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Ärger um Asbestberge in Barth

Barth Ärger um Asbestberge in Barth

Entsorgung des kontaminierten Bauschutts würde 600000 Euro kosten

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Unter der Folie liegt kontaminierter Bauschutt.

Quelle: Susanne Retzlaff

Barth. Einmal mehr ärgerten sich die Mitglieder des städtischen Bauausschusses über kostspielige „Kollateralschäden“ im Umfeld der Arbeiten am neuen Discounter in der Barther Chausseestraße. Dem musste eine alte Halle der Pommerschen Eisengießerei weichen. Bei den Abrissarbeiten kam es zu Problemen, nach Anzeige und Kontrollen schloss das zuständige Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGuS) die Baustelle. Die Reste des Abrisses sind auf das Grundstück eines im Ausland weilenden Nachbarn geraten. Schlimmer aber ist, dass mit dem asbesthaltigen Material nicht fachgerecht umgegangen wurde. Nun warten – bis auf weiteres – Berge mit kontaminiertem Bauschutt unter Folie auf ihre ordnungsgemäße Beseitigung. Eine Gefahr gehe nicht von ihnen aus.

Nach heutiger Rechtslage konnte das nicht verhindert werden.“Dr. Bernd Liebelt, Fachgebietsleiter Umweltschutz des Landkreises

Doch Entsorgungskosten in Höhe von 600000 Euro stehen im Raum, die ein Grundstückserwerber übernehmen müsste. Der Landkreis würde dann die Beseitigung verfügen und die Kosten als Grundschuld eintragen lassen. Erste Investoren sollen bereits Abstand genommen haben. Am Ende könnte also doch der Steuerzahler auf den Kosten sitzen bleiben, denn ewig sollten die Schuttberge dort nicht liegen lieben.

„Nach heutiger Rechtslage konnte das nicht verhindert werden, und so etwas kann morgen wieder passieren", erklärte Dr. Bernd Liebelt, Fachgebietsleiter Umweltschutz des Landkreises, „ein Dilemma mit dem Bürokratieabbau. Wie viele Abbrüche war dieser Abriss baugenehmigungsfrei. Man geht davon aus, dass der Bürger kundig ist und alles richtig macht. Wenn es dann schief geht, kann die Behörde nur zu spät kommen.“

Der Ausschuss hatte ihn eingeladen, um sich über den korrekten Umgang mit Asbest zu informieren. Allerdings obliege es dem Auftraggeber zu ermitteln, was er für Abfälle beseitigen will. Denn egal ob privater Gartenschuppen oder Fabrikgebäude, ob Kommune oder Unternehmer, Arbeiten mit Asbest müssen in jedem Fall vorab gemeldet werden. Das übernimmt normalerweise ein fachkundiges Entsorgungsunternehmen, das LaGuS kontrolliert. Die Verwaltung jedenfalls habe keine Fehler gemacht, so der Ausschussvorsitzende Ernst Branse und die Stadt Barth mache es beim Abriss der Gewächshäuser besser. Liebelt rät bei entsprechendem Auftragsvolumen zu einem professionellem Entsorgungskonzept. Fachbetriebe seien versichert, ansonsten läuft der Auftraggeber Gefahr, in Haftung genommen zu werden. Der Nachweis der Fachkunde könne zur Bedingung gemacht werden. In Ausschreibungen allerdings laufe man Gefahr, dann wegen Diskriminierung von anderen Unternehmen verklagt zu werden, so die Erfahrungen im Bauausschuss. Im Fall „Chausseestraße“ ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft.

Susanne Retzlaff

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