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Bodstedt: Musiker unter Beschuss

Bodstedt Bodstedt: Musiker unter Beschuss

Grundstücksstreit, Anzeigen, mutmaßliche Beißattacken: Mittendrin das Duo Liaisong

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Dunja Averdung und Jörg Nassler: Das Musiker-Duo steht in Bodstedt unter Beschuss.

Quelle: Foto: Robert Niemeyer

Bodstedt. . Das Duo Liaisong ist in Bodstedt ziemlich in die Kritik geraten. Nachdem die beiden Musiker Dunja Averdung und Jörg Nassler öffentlich beklagt hatten, sich in dem Boddendorf nicht willkommen zu fühlen, haben sich mehrere Einheimische gegen die Vorwürfe der beiden gewehrt. Dabei geht es offenbar viel weniger darum, dass die Musik der beiden unerwünscht sei.

Vielmehr streiten sich offenbar einige Einwohner mit dem Duo um ein kleines Grundstück.

Vor etwa anderthalb Wochen hatten sich Averdung und Nassler öffentlich geäußert, dass einige Einwohner Stimmung gegen sie machen würden. Anzeigen wegen Lärmbelästigung und wilden Parkens bei Hauskonzerten, Kündigung der Zusammenarbeit mit dem Wirt der Hafengaststätte, Streuung von Gerüchten: Die Bodstedter wollen keine Kultur, meinte das Duo (die OZ berichtete).

Laut Dunja Averdung und Jörg Nassler sei es vor allem Udo Klein, der im Dorf Stimmung gegen die beiden macht. Der Gemeindearbeiter der Gemeinde Fuhlendorf wohnt nur ein paar Meter entfernt vom Haus der Musiker und ist offenbar eine zentrale Figur in der Geschichte. Dass er den Leumund des Duos beschädigen soll, streitet er jedoch ab. Die angesprochenen Anzeigen habe er nicht gestellt, sondern ein Bekannter – in Absprache mit Klein. Die Unterschriftenliste gegen das Duo habe er zwar initiiert. Aber: „Ich habe mich nur gewehrt“, sagt Udo Klein.

Hintergrund ist ein Streit um einen Weg, der über das Grundstück des Duos führt. Wobei Klein nicht wirklich glauben mag, dass ihnen das Grundstück wirklich gehört. „Seit der Schwedenzeit wurde der Weg genutzt. Die haben den einfach dicht gemacht.“ Dieser Weg führt zu einem Grundstück, das Udo Klein gehört. Laut Averdung und Nassler wollte er dort bauen, der Weg sollte ein Durchfahrtsweg werden. Klein bestreitet dies, wolle einfach nur sein Grundstück pflegen. Eine Bestätigung, dass Averdung und Nassler das Grundstück wirklich gekauft haben, habe er noch nicht gesehen.

Und so entsponn sich in den vergangenen Jahren ein Dauerstreit, der teilweise haarsträubende Züge angenommen haben soll. „Frau Averdung ist eine Gefahr für die Allgemeinheit“, behauptet Udo Klein.

Verschiedentlich berichten Nachbarn, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, davon, dass es zu derben verbalen Auseinandersetzungen gekommen sei. Michael Tetz, dessen Schwiegervater ein weiteres Grundstück an dem Weg gehört, soll von Dunja Averdung sogar gebissen worden sein. „Ich bin bei zwei Ärzten gewesen. Die haben festgestellt, dass ich gebissen wurde“, sagt der Bodstedter. Er erstattete Anzeige. Das Verfahren sei laut Tetz wegen Geringfügigkeit abgewiesen worden. Er klagt nun auf Schmerzensgeld. „Die beiden haben sich noch nie Freunde gemacht.“

Dunja Averdung streitet die Vorwürfe ab. Sie sei angerempelt worden, hätte Tetz zufällig gekratzt, als sie sich festhalten wollte, um nicht umzufallen. Ein Video, dass Jörg Nassler aufgenommen hat, könne das belegen. Außerdem gehöre ihnen das Grundstück, gerichtlich beschlossen.

Ein weiterer Beteiligter ist Ferdinand Flemming, Chef der Gaststätte im Bodstedter Hafen, in der die Musiker regelmäßig auftraten, zuletzt 2014. Die Zusammenarbeit wurde vonseiten Flemmings aufgekündigt. „Weil ich einfach nicht mehr möchte“, sagt der Gastwirt. Grund sei jedoch schon das Theater um das Grundstück. „Es ist ein Unfrieden im Dorf entstanden“, sagt Flemming, der befürchtet habe, dass die Einheimischen nicht mehr in seine Gaststätte kommen würden, wenn er weiterhin mit dem Duo zusammenarbeitet.

Letztlich ist das Duo nun mit seiner Veranstaltung Kunst & Küche, die vormals in Bodstedt stattfand, nach Born umgezogen. Öffentliche Konzerte dürfen Dunja Averdung und Jörg Nassler auf ihrem Grundstück nicht mehr veranstalten. Udo Klein und Michael Tetz kommen nicht mehr über den Weg an ihre Grundstücke. Der Weg zu einem vernünftigen Miteinander scheint verbaut.

Robert Niemeyer

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