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„Ein Rad würde ihm Flügel verleihen“

Barth „Ein Rad würde ihm Flügel verleihen“

Krankenkasse lehnt Hilfe für autistischen Jugendlichen aus Barth seit Jahren ab

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Zurzeit findet sein Leben nur in einem kleinen Radius rund um unsere Wohnung statt. Das Rad würde ihm Lebens- freude schenken.“Ramona Buchin, Mutter

Barth. Ramona Buchin benötigt Hilfe. Ihr Sohn Patric leidet seit seiner Geburt unter mehreren gesundheitlichen Handicaps. Der 21-Jährige ist Autist, hat große motorische Probleme, chronische Rückenschmerzen und kann nicht richtig sehen. Ein Therapiefahrrad würde sein Leben erleichtern und seine Schmerzen lindern. Doch die Krankenkasse versagt dem jungen Mann diese Hilfe – seit nunmehr vier Jahren.

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Krankenkasse lehnt Hilfe für autistischen Jugendlichen aus Barth seit Jahren ab

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Mutter Ramona Buchin ist ratlos und wandte sich hilfesuchend an die OSTSEE-ZEITUNG. Sie erzählt Patrics Geschichte: „Wir bekamen vor etwa vier Jahren vom Arzt ein Rezept für ein sogenanntes Therapie-Rad, manche sagen auch Dreirad dazu, denn es hat wirklich drei Räder.“ Ramona Buchin und Patric suchten sich in einem Reformhaus das preisgünstigste Modell aus. Es sollte eines ohne Motor sein und etwa 1300 Euro kosten.

Die Vorfreude bei ihrem Sohn sei groß gewesen. „Er saß auf dem Rad und wir schmiedeten Pläne“, erinnert sich die 42-jährige Mutter. Arztbesuche wären mit so einem Rad beispielsweise einfacher zu bewältigen, da Patric unter starken Rückenschmerzen leidet und sein Gleichgewicht nur schwer halten kann, wenn er längere Wege zu Fuß zurücklegen muss. „Sein Leben findet deshalb nur in einem kleinen Radius rund um unsere Wohnung statt. Das wollten wir ändern.“

Mutter und Sohn wollten Ausflüge unternehmen. „Das Rad hätte ihm Flügel verliehen und ihn zu einem Teil der Gesellschaft gemacht“, erklärt Patrics Mutter, die selbst unter schwerer Epilepsie leidet und aus diesem Grund keinen Führerschein machen darf.

Doch die Krankenkasse lehnte den Antrag von Familie Buchin ab. Und das aus zwei Gründen. „Erstens, weil Patric kein Kind mehr sei, und zweitens, weil seine Grunderkrankung, der Autismus, sich nicht durch das Radfahren verbessern würde.“

Die Absage war für Mutter und Sohn niederschmetternd. „Natürlich verbessert sich nichts an der Tatsache, dass er für immer als Autist leben wird. Aber es würde beispielsweise durch den Muskelaufbau beim Radfahren seine Rückenschmerzen lindern und ihm Lebensfreude schenken.“ Doch diese Gründe reichen der Krankenkasse anscheinend nicht. Insgesamt fünfmal lehnten sie die Bitte der Bartherin ab.

Nun hofft Ramona Buchin, die ehrenamtlich in der Kleiderkammer des Barther Nachbarschaftstreffs arbeitet, dass es Menschen gibt, die ihr helfen können und mögen. „Es geht Patric seit langer Zeit schlecht. Eine Freude würde ihm so gut tun.“ Doch selbst kann sie das Geld für so ein spezielles Rad nicht aufbringen. „Vielleicht liest jemand diese Zeilen und kann uns helfen. Das wäre wie Weihnachten und Geburtstag auf einmal.“ Eigentlich hilft Ramona Buchin lieber anderen Menschen und ist für diese da – beispielsweise mit ihrer Arbeit in der Kleiderkammer. Dass sie nun selbst um Hilfe bitten muss, gefällt ihr weniger. „Aber ich weiß wirklich keinen Ausweg mehr.“

Wer Ramona Buchin helfen möchte, ihren sehnlichsten Wunsch zu erfüllen, kann sich gern bei ihr melden.

Kontakt: ☎ 038231/499666

Carolin Riemer

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