagt, wir haben jetzt keinen Hausarzt mehr und müssten uns einen neuen suchen“, sagt Dorothea Jonuschat. Die 75-Jährige Ribnitzerin erfuhr per Anruf davon, dass fortan die Praxis im Südosten von Ribnitz nicht mehr besetzt ist. Andere der etwa 300 betroffenen Patienten seien gar nicht informiert worden.

 

Hilfe-Nummer

Die Kassenärztliche Vereinigung stellt eine Nummer zur Verfügung, unter der freie Ärzte in der Umgebung gefunden werden, um einen Termin zu bekommen. Die Nummer der sogenannten Terminvergabestelle ist montags bis donnerstags von 8 bis 12 Uhr erreichbar unter Telefon 0385/7431877.

Das Problem: Einen neuen Hausarzt zu finden ist offenbar gar nicht so einfach. „Versuchen Sie das mal in Ribnitz-Damgarten. Niemand nimmt neue Patienten an“, sagt Jonuschat. Eigentlich hatte sie in der Sanitzer Straße in wenigen Tagen einen Termin. Der scheint nun ersatzlos wegzufallen.

„Wir suchen schon länger nach einer Vertretung, aber wir finden niemanden“, sagt Dr. Wolfgang Ramlow, Vertreter der Geschäftsführung des Medizinischen Versorgungszentrums Nephrocare in der Rostocker Südstadt, Betreiber der Dialysezentrums in Ribnitz-Damgarten. In Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung seien viele Ärzte gefragt worden. Das Ergebnis war stets eine Absage.

Krisenmanagement

Der Ausfall der beiden Ärztinnen sei zwar vorhersehbar gewesen – eine der beiden ist bereits seit einiger Zeit im Mutterschutzurlaub – allerdings sollte die zweite Ärztin noch bis Dezember weiterarbeiten. Doch ihr wurde vor wenigen Tagen wegen der Schwangerschaft von ärztlicher Seite die Arbeit untersagt. Die Schließung kam somit früher als geplant.

Nun heißt es: Krisenmanagement. Die Schwestern vor Ort versuchen zu helfen, etwa wenn es um Überweisungen oder Rezepte geht. Die Fachärzte im Dialysezentrum könnten aber nur in Notfällen eine Versorgung vornehmen. „Wir arbeiten fieberhaft daran, einen Vertreter zu finden“, sagt Wolfgang Ramlow. Möglich sei auch, einen neuen Arzt, der dauerhaft in Ribnitz bleibt, einzustellen und die nun ausgeschiedene Ärztin mit ihrer Rückkehr in Rostock einzusetzen. Findet sich kein Ersatz, wäre die Praxis bis September 2018 unbesetzt.

Mitte Oktober seien zumindest die Ärzte in Ribnitz-Damgarten informiert worden, dass ab Dezember in der Sanitzer Straße keine hausärztliche Behandlung mehr erfolgen kann, in der Hoffnung, dass die anderen Mediziner die Patienten aufnehmen können.

An der Leistungsgrenze

Dabei tut sich offenbar ein grundsätzliches Problem auf. „Wir arbeiten schon länger an der Leistungsgrenze“, sagt Dr. Anne-Babett Wittek, Ärztin im Körkwitzer Weg. Viele ehemalige Patienten aus der Sanitzer Straße kamen in den vergangenen Tagen zu ihr. Notfallbehandlung, teilweise Rezepte und Überweisungen schreiben – mehr geht aber nicht. „Wir sind voll“, sagt Wittek. Es gebe sogar Wartelisten für Termine. Anderen Hausärzten gehe es ähnlich.

Zuletzt habe sich die Situation verschärft, nachdem die Kinderärztin Angela Pieplow in den Ruhestand gegangen war. Seitdem sind auch viele Kinder und Jugendliche bei Wittek in Behandlung. „Der Anteil an Kindern ist deutlich gestiegen.“ Doch auch schon vorher sei es schwierig gewesen, alle Patienten angemessen zu behandeln.

Robert Niemeyer

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