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Altenwillershagen: Waldstück mit Asbest verseucht

Altenwillershagen Altenwillershagen: Waldstück mit Asbest verseucht

Über drei Tonnen des krebserregenden Stoffes wurden illegal vergraben

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Mitunter sind es komplette Asbestplatten, die von Umweltfrevlern illegal entsorgt werden. In Altenwillershagen gab es jüngst einen ähnlichen Fall. FOTO: OZ

Altenwillershagen. . Umweltskandal in Altenwillershagen: Wie eine Zeugin (Name liegt der Redaktion vor) in einer Mail an die OZ berichtet, sind in einem kleinen Waldstück in der Nähe des Dorfes auf einer Länge von 100 Metern illegal Asbestplatten vergraben worden. Asbest gilt als stark krebserregend. An der Aktion sollen drei Männer beteiligt gewesen sein. Die Frau hatte das Ordnungsamt Ribnitz-Damgarten, die Polizei sowie das Umweltamt der Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen informiert. Obwohl die Asbestplatten bereits im Sommer illegal entsorgt worden seien, würden sie immer noch an der Stelle vergraben liegen, berichtet die Augenzeugin weiter. Sie befürchtet, dass das Ganze im Sande verlaufe und wandte sich nun an die OSTSEE-ZEITUNG.

OZ-Bild

Über drei Tonnen des krebserregenden Stoffes wurden illegal vergraben

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Seit 1993 Verbot

Asbest ist aufgrund

seiner nachweislich kanzerogenen Wirkung als besonders gefährlicher, krebserzeugender Stoff eingeordnet. Gewinnung, Aufarbeitung, Wiederverarbeitung und Wiederverwendung von asbesthaltigen Produkten und Abfällen ist seit 1993 grundsätzlich verboten.

In der Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen kennt man das Problem. Auf OZ-Anfrage erklärte der Sprecher Olaf Manzke, dass die Verdachtsfläche in Altenwillershagen durch einen Asbest-Sachverständigen untersucht worden sei. Das Ergebnis: Auf dem Grundstück wurde „eine Asbestzementmenge von signifikant über drei Tonnen und weitere durch Asbestzementbruch verursachte Verunreinigungen festgestellt“.

Das Fachgebiet Umweltschutz des Landkreises Vorpommern-Rügen habe Maßnahmen zur Entsorgung der asbesthaltigen Abfälle angeordnet, informierte Olaf Manzke weiter. Soll heißen: Der Verursacher wurde aufgefordert, für eine fachgerechte Beseitigung des gefährlichen Sondermülls zu sorgen. Allerdings hat dieser dagegen Rechtsmittel eingelegt.

Manzke: „Das verwaltungsrechtliche Verfahren dauert noch an. Deshalb liegen die Asbestplatten noch immer in der Erde. So lange das der Fall ist, darf das betroffene Gebiet nicht betreten werden.“

Wie die Pressestelle der Polizeiinspektion Stralsund auf Anfrage der OZ mitteilte, seien die polizeilichen Ermittlungen bereits im September abgeschlossen und der Vorgang der Staatsanwalt zur Entscheidung übergeben worden.

Die illegale Asbestentsorgung in Altenwillershagen ist ein Fall von vielen, mit denen es die Mitarbeiter vom Fachgebiet Umweltschutz der Kreisverwaltung in diesem Jahr zu tun hatten. Bisher wurden in Vorpommern-Rügen bereits 30 Fälle bearbeitet.

„Und das sind nur die Fälle, die dem Fachgebiet Umweltschutz bekannt wurden. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen“, macht Manzke deutlich. Das reicht vom Abkippen an Straßen und auf Feldern und Wiesen sowie dem Vergraben in Waldwegen bis hin zum unsachgemäßen Umgang mit asbesthaltigen Abfällen. Dazu gehört unter anderem das Zerkleinern von Asbestzementprodukten vor der Entsorgung in sogenannte Big-Bags und die Wiederverwendung von abgenommenen beziehungsweise ausgebauten Asbestzementprodukten, zum Beispiel als Zaunelement, Beetbegrenzung, Außenwandverkleidung oder Dacheindeckung.

Abschließend macht die Kreisverwaltung darauf aufmerksam: Beim Umgang mit asbesthaltigen Produkten und Abfällen werden an Gewerbetreibende besonders hohe Anforderungen gestellt. Sie müssen hierfür nicht nur die Vorschriften kennen, sondern auch über die nötige Zulassung bzw. Zertifizierung verfügen. Aber auch Privatpersonen hätten sich an den Stand der Technik zu halten, um Dritte sowie die Umwelt nicht zu gefährden. Asbesthaltige Abfälle sind seit 1. Januar 2016 „ausschließlich der Abfallwirtschaft des Landkreises Vorpommern-Rügen bzw. den vom Landkreis beauftragten Dritten anzudienen“.

Edwin Sternkiker

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