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Arabisch für Anfänger

Barth Arabisch für Anfänger

Im Barther Nachbarschaftstreff findet der erste Kurs in der Vinetastadt statt

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Wer wissen möchte, was Karoline Preisler an die Tafel schrieb, sollte zum Arabischkurs in den Nachbarschaftstreff kommen.

Quelle: Carolin Riemer

Barth. Es ist der erste Arabischkurs, der in der Vinetastadt angeboten wird. Was zunächst befremdlich klingt, soll in Barth jedoch zu einem weiteren Schritt in Richtung Integration führen. Azéz Wardeh (30), Rechtsanwalt aus Damaskus in Syrien, bietet den Sprachkurs in einem Raum des Nachbarschaftstreffs an. Und das, sobald sich Teilnehmer finden. Karoline Preisler, Initiatorin des Projekts, ist gespannt. „Es geht nicht darum, dass wir danach perfekt Arabisch sprechen können, sondern es sollte als Eisbrecher verstanden werden“, erklärt die Anwältin aus Barth.

Ganz nach dem Motto: Schaut, ich spreche genauso falsch Arabisch wie ihr Deutsch und probiere es trotzdem. Preisler ist davon überzeugt, dass die Asylsuchenden auf diese Weise besser und schneller Deutsch lernen. Sie selbst lernt die Sprache seit Januar und ist fasziniert. Sie erfuhr, dass das arabische Alphabet aus 28 Buchstaben besteht, jeder Buchstabe allerdings drei verschiedene Schreibweisen besitzt. „Je nachdem ob er am Anfang, in der Mitte oder am Ende eines Wortes steht.“ Gelesen wird in Arabien übrigens von rechts nach links.

Dass es sich nicht um einen falschen Schritt in Richtung Integration handelt, kann Karoline Preisler aus Erfahrung beweisen. „Seitdem ich unsere Schüler aus Syrien in ihrer Muttersprache begrüßen kann, lernen sie lieber Deutsch.“ Unverzichtbar, denn die meisten von ihnen bekommen in Deutschland schneller ihren sogenannten „Status“ und damit auch eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung. Für Frauen gibt es im Nachbarschaftstreff einen besonderen Deutschkurs. „Deutsch und Nähen“ nennt er sich. Karoline Preisler hat beobachtet, dass Frauen aus Syrien sich wenig zutrauen und schüchtern sind. Beim gemeinsamen Handarbeiten jedoch bricht der Bann und die neue Sprache wird nebenbei gelernt.

Etwa 200 Schüler lernen im Nachbarschaftstreff fünf Mal pro Woche Deutsch. Und nicht nur das: Preisler vermittelt auch Grundsätze der deutschen Kultur. „Die Frau wird vor dem Mann begrüßt, Lächeln bedeutet nicht Flirten, sondern ist höflich — ebenso wie ein Handschlag.“

Karoline Preisler, die den Nachbarschaftstreff vor drei Jahren gründete, sprüht vor Engagement und neuen Ideen. Ab dem 6. Mai beantwortet beispielsweise Sozialpädagogin Agnes Kreiflod Fragen rund um die Themen Verhütung und Hygiene. Die Fragestunde findet künftig an jedem ersten Freitag des Monats statt. Deutsche, Syrer, Afrikaner und Iraner sind willkommen. „Wir sind hier farbenblind und absolut unpolitisch. Niemand muss beispielsweise seine Bedürftigkeit nachweisen, wenn er sich in unserer Kleiderkammer bedient.“ 1000 Stücke geben die Ehrenamtlichen pro Woche heraus.

Ein Konzept, das den Nerv getroffen hat — international. Im Sommer reist eine kanadische Filmemacherin an und möchte einen Film über den Barther Nachbarschaftstreff drehen.

Wer finanziert den Treff?

Gerüchten zufolge bekommt der Barther Nachbarschaftstreff Förderungen in Millionenhöhe. Das stimmt nicht. Der Freundeskreis, zu dem etwa 40 Aktive gehören, lebt einzig und allein von Sachspenden. Etliche Barther Firmen unterstützen das Projekt genauso, wie die Kirche in Zingst, das Erzbistum und die Geschwister-Scholl-Schule in Offenbach. Die Lehrer und Sozialpädagogen bieten ihre Kurse kostenlos an.

Von Carolin Riemer

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