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Ein Buch über Barths Bücherschätze

Barth Ein Buch über Barths Bücherschätze

Förderverein präsentiert den zweiten Band über Raritäten der historischen Kirchenbibliothek

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Wertvolle historische Bücher in der Barther Kirchenbibliothek.

Barth. Der Förderverein der historischen Kirchenbibliothek St. Marien in Barth hat jetzt den zweiten Band über die „Barther Bibliotheksgespräche“ präsentiert. Die Reihe widmet sich besonderen Stücken aus der 1398 erstmalig erwähnten Bibliotheca Bardensis. „Es ist somit ein Buch über Bücher aus der Kirchenbibliothek“, erklärt Dr. Varvara Disdorn-Liesen, Vorsitzende des Fördervereins.

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Förderverein präsentiert den zweiten Band über Raritäten der historischen Kirchenbibliothek

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Das nächste Bibliotheks-

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planen wir für September 2017.“ Varvara Disdorn-Liesen, Vorsitzende Förderverein

Unter dem Titel „Einblicke“ gibt das Buch das zweite Barther Bibiotheksgespräch vom 1. Mai 2015 im Bibelzentrum wider. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie die Nordkirchenbibliothek haben die Herausgabe gefördert.

Die Herausgeber und Autoren stellten das Buch vor rund 100 Gästen im Douzette-Kabinett des Barther Vineta-Museums vor. Dr. Falk Eisermann, Referatsleiter an der Staatsbibliothek zu Berlin, und Mitglieder des Fachlichen Beirates, gingen auf die Inhalte von fünf Büchern aus der Kirchenbibliothek ein. Ebenso machten sie mit der Geschichte der einzelnen Exemplare bekannt. Zu sehen gab es die wertvollen Bände auch – Hiltrud Uphues, Vorstandsmitglied des Fördervereins, zeigte sie den Zuhörern.

Dr. Falk Eisermann und Dr. Joachim Stüben, Leiter der Nordkirchenbibliothek Hamburg, stellten drei Sammelbände vor. Diese Bücher gehören zu einem besonders bedeutsamen Teilbestand der Kirchenbibliothek. Sie gehören zu den etwa 150 hier enthaltenen Inkunabeln aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Diese Bücher lassen oft überraschende Funde zu, wie etwa die Buchhandschrift eines Traktates von Papst Innozenz III (12. Jahrhundert), ein Bestseller des Mittelalters.

Die Zuhörer im Vineta-Museum erhielten auch Einblicke in die Herkunft und das Schicksal von alten Handschriften, Inkunabeln und Fragmenten aus der Barther Kirchenbibliothek. Deren Benutzer konnten schon vor 500 Jahren an der europäischen Wissensentwicklung teilhaben – dank eines damals gut entwickelten Buchmarktes.

Prof. Lüder Bach vom Förderverein widmete sich den „Schätzen des menschlichen Wissens“, die in den Almanachen der Jahre 1797 bis 1812 des Gabriel C. B. Busch enthalten sind. Hier handelt es sich ebenfalls um Sammelbände, die vermutlich von Lesegesellschaften im Barth um das Jahr 1800 benutzt wurden. Einen der dort enthaltenen Aufsätze stellte Bach zur Freude des Publikums besonders heraus:

den 1800 erschienenen Bericht über die Tauchermaschine, die der Barther Kaufmann und Reeder Peter Kreeft (1739 bis 1811) entwickelt hatte. Prof. Hartmut Möller von der Hochschule für Musik und Theater Rostock präsentierte einen ganz seltenen Fund: eine in einer Inkunabel aus der Zeit des Reformators Johannes Block (14710/80 bis 1544) enthaltene Pergament-„Notenhandschrift“. Sie war auf die Innenseite des Einbandes geklebt und konnte als Doppelblatt aus einem zisterziensischen Gesangsbuch identifiziert werden.

Einen Einblick in die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes (KEK) an der Staatsbibliothek zu Berlin gewährte deren Leiterin Dr. Ursula Hartwieg. Die Koordinierungsstelle widmet sich seit ihrer Gründung vor fünf Jahren bundesweit der Sicherung des schriftlichen Kulturerbes in Archiven, Bibliotheken und Museen. Inzwischen wurden zahlreiche herausragende Modellprojekte zur Bestandserhaltung gefördert. Dazu gehört auch mit 32000 Euro die Restaurierung von Inkunabeln der Barther Kirchenbibliothek. Wie Hartwieg informierte, sei dieses Projekt als „Best practice“-Beispiel in eine Dokumentationsbroschüre aufgenommen worden (www-kek-spk.de).

Nach Abschluss der Bauarbeiten in der St.-Marien-Kirche sollen in Abstimmung mit der Kirchengemeinde kleine geführte Gruppen wieder Zugang zur historischen Bibliothek erhalten. Auch der Ausstellungsbereich auf der Empore unmittelbar vor der Kirchenbibliothek soll wieder zugänglich werden.

Der Förderverein will die Zusammenarbeit mit den lokalen und regionalen Kulturvereinen und Kulturinstitutionen intensivieren. Die Bewahrung des Kulturerbes wirke identitätsstiftend und sei als Wirtschaftsfaktor anzusehen, hieß es. Über konkrete Schulprojekte soll versucht werden, gerade junge Menschen für die Erhaltung des schriftlichen Kulturerbes zu sensibilisieren.

Die wissenschaftliche Auswertung des Bücherbestandes der Bibliothek durch Mitglieder des Fachlichen Beirates soll fortgesetzt werden. Das dritte Barther Bibliotheksgespräch kündigte Dr. Varvara Disdorn-Liesen für September 2017 an.

Das Buch kann über die Internetseite des Fördervereins bezogen werden, www.barthbibliothek.de

Detlef Lübcke

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