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Ansturm auf Möbellager und Kleiderkammer

Barth Ansturm auf Möbellager und Kleiderkammer

Die Kleiderkammer des Nachbarschaftstreffs in Barth sei fast leer. So beschrieben es die ehrenamtlichen Helferinnen am Dienstagabend während des Runden Tisches „Asyl“.

Barth. Die Kleiderkammer des Nachbarschaftstreffs in Barth sei fast leer. So beschrieben es die ehrenamtlichen Helferinnen am Dienstagabend während des Runden Tisches „Asyl“. Dass die Flüchtlinge nun die Jugendherbergen verlassen mussten, sei deutlich zu spüren gewesen. Viele von ihnen sind keine Asylbewerber mehr, sondern Flüchtlinge mit Aufenthaltstitel. Das bedeutet: Die anerkannten Flüchtlinge gelten wie Sozialhilfeempfänger und müssen sich selber um Wohnraum kümmern.

Viele der Flüchtlinge hätten sich nach dem Auszug aus den Herbergen allein gelassen gefühlt, wurde am Runden Tisch bemängelt. Die Kritik richtete sich besonders an hauptamtliche Integrationshelfer.

„Auf der Suche nach Wohnraumausstattung hatten wir eine sehr hohe Nachfrage nach Besteck, Töpfen, Pfannen, Kopfkissen und Bezügen“, berichtete Nachbarschaftstreff-Initiatorin Karoline Preisler. All dies werde nun wieder benötigt, um das Lager aufzufüllen. Die letzten Tage seien für die Ehrenamtler ein Kraftakt gewesen.

Auch das vor Kurzem eröffnete Möbellager des Vereins „Willkommen in Barth“ hatte einen Ansturm zu verzeichnen. Weil die Abholung zuletzt mit Wartezeiten von bis zu drei Wochen verbunden gewesen sein soll, hätte mancher seine Möbel dem Nachbarschaftstreff vor die Tür gestellt, sagte Preisler. „Wir bringen sie zwar auch an den Mann oder an die Frau, aber verweisen jeden an das Möbellager des Willkommensvereins“, erklärte sie. Wartezeiten zur Abholung angebotener Möbel seien nicht der Normalfall und durch die viele Arbeit der Ehrenamtler bedingt gewesen, hieß es aus dem Verein.

Karoline Preisler plädierte für eine gute Zusammenarbeit. „Es würde der Sache nicht dienen, wenn jeder, Nachbarschaftstreff und Willkommensverein, sein eigenes Ding machen würde“, sagte sie angesichts einiger Unstimmigkeiten über ihrer Meinung nach nicht eingehaltener Zusagen.

Die Flüchtlinge aus den Jugendherbergen sind über den gesamten Landkreis aufgeteilt worden. Sie waren den Winter über in den Herbergen Barth, Born-Ibenhorst, Prora und Sellin auf Rügen untergebracht.

Dazu, wie viele Flüchtlinge mit Aufenthaltstitel in den letzten Tagen nach Barth gezogen sind, konnten zunächst keine Angaben gemacht werden.

„Inzwischen erhalten immer mehr Asylbewerber schneller einen Aufenthaltstitel“, erklärte gestern Olaf Manzke, Sprecher der Kreisverwaltung. Die Bearbeitungszeit hätte sich verkürzt. Von den 4000 Asylbewerbern, die der Landkreis seit 2015 aufgenommen habe, seien mittlerweile ein Drittel anerkannte Flüchtlinge.

Karoline Preisler verwies darauf, dass die ersten Flüchtlinge jetzt ihre ersehnten Zertifikate für die erfolgreiche Teilnahme am Deutschkurs des Nachbarschaftstreffs erhalten hätten. Wer im Sommer 2015 mit seinem kostenlosen Deutschkurs begann, hätte nun von den Lehrkräften seine Bescheinigung erhalten. „Für manche Teilnehmer ohne Schulerfahrung in der Heimat war es das erste Zeugnis des Lebens. Daher war die Übergabe für alle Beteiligten ein emotionaler Augenblick“, sagte Preisler. Sie freut sich mit den Flüchtlingen und Lehrkräften. „Wir vermitteln ja nicht nur erste Grundlagen der deutschen Sprache. Bei uns geht es um die Regeln des Miteinanders, um Landeskunde und handwerkliche Fähigkeiten.“ Der große Unterstützerkreis wolle Bedürftige aus ihrer Passivität holen und ein Sprungbrett für aktive, selbstbewusste Menschen sein.

Einer der ehrenamtlichen Lehrer ist Waldemar Mohr. Der frühere Gymnasiallehrer findet: „Bildung ist ein Geschenk — für uns alle.“

Am 8. März begeht der Nachbarschaftstreff den Internationalen Frauentag. In Barth feiern die Frauen den Wunsch nach Gleichberechtigung und Gleichbehandlung zusammen mit ihren Männern.

OZ

Von Detlef Lübcke

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