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Barther Gymnasiasten erinnern an Auschwitz

Barth Barther Gymnasiasten erinnern an Auschwitz

Nach ihrer Exkursion in das Todeslager geben die Jugendlichen ihre Eindrücke nun in einer Ausstellung wider / Seit gestern Abend sind die zwölf Schautafeln zu sehen

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Barther Zwölftklässler mit ihrem Lehrer Oliver Bredow (3.v.l.) gestern vor einigen ihrer zwölf Schautafeln. In ihrer Ausstellung präsentieren die Gymnasiasten, was sie im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz erlebt, erforscht und erfragt haben.

Quelle: Detlef Lübcke

Barth. Sie waren an der Stätte des Grauens und geben ihre Eindrücke nun in Barth wider: Gestern Abend ist am Gymnasialen Schulzentrum eine von Schülern erarbeitete Ausstellung über das Konzentrationslager Auschwitz eröffnet worden. 26 der jetzigen Zwölftklässler hatten das ehemalige Vernichtungslager zum Ende des vergangenen Schuljahres besucht. Für Aufsehen sorgte damals ihr Arbeitseinsatz zur Pflege der Gedenkstätte. Mit dem Einsatz wollten sie den in Auschwitz ermordeten Menschen Achtung und Respekt zollen (die OZ berichtete).

Uns war schon vorher klar: Das werden Erlebnisse und Erinnerungen für die Ewigkeit.“Sören Knöchner (18)

Wir wollen mit unserer Ausstellung weitergeben, was wir zusammen erlebt haben.“ Dequan Stepper (18)

Mitschüler, Eltern und Lehrer sahen sich gestern Abend die zwölf großen Schautafeln an. Auf ihnen präsentieren die Gymnasiasten, was sie im ehemaligen Konzentrationslager erlebt, erforscht und erfragt haben.

Oliver Bredow zeigte einen zehnminütigen Film über die Exkursion. „Er ist gerade erst am Mittwoch fertig geworden“, sagte der Geschichts- und Sozialkundelehrer. Der Film blieb unkommentiert. Darauf sei bewusst verzichtet worden, so Bredow. Dafür ist der Film mit Musik und Untertiteln versehen worden. Nach der Ausstellung soll er am Gymnasialen Schulzentrum archiviert werden. Oliver Bredow und die Barther Pastorin Annemargret Pilgrim hatten die Jugendlichen im Sommer 2015 auf der viertägigen Exkursion begleitet. Auch aus Tagebuch-Aufzeichnungen konnten sich die Besucher gestern Abend ein Bild von den Erlebnissen der Schüler in Auschwitz machen.

Gleich nach den Sommerferien hatten die Gymnasiasten damit begonnen, die Ausstellung zu erarbeiten. Auch die Aufsteller für die Schautafeln haben sie selber gebaut.

„Wir wollten nicht einfach nur in Auschwitz gewesen sein. Wir haben es im Interesse der gesamten Klassenstufe für wichtig empfunden, diese Ausstellung zu erarbeiten, damit wir weitergeben können, was wir zusammen erlebt haben“, erklärte Dequan Stepper (18), einer der Exkursionsteilnehmer. „Es war uns wichtig, dass wir nicht darauf stehen bleiben, dass wir aus daraus lernen. Es ist ja auch interessant für die Leute, die sich die Tafeln anschauen. Deswegen ist das auch ‘ne ganz gute Sache mit der Ausstellung“, fügte der Gymnasiast hinzu.

Martin Schächinger (18) berichtete, dass sich die Exkursionsteilnehmer für ihre Nachforschungen und Recherchen in Gruppen aufgeteilt hätten. „Wir haben eine Tafel über Häftlinge angefertigt. Wir hatten uns damit beschäftigt, wie es ihnen ergangen ist“, erzählte der Schüler. Während der Exkursion hätten die Jugendlichen in einer Begegnungsstätte übernachtet. „Da gab es ein kleines Archiv, in dem wir uns informiert haben“, berichtete Martin Schächinger und ergänzte: „Wir haben dort viel über die Überlebenden erfahren. Das war schon hochinteressant und auch teilweise bewegend“.

Seit einer Woche sind alle Exponate fertig. Victoria Krüger (18) sagte: „Es war beeindruckend, als wir die Ausstellung in echt gesehen haben. Vorher kannten wir ja nur die Ausdrucke.“ Jede Tafel sei sehr gut geworden. „Ich finde, dass wir dem Betrachter damit auch gut was weitergeben können. Das war ja unser Ziel, dass wir unsere Eindrücke von Auschwitz weitervermitteln, weil es viele Leute gibt, die nicht die Möglichkeit haben, dorthin zu fahren“, sagte der Schülerin.

Sören Knöchner (18) war schon vor der Exkursion nach Auschwitz bewusst: „Das werden Erlebnisse und Erinnerungen für die Ewigkeit, weil man sieht dort ja etwas sehr Eindrucksvolles, wenn auch nichts Schönes“.

In erster Linie ist es eine Ausstellung von Schülern für Schüler. Die Ausstellung im Schulgebäude soll aber auch Lehrer und Eltern informieren. Und sie ist für jeden weiteren Interessenten öffentlich zu den Schulzeiten zugänglich.

Zunächst bleibt sie am Gymnasialteil des Gymnasialen Schulzentrums. Anschließend soll die Ausstellung auch am Regionalschulteil im Stadtteil Barth-Süd gezeigt werden. Einen genauen Zeitplan gibt es noch nicht.

Oliver Bredow könnte sich vorstellen, dass sie auch im Barther Rathaus und in der Marienkirche präsentiert wird. „Als wir vor sechs Jahren schon einmal eine Ausstellung über eine Exkursion nach Auschwitz erarbeitet hatten, wurde sie dort auch vorgestellt, sogar im Schweriner Landtag“, sagte er.

Finanziert wurde die Ausstellung über Sponsoren, den Schulförderverein, die Bethe-Stiftung und das Landes-Kultusministerium. Stiftung und Ministerium hatten 2015 auch die Exkursion gefördert.

Von Detlef Lübcke

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