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Barther zeigen Bilder von Alexander Neroslow

Barth/Prerow Barther zeigen Bilder von Alexander Neroslow

„Als Benno noch den Zander fing.“ Dieser Titel für die Fotoausstellung im Darß-Musum Prerow macht neugierig. Denn: Wer ist Benno?

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Leberecht und Arntraut Kalhorn mit ihrem Buch zur Fotografie „Müggenberg in Wieck“ von Alexander Neroslow.

Quelle: Elke Erdmann

Barth/Prerow. „Als Benno noch den Zander fing.“ Dieser Titel für die Fotoausstellung im Darß-Musum Prerow macht neugierig. Denn: Wer ist Benno? Es geht um die Zeit, als der alte Fischer Benno Kraeft auf dem Bodden noch den Zander fing. Arntraut und Leberecht Kalhorn aus Barth präsentieren im Kaminzimmer des Darß-Museums seit dieser Woche Fotografien aus den 1950er Jahren des Malers Alexander Neroslow (1891-1971).

OZ-Bild

„Als Benno noch den Zander fing.“ Dieser Titel für die Fotoausstellung im Darß-Musum Prerow macht neugierig. Denn: Wer ist Benno?

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Der Titel der Ausstellung umfasst die Breite des hier zu Sehenden und richtet die Erwartung auf die Vergangenheit.“ Leberecht Kalhorn

Mit Bedacht wählten sie den Titel. „Er umfasst die Breite des hier zu Sehenden und richtet die Erwartung auf die Vergangenheit“, sagt Leberecht Kalhorn. Benno Kraeft ist nur auf einem Buchtitel zu sehen, er war aber als Fischer „eine Institution“, die noch jeder ältere Wiecker kannte. Der ehemalige Schuldirektor Leberecht Kalhorn ist Großneffe von Valeska Lenz, die Alexander Neroslow ein verlässliches Quartier in ihrem Haus im Quergang 4 in Wieck bot. Er hatte 1953 ein Ferienzimmer bei ihr erhalten und sich in sie verliebt. Damals war er 62 Jahre alt, Valeska jung und schön.

Insgesamt zeigen zwölf Schwarz-Weiß-Aufnahmen und farbige Fotos auf Alu-Dibond kaschiert, idyllische Landschaften und lassen erahnen, wie einfach, aber auch beschwerlich das dörfliche Leben seinerzeit war.

„Ja, so sah alles einmal aus, richtig dörflich mit den Sandwegen“, sagt Museumsleiterin Antje Hückstädt, die von Kindesbeinen an auf dem Darß lebt. Zu drei Fotos gibt es ein farbschönes Pendant im originalen Pastell: „Winter im Cavelhorst“, „Trommelplatz“ und „Müggenberg“ mit A-Mast für die elektrischen Leitungen.

Aus der rückseitigen Tür des Sommerquartiers bot sich Neroslow ein unverstellter Blick zum Bodden, der ihm oft Motiv für seine Malerei und Fotografie war. Im Juni 1953 war Neroslow zum ersten Mal in Wieck. Leberecht Kalhorn kann sich noch gut an den „kleinen kultivierten Mann“, wie er ihn einmal charakterisierte, erinnern. „Ich hatte bis dahin noch nie einen echten Russen gesehen. Er sprach fast akzentfrei Hochdeutsch.

Als Kalhorns Tante 1999 verstarb, übernahm der Großneffe viele Dinge von ihr, darunter Briefe, Bilder, Dokumente und anderes Material zu und über Neroslow. Das Ehepaar Kalhorn pflegt seit Jahren das Andenken an den russischen Maler, stellte bereits im Barther Vinetamuseum aus und lädt regelmäßig zu Filmabenden ein.

Alexander Neroslow wurde am 10. September 1891 in St. Petersburg geboren. Der Vater war begüterter Reeder, die Mutter Arzttochter.

Im Oktober 1911 reiste Alexander nach Dresden und ließ sich als Student der Architektur an der Technischen Hochschule einschreiben. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde er interniert.

Neroslow, inzwischen Kunstmaler, erhielt wie viele andere Staatenlose einen „Nansenausweis“, der es ihm untersagte, sich politisch zu betätigen. Doch er ignorierte dieses Verbot. Mit seiner ersten Frau Gertrud wurde er wegen Hochverrats angeklagt und am 1. Mai 1942 im sächsischen Zuchthaus Waldheim inhaftiert.

Die Ausstellung soll zudem dazu anregen, das von der Lehrerin Arntraut Kalhorn verfasste Kunstbuch über „Alexander Neroslow, Ein Maler im Deutschland des 20. Jahrhunderts“ zu lesen. Reich bebildert und mit Originaldokumenten versehen, ist darin Geschichte aufgearbeitet.

Ausstellung: „Als Benno noch den Zander fing“, bis zum 1. Mai im Darß-Museum Prerow, Waldstraße 48. Öffnungszeiten: März: Freitag bis Sonntag, 13 bis 17 Uhr, April: Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr.

Von Elke Erdmann

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