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Barth erinnert an Filmdreh zu „Pole Poppenspäler“

Barth Barth erinnert an Filmdreh zu „Pole Poppenspäler“

Theodor Storms Novelle ist vor 64 Jahren verfilmt worden – unter anderem in der Boddenstadt / Komparsen schildern Erlebnisse

Barth. Alte Zeiten werden wieder lebendig: Vor 64 Jahren hat die Defa Theodor Storms Novelle „Pole Poppenspäler“ verfilmt – unter anderem in Barth. Und viele Barther haben damals als Komparsen mitgewirkt. An diesem Sonnabend erinnert das Barther Vineta-Museum an die Dreharbeiten.

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Theodor Storms Novelle ist vor 64 Jahren verfilmt worden – unter anderem in der Boddenstadt / Komparsen schildern Erlebnisse

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„Im Douzette-Kabinett unseres Museums werden wir eine Großleinwand aufbauen und darauf mit einem Beamer den alten Film projizieren“, erklärt Museumsleiter Dr. Gerd Albrecht.

Erlebnisse für Nachwelt bewahren

Ganz besonders würde sich Albrecht freuen, wenn er viele alte Barther, die in dem Film mitgespielt haben, begrüßen könnte. Die ehemaligen Komparsen könnten dem Museumsleiter einen weiteren Gefallen erweisen: Wer Lust habe, dürfe ihm gern schon in den Tagen vor der Filmaufführung die Erlebnisse aus dem Sommer 1953 schildern. Dadurch sollen diese Erlebnisse für die Nachwelt bewahrt werden.

Termine können, auch kurzfristig, unter ☎ 038231/81771 vereinbart werden. Das Museum belohne das Entgegenkommen mit einer kleinen Überraschung. Was er seinen Besuchern schenken werde, wollte Gerd Albrecht aber nicht verraten – damit es eine Überraschung bleibe.

Karl-Heinz Dievenkorn aus Wieck auf dem Darß hat die Dreharbeiten damals miterlebt. Er hat für den Sonnabendnachmittag bereits zugesagt. Der Wiecker und andere Mutige werden eine kleine Einführung in die von ihnen erlebte Situation während des Filmdrehs in Barth geben.

Der Film wird ab 15 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen sein. Er zeigt die liebenswerte Boddenstadt mit Ansichten vom Markt, den alten Gassen, dem Hafen und dem Adligen Fräuleinstift, Letzteres noch mit seinen alten Obstbäumen.

Kinder und die Kleindarsteller von damals haben im Anschluss die Möglichkeit, ihre Puppenspieler-Talente, so wie die Hauptfigur im Film, unter Beweis zu stellen. „Mit ausgewählten Marionetten dürfen sie den Besuchern vorspielen“, macht Gerd Albrecht neugierig.

Davon gibt es im Vineta-Museum zurzeit rund 200 vorwiegend böhmische Sammlerstücke (1850 bis 1950) zu sehen. Die historischen Puppen sowie Originalbühnen und Requisiten werden bis Ende April von Anita und Hartmut Naefe präsentiert. Das bayerische Ehepaar hat bereits rund 1000 Marionetten gesammelt. Auf Flohmärkten, in Antiquitätenläden, bei Händlern in Deutschland und Tschechien ersteht das Paar seit knapp 20 Jahren Marionetten, Bühnen, Kulissenteile und Requisiten.

Vor allem böhmische Marionetten liegen Anita und Hartmut Naefe am Herzen. „Von Bayern bis Böhmen ist es ja nicht weit“, sagt Hartmut Naefe und lacht. Aber nein, das sei nicht der Hauptgrund. „Das Puppenspiel hat dort eine große Tradition, wir möchten gern ein Stück böhmische Geschichte konservieren“, erklärt Hartmut Naefe. Das wandernde Puppentheater reicht in Böhmen bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zurück.

Die Sammelleidenschaft ging von Anita Naefe aus. Längst hat sie auch ihren Mann damit angesteckt. Anfangs sei er davon wenig begeistert gewesen. „Ich hatte eine kleine Bühne gekauft, und sie meinem Mann zum Geburtstag geschenkt“, erinnert sich Anita Naefe. Doch die Bühne wäre zunächst im Keller gelandet. Irgendwann hätte er sie doch aufgebaut und Figuren hineingestellt, blickt Naefe zurück. „So ging es los.“

Museum erfüllt Filmwunsch

Den Anstoß zur Marionetten- Ausstellung und zur Aufführung des Films „Pole Poppenspäler“ im Museum gaben die Barther selbst. Schon seit Langem hätten ihm alte Barther erzählt, dass sie als Komparsen bei den Dreharbeiten dabei waren und den Film gern im Museum sehen würden, berichtet Gerd Albrecht. So sei er darauf gekommen.

„Einen so großen Zulauf hatten wir mit einer Winterausstellung schon lange nicht mehr“, sagt Albrecht und freut sich darüber. „Die Ausstellung läuft viel besser, als wir es uns erhofft hatten.“ Neben vielen Einwohnern hätten auch Kindergärten und rund zehn Schulklassen des Barther Landes die Ausstellung bereits besucht. Die faszinierenden Seiten des Puppenspiels können sie am Sonnabend noch einmal aus ganz anderer Sicht erleben. Der Förderverein des Museums sorgt für kleine Erfrischungen.

Detlef Lübcke

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