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Barther Speicher wird 120 Jahre alt

Barth Barther Speicher wird 120 Jahre alt

Mitglieder und Freunde des Heimatvereins machen sich mit dem Haus und seiner Geschichte vertraut

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Der Speicher am Barther Osthafen auf einer alten Ansichtskarte. In dem Gebäude links ist heute ein Hotel eingerichtet.

Quelle: Archiv Mario Galepp

Barth. Er gehört zu Barth fast wie die Marienkirche oder das Dammtor: Seit über einem Jahrhundert prägt der Speicher am Osthafen das Stadtbild mit, seit 18 Jahren als Hotel. 2017 wird das Gebäude 120 Jahre alt. Die Mitglieder und Freunde des Barther Heimatvereins lernten aus diesem Anlass das Haus nun bei einer Führung kennen und machten sich mit dessen Geschichte vertraut.

Aus

der Heimat-

geschichte

Hotelleiterin Heike Sommer begrüßte sie mit einem hausgemachten Sanddornschnaps. „Allein schon durch seine Architektur und Lage ist der Speicher ein Anziehungspunkt für Gäste aus nah und fern“, findet Vereinsvorsitzender Mario Galepp. 2015 wurde der Speicher durch die Sendung „Mein himmlisches Hotel“ auf dem Privatsender Vox bundesweit bekannt. „Wir konnten uns davon überzeugen, warum das Hotel bei ’Mein himmlisches Hotel’ gewonnen hat“, so Galepp weiter. Die Mitglieder und Freunde des Heimatvereins bedankten sich mit vier historischen Bildern vom Speicher für den Nachmittag.

Mario Galepp hatte sich schon vorher tiefgründig mit der Historie des Hauses beschäftigt. Mehrere Fotos in seinem Privatarchiv dokumentieren die Entwicklung. 1897 erstmalig erwähnt, diente der Speicher bis 1993 zur Lagerung von Getreide. Er war Teil der Barther Aktien-Dampfmühle und Getreidevermahlung. Der landwirtschaftliche Reichtum des Küstenlandes und Ausbau des Hafens waren die Gründe, dass am Ende des letzten Jahrhunderts mehrere Speichergebäude unmittelbar am Hafen errichtet wurden. Von diesen Speichern ist der zum Hotel umgebaute der bedeutendste. Aber er ist nicht der erste und älteste. Zusammen mit dem Speicher und der Ladebrücke stellt das Gebäude ein Ensemble aus Lagerhäusern dar, das zu den größten baulichen Strukturen der Stadt gehört.

Bevor an eine Sanierung gedacht wurde, stand das Gebäude mehr als fünf Jahre leer. 1993 wurde der Speicherbetrieb endgültig eingestellt. Trotz vieler Umbauten blieb die äußerliche Großform fast unversehrt. Funktional war das rechteckige Gebäude zweigeteilt – in Lager und Schütte. Im nördlichen Gebäudeteil lagerten Maschinen, Geräte und Säcke. Das Getreide wurde in 21 rund zwölf Meter hohen, schachtartigen Behältern mit einer Grundfläche von drei mal vier Metern gespeichert. Ihr trichterförmiger unterer Abschluss endete über dem Erdgeschoss.

Wo früher die Abfüllung für den Weitertransport erfolgte, kann man sich heute direkt unter den Abfüllrohren bewirten lassen. Jedoch fließt aus ihnen nichts anderes als Licht auf den Teller. Nach dem Kauf des Speichers durch die Speicher Barth GbR wurde 1995 mit dem Bauen begonnen. Die ursprüngliche Absicht, Luxuswohnungen zu errichten, wurde in einer zweiten Planungsstufe zugunsten eines Hotels mit Restaurant, Festsaal, Weinkeller, Seminarraum und Sauna aufgegeben. Die Planung des Architekturbüros Prof. Giencke & Company aus dem österreichischen Graz respektierte die vorhandene Substanz.

Der Abbruch beschränkte sich auf die Entfernung der im Laufe der Jahre errichteten Einbauten, auf die schadhafte Dachlaterne mit zwei Wasserbehältern und den Ausbau der maschinellen Einrichtung wie Elevatoren, Sackrutschen und Transmissionen. Mit Ausnahme von größeren Beschädigungen in den obersten Silobereichen war das Holz gut erhalten. Durch das Getreidekorn wurden die Oberflächen der sägerauhen Bretter geglättet. Sie wirkten konserviert und wurden weitestgehend so belassen. Die Zimmer und Suiten mit einer Wohnnutzfläche zwischen 20 und 140 Quadratmetern wurden in die Silokonstruktion eingebaut.

Der Hotelbereich ist nach Eröffnung des Restaurants im Juli 1997 seit Anfang 1998 für die Gäste zugänglich. Durch den behutsamen Umbau und mit Liebe zum Detail ist es gelungen, die Ursprünglichkeit des Gebäudes zu erhalten und Antiquarisches mit Modernem in Einklang zu bringen. Der ursprüngliche Speicher-Charakter ist von den Architekten und Bauherren weitestgehend erhalten worden. Jedes Zimmer gibt ein kleines Stück Geschichte wider – sei es durch die alten Schüttenwände, Verankerungen im Mauerwerk oder voluminösen Schrauben.

Detlef Lübcke

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