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„Die Barther machen doch alle Theater“

Barth „Die Barther machen doch alle Theater“

Jörn Zacharias ist Theaterpädagoge der Boddenbühne / Vor allem junge Zuschauer will der 45-Jährige gewinnen

Barth. hat Jörn Zacharias aus den „Socken gehauen“. „Weil es eine Stadt ist, die nach Theater verrückt ist. Hier spielte doch fast jeder schon einmal selbst eine Rolle auf der Bühne“, erklärt der 45-Jährige. Und das ist ein Zustand, den man sich als neuer Theaterpädagoge der Vorpommerschen Landesbühne kaum besser wünschen kann. „Profis und Laien, die gemeinsam auf der Bühne stehen, längere Probezeiten – das gefällt mir ausgezeichnet.“

Seit einem Monat arbeitet Zacharias nun in dem Boddenstädtchen. Noch sind seine Umzugskartons nicht ausgepackt. Er wohnt in einem Zimmer im Bibelzentrum bis er seine neue Wohnung bezieht. Sein Aufgabe als Theaterpädagoge: junge und jugendliche Zuschauer gewinnen. Er organisiert Workshops, unterrichtet an Schulen das Darstellende Spiel und sucht Stücke aus, die die Landesbühne in Barth, Anklam und Zinnowitz unbedingt aufführen sollte, weil sie das junge Publikum ansprechen. „Ich behalte sozusagen den Markt im Auge.“

Bislang gibt er vier Kurse. Am Barther Gymnasium, der Regionalen Schule und in der Förderschule tritt er vier Mal pro Woche vor die Schüler. Dann wird geschauspielert. Mit der Zeit sollen es immer mehr Schulen werden, wünscht Zacharias sich. Auch im Küstenvorland zwischen Grimmen und Marlow möchte er die Jugend an das Theater heranführen. Ganz egal, ob sie sich lieber in die Reihen der Zuschauer einfügen, oder sich selbst auf der Bühne ausprobieren wollen. An die Kleinsten wird er sich wenden, wenn er in Kindergärten Programme organisiert. Schulen und Vereine unterstützt er bei der Organisation von Theaterfahrten. Es ist ein vielseitiger Job, den Zacharias sich ausgesucht hat. Er hält auch Vorträge wenn es gewünscht wird, spricht vor Gruppen und Klassen über Stücke und leitet Führungen vor und hinter den Kulissen.

Dass er der erste Theaterpädagoge in Barth ist, hat er dem früheren Bildungsminister und amtierenden Fraktionsvorsitzenden Mathias Brodkorb (SPD) zu verdanken. „Er hat sich dafür eingesetzt, dass das Darstellende Spiel wieder fest an Schulen etabliert wird. Und ich zeige den jungen Leuten, dass das Schauspiel harte Arbeit und keine Spielerei ist, die am Ende vom Publikum beklatscht wird.“

Erfahrung hat Jörn Zacharias, der in Ludwigslust geboren ist, in Rostock und Berlin gesammelt. Er studierte an der Hochschule für Musik und Theater der Hansestadt das Instrument Waldhorn, arbeitete im Zirkus Fantasia und im Berliner Tränenpalast. Sein größtes Publikum – stolze 1,5 Millionen – erreichte er, als mit einer Gruppe am Karneval der Kulturen in der Hauptstadt teilnahm. Fünf Meter große Figuren baute er für den Umzug. Nun hat er sich auf das Maskenspiel und den Maskenbau spezialisiert. Sein liebstes Theaterstück? „Ich mag es absurd. ,Warten auf Godot’ find’ ich klasse.“

Zurzeit sammelt er viele Ideen. So könnte er sich vorstellen, eine „Sandmann-Nacht“ im Theater zu organisieren. Dann können Schüler eine ganze Nacht im Theater verbringen, sich Geschichten erzählen lassen und am Bühnenrand in die Welt der Träume gleiten. Auch er sammelte bereits in der Kindheit erste Erfahrungen mit dem Theater. In Ludwigslust stand er mit dem „Liedtheater live“ auf der Bühne, spielte Sketche und studierte kurze Programme ein.

Carolin Riemer

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