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„Die Nominierung ist ein großer Erfolg“

Kultur „Die Nominierung ist ein großer Erfolg“

Am 16. März gibt Europa Nostra die Liste der sieben meist gefährdeten Baudenkmäler Europas bekannt. Zuvor haben jetzt zwei Vertreter des Verbundes das nominierte Schloss Divitz besucht. Die OZ sprach mit ihnen.

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Schloss Divitz: Europa Nostra hat es bereits auf die Liste der 14 meist bedrohten Kulturgüter Europas gesetzt. Am 16. März gibt der Denkmalschutzverbund bekannt, welche Projekte für die Liste der sieben meist gefährdeten Denkmäler ausgewählt wurden.

Quelle: Fotos: Detlef Lübcke

Sie haben sich die Wasserburg Divitz angeschaut, wissen nun durch eigene Eindrücke, wie sehr das Schloss vom Zerfall bedroht ist. Werden Sie das Baudenkmal jetzt dem Vorstand von Europa Nostra für die Liste vorschlagen?

Piet Jaspaert: Wer auf die Liste der sieben meist gefährdeten Baudenkmäler Europas kommt, können wir nicht beeinflussen. Diese Entscheidung wird am 16. März eine vielschichtige Jury aus kompetenten Fachleuten treffen.

Was meinen Sie, wird das Wasserschloss Divitz dabei sein? Immerhin steht es in einer Reihe mit Orten wie dem Brüsseler Justizpalast oder der Lagune von Venedig . . .

Jaspaert: Ich will der Juryentscheidung nicht vorgreifen. Der Förderverein des Wasserschlosses Divitz hat eigentlich jetzt schon etwas ganz Wunderbares erreicht. Europa Nostra hat das Divitzer Wasserschloss im Dezember auf seine Liste der 14 meist gefährdeten Baudenkmäler Europas gesetzt. Auch das ist schon etwas Besonderes. Wir hatten in diesem Jahr über 30 Bewerbungen. Nein, eigentlich haben nicht wir das gemacht, dass Divitz auf der Shortlist steht — die Leute hier haben das mit ihrem Engagement bewirkt. Wir sind nur ein System, eine Organisation. Wir hoffen, dass die Nominierung den Startschuss geben kann, um mit der Rettung anzufangen.

Claus-Peter Echter: Das Divitzer Wasserschloss ist das einzige Objekt in Deutschland auf der Liste der 14 meist gefährdeten Baudenkmäler Europas. Ein ganz großer Erfolg! Divitz hat ein vorbildliches Konzept. Das ist ein Leuchtturmprojekt für die gesamte Region, auch für die Herrenhäuser im Ostseeraum. Divitz und die Barther Kirchenbibliothek müssen zusammen gesehen werden. Wenn Divitz gelingt, dann wird das Ganze eine ganz große Anziehung haben.

Sollte es Divitz auf die Liste schaffen, was würde das für den Förderverein des Schlosses bedeuten?

Jaspaert: Wir kommen nicht mit Geld. Was wir machen, ist mitdenken, helfen, beraten, an Türen klopfen. Wir haben eine strukturierte Expertengruppe, die Hilfe und Orientierung geben kann. Die Sieben ist eine magische Zahl. Ein jeder spricht davon, das ist gut. Aber die Sieben ist nicht das Wichtigste. Das Wichtigste war diese Nominierung.

Kommt diese Hilfe so oder ähnlich auch den übrigen sieben meist gefährdeten Baudenkmäler zugute, die es nicht in die engere Auswahl schaffen werden?

Jaspaert: Wir haben gesagt, wer am Ende nicht unter den Sieben ist, bekommt ähnliche Hilfe. Diese Projekte werden auf jeden Fall nicht vergessen sein.

Sie haben Ihren Besuch in Divitz auch mit einem Abstecher in der Kirchenbibliothek im benachbarten Barth verbunden. Was war für Sie wichtiger — die Präsentation zum Abschluss des ersten Teils der dortigen Buchrestaurierung oder die Besichtigung des Schlosses?

Jaspaert: Beides. Wir haben das Eine mit dem Anderen verbunden. Divitz und Barth liegen ja nicht weit auseinander. Wir haben uns sehr für das alte Wasserschloss interessiert, das wir bisher noch nicht persönlich kannten. Aber auch die Kirchenbibliothek liegt uns am Herzen. 2014 durften wir dem Förderverein der Kirchenbibliothek den Europa Nostra Award überreichen. Wir sind sehr froh, nach fast zwei Jahren wieder hier zu sein.

Hat sich der Europa Nostra Award auf die Kirchenbibliothek ausgewirkt? Er war ja mit keinerlei Preisgeld verbunden . . .

Jaspaert: Der Preis hat Einflüsse gegeben und möglich gemacht, was der Förderverein der Kirchenbibliothek mit dem Abschluss seines Buchrestaurierungsprojektes nun präsentieren kann. Das ist das Wichtigste. Dazu dient der Preis — zu helfen. Wir freuen uns und sind sehr stolz, dass wir dazu beitragen konnten.

Echter: Der Europa Nostra Award war der einzige, der 2014 in Deutschland vergeben wurde. Er hat der Barther Kirchenbibliothek eine große Öffentlichkeitswirkung verschafft, nicht zuletzt durch die Anwesenheit der Bundeskanzlerin beim Festakt in der Marienkirche. Der Award ist nicht nur eine Momentaufnahme, daraus soll ja auch etwas entstehen. In Barth sieht man, in welch‘

vorbildlicher Weise dieses Projekt weitergegangen ist und dass weitere Förderungen erfolgen konnten. Wir kriegen in Deutschland sehr wenig Awards. Es ist daher etwas ganz Besonderes, dass Barth ausgewählt wurde.

Einflussreicher Lobbyist

Europa Nostra ist eine wachsende Bürgerbewegung, die sich für den Schutz des europäischen Kultur- und Naturerbes einsetzt. Mit seinem großen europaweiten Netz von Mitgliedern, assoziierten Behörden und Verbänden sowie Partnern ist Europa Nostra ein einflussreicher Lobbyist für Kulturerbe-Belange. Die Organisation setzt sich auch für den Schutz gefährdeter Denkmäler, historischer Stätten und Landschaften in Europa ein.

Als einziger Preisträger in Deutschland hat der Förderverein der Barther Kirchenbibiliothek 2014 in Wien für die Erhaltung des kulturellen Erbes einen Europa Nostra Award erhalten.

Die Jury würdigte hiermit das ehrenamtliche Engagement für die historische Kirchenbibliothek in Mecklenburg-Vorpommern. Sie betrachtete dieses Engagement „als eine Art

Modellprojekt für Bewahrung“.



Interview von Detlef Lübcke

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