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Albino-Maulwurf wurde auf Eis gelegt

Brünkendorf/Neuheide Albino-Maulwurf wurde auf Eis gelegt

Der Brünkendorfer Peter Köhler machte den außergewöhnlichen Fund in seinem Garten/ Robby Krasselt aus Neuheide will das Tier präparieren

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Dieses Albino-Reh im Museum „Naturschatz-Kammer“ Neuheide ist ein besonderer Hingucker. Fotos (3): Edwin Sternkiker

Brünkendorf/Neuheide. „Was ist denn das?“ Peter Köhler aus dem Marlower Ortsteil Brünkendorf rieb sich die Augen, als er da ein plüschiges, gelblich-weißes Etwas in seinem Garten liegen sah. Schnell war klar, dass es sich um einen Albino-Maulwurf handelt. Und nicht weit weg entdeckte er einen weiteren toten Maulwurf, der allerdings lag da im gewohnten schwarzen Fell.

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Der Brünkendorfer Peter Köhler machte den außergewöhnlichen Fund in seinem Garten/ Robby Krasselt aus Neuheide will das Tier präparieren

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Als er den Fund seiner Frau Ilona zeigte, machte auch diese große Augen. Einen gelblich-weißen Maulwurf hatte sie auch noch nie gesehen. Sie konnte nicht anders als das kleine Tierchen in dem unwöhnlichen Outfit zu streicheln. „Das Fell war wunderbar weich und noch flauschiger als das Fell des schwarzen Maulwurfs.“

Wie die beiden „Untergrundarbeiter“ ums Leben gekommen waren, weiß das Brünkendorfer Ehepaar nicht ganz genau. Beim Albino-Maulwurf vermuten sie, dass ihn die Hühner erwischt haben könnten, als er an die Erdoberfläche gekommen war. Beim schwarzen Maulwurf hatte möglicherweise eine Katze die „Tatze“ im Spiel.

Mitunter kommen Maulwürfe auch während eines Revierkampfes ums Leben. Solche Kämpfe auf Leben und Tod werden sowohl unter als auch über Tage ausgetragen. Was auch immer die Todesursache bei den Brünkendorfer Maulwürfen war, für Ilona Köhler stand die Frage: Wohin denn nun mit dem Albino-Fund? Die Brünkendorferin steckte das Tierchen erst einmal in eine Plastiktüte und legte es ins Tiefkühlfach. „Vielleicht hat ja ein Tierpräparator Interesse“, so Ilona Köhler. OZ fragte bei Robby Krasselt in Neuheide nach. Er würde diesen Maulwurf sehr gern präparieren, sagte er. „Ich arbeite mittlerweile fast 30 Jahre in diesem Beruf. Albino-Maulwürfe habe ich allerdings erst dreimal in die Hände bekommen. Ich wäre dem Ehepaar sehr dankbar, wenn sie mir den Maulwurf überlassen würden.“

Tiere mit dieser außergewöhnlichen Farbpigmentstörung haben es dem Gründer des Museums „Natur-Schatzkammer“ im Ribnitz-Damgartener Ortsteil Neuheide übrigens besonders angetan. So steht ein Albino-Reh in einer der Vitrinen des Privatmuseums, das 250 Arten Pilze, Schmetterlinge und Käfer, Fossilien, Mineralien aus der ganzen Welt, Perlen, Bernstein, 60000 Exemplare von Muscheln und Schneckengehäusen sowie Vögel und Säugetiere beherbergt. „Auf 30 Millionen Rehe kommt gerade einmal ein Albino-Reh“, sagt Krasselt. Zu seiner Sammlung gehören auch ein Albino-Nerz und ein Albino-Eichhörnchen. Letzteres stamme aus einer privaten Zucht und sei bereits als Jungtier gestorben, so Krasselt.

Albinos in der Tierwelt seien zwar selten, aber solche Farbabweichungen gebe es immer wieder mal, erläutert Dr. Andreas Osterland von der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Vorpommern-Rügen.

Albino-Maulwürfe seien aber noch einmal ein Fall für sich, da sie nun mal vorrangig im Untergrund unterwegs seien. „Einen solchen zu entdecken, dazu gehört schon Glück.“ Ob schwarz oder weiß:

Maulwürfe stehen unter besonderem Schutz, fügt Osterland hinzu.

Im zweiten Lebensjahr geschlechtsreif

Maulwürfe leben zumeist als Einzelgänger, Paarungszeit ist im Frühjahr. Nach rund vier Wochen Tragzeit bringen die Weibchen ihre Jungen zur Welt. Die Neugeborenen sind zunächst unbehaart und hilflos, wachsen aber schnell. Nach rund 21 Tagen öffnen sich ihre Augen, nach drei bis acht Wochen werden sie entwöhnt. Die Geschlechtsreife tritt im zweiten Lebenshalbjahr ein, so dass sie sich im Jahr nach der Geburt erstmals fortpflanzen.

Die Lebenserwartung ist relativ gering und dürfte bei den wenigsten Tieren drei bis sechs Jahre übersteigen.

Edwin Sternkiker

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