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Auf diesem Ferienhof sind bald auch Wildtiere willkommen

Bresewitz Auf diesem Ferienhof sind bald auch Wildtiere willkommen

Pensionswirtin Ute Siegert will in Bresewitz eine Pflegestelle einrichten / Dadurch soll in Not geratenen Tieren schnell geholfen werden können

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Ute Siegert mit ihrer Hündin Cacy. Die Pensionswirtin aus Bresewitz liebt Tiere und setzt sich für sie ein. Jetzt will sie auf ihrem Grundstück eine Wildtierauffangstation einrichten.

Quelle: Detlef Lübcke

Bresewitz. Auf Ute Siegerts Ferienhof sind nicht nur Menschen willkommen. Auch Gäste mit Hunden werden in der kleinen Pension im Kranichdorf Bresewitz bei Barth gern aufgenommen. In Zukunft möchte Ute Siegert hier noch mehr Tierarten ein vorübergehendes Zuhause bieten. Wildtieren. Das können Igel sein, Hasen, Rehe, auch Eichhörnchen oder Schwäne. Die Pensionswirtin will auf ihrem Grundstück eine Auffangstation für Wildtiere und Wildvögel einrichten. Verletzte, hilflose und verwaiste Tiere will Ute Siegert hier wieder aufpäppeln.

Zu meinem Entschluss

hat ein sehr schlimmes Erlebnis beigetragen.“ Ute Siegert, Bresewitz

„Zu meinem Entschluss hat ein sehr schlimmes Erlebnis beigetragen“, erklärt Ute Siegert. An einer viel befahrenen Straße in Barth hätte sie eine verletzte Raubmöwe entdeckt. Die Möwe konnte nicht mehr fliegen. „Vermutlich ist sie angefahren worden“, erzählt Ute Siegert. Die Bresewitzerin wollte gemeinsam mit ihrer Bekannten Isabell Grube der Möwe helfen, rief zunächst im Amt Barth an. Das hätte sich nicht zuständig gefühlt. Daraufhin versuchte sie bei etlichen anderen Stellen Hilfe zu organisieren. Ute Siegert wandte sich an das Veterinäramt, die Polizei, einen Tierarzt und einen Tierschutzverein. „Wir haben ewig herumtelefoniert, einige haben sich zwar mitgekümmert, aber es verging sehr viel Zeit“, erinnert sich Ute Siegert. Letztlich hätte es vier Stunden gedauert, bis Hilfe kam. Der Stralsunder Zoo hätte sich der Möwe angenommen. Letztlich erlag der Vogel Tage später seinen schweren Verletzungen.

Vielleicht hätte er noch leben können, wenn ihm früher hätte geholfen werden können. „Und die Möwe hätte sich dann auch nicht so lange quälen müssen“, sagt Ute Siegert. „Viele Menschen wissen einfach auch nicht, an wen man sich in so einer Situation wenden kann“, ergänzt sie.

Ute Siegert hörte vom Aufbau eines weit verzweigten Hilfsnetzes in Mecklenburg- Vorpommern, damit in Not geratenen Wildtieren schnell geholfen werden kann. Deshalb will die Pensionswirtin auf ihrem Hof nun eine Auffangstation und Pflegestelle für Wildtiere einrichten. „Hier in unserer Region gibt es so etwas noch nicht, das würde im Falle des Falles weite Wege ersparen“, sagt die Bresewitzerin.

Sie hofft, dass sich noch einige Nachahmerinnen und Nachahmer finden. Denn: „Je mehr Pflegestellen es gibt, desto besser ist das Netzwerk verzweigt.“

Ute Siegert hat schon öfter verletzte oder verwaiste Wildtiere aufgenommen und gepflegt – ob Spatz, Schwalbenjunge, Katze oder Mauersegler. Die Bresewitzerin liebt Tiere. „Ich bin in einer Bauernwirtschaft groß geworden und schon von klein auf an mit Tieren verbunden“, erklärt sie.

Ute Siegert hat mehrere Hunde. Sie stammen aus dem Tierheim Schlaage und aus Osteuropa. „Herrenlosen Hunden droht in Osteuropa die Tötung“, sagt Ute Siegert.

Kontakt: Ute Siegert, Heckenweg 2, Bresewitz, ☎ 038231/82051

Bislang gibt es nur wenige Auffangstationen

Zoos und Tiergärten in Mecklenburg-Vorpommern lehnen in der Regel die Aufnahme von hilfsbedürftigen Wildtieren ab. Tierheime haben mit den zahlreichen herrenlosen Haustieren alle Hände voll zu tun – für die Versorgung von Wildtieren bleibt da keine Zeit. Von offizieller Seite bekommen Menschen, die ein verwaistes Jungtier gefunden haben, häufig nur die Auskunft: „Lassen Sie es da liegen, wo Sie es gefunden. So ist eben die Natur“.

Die Wildtierhilfe Mecklenburg-Vorpommern möchte ein Netzwerk von Pflegestellen für verwaiste Wildtiere errichten. Durch Verkehrsunfälle, jagdlichen Abschuss, auch durch falsch verstandene Tierliebe werden jedes Jahr unzählige Wildtierkinder zu Waisen. Die wenigen Wildtierauffangstationen die es bislang gibt, geraten schnell an ihre Grenzen und können längst nicht alle Pflegefälle aufnehmen. Die Wildtierhilfe sucht für diese Aufgabe verantwortungsbewusste Tierfreunde, die sich auf eine bis zwei Tierarten spezialisieren möchten. Die nötige Sachkunde vermittelt die Wildtierhilfe.

Dank der Helfer in den Pflegestellen haben viele Tiere wieder eine zweite Chance erhalten. Die Bandbreite zieht sich durch die gesamte heimische Fauna. Bei Interesse können Sie sich unter ☎ 0176/51275890 melden. Ansprechpartnerin ist Heidi French.

Detlef Lübcke

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