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Ein Sommerkino für Barth?

Barth Ein Sommerkino für Barth?

Stadtvertreter haben die Verwaltung beauftragt, nach einem Betreiber zu suchen

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Im Regie- häuschen auf der Freilichtbühne existiert noch die Kinotechnik.“ Holger Friedrich, SPD-Fraktionschef

Barth. Wer in Barth gern ein Kino besuchen möchte, sucht danach vergebens. Die Zeit, als es in der 8500-Einwohner-Stadt noch ein Kino gab, liegt inzwischen fast drei Jahrzehnte zurück. „1990 wurde das letzte Barther Kino geschlossen“, weiß Frank Schleich, der im 21 Kilometer entfernten Prerow das Cinema betreibt.

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Stadtvertreter haben die Verwaltung beauftragt, nach einem Betreiber zu suchen

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Das Haus der „Volkslichtspiele“ in der Kleinträgerstraße ist vor 15 Jahren versteigert worden. Es beherbergt heute ein Architekturbüro. Wer von den Einwohnern und Gästen Barths Lust auf ein Kinoerlebnis hat, fährt entweder nach Prerow oder in die 29 Kilometer entfernt gelegene Hansestadt Stralsund. Auch auf der Barther Freilichtbühne werden seit Jahren keine Filme mehr gezeigt. Doch das könnte sich möglicherweise wieder ändern – wenn es nach dem Willen der Barther Sozialdemokraten geht: Die Stadtvertreter haben auf Antrag der SPD-Fraktion einen Auftrag an die Stadtverwaltung gerichtet. Sie solle nach einem Betreiber suchen, der bereit sei, auf der Barther Freilichtbühne Filme zu zeigen. Alle Stadtvertreter folgten diesem Ansinnen.

Wenn auch kein ganzjährig geöffnetes Kino, soll Barth so zumindest ein Sommerkino bekommen, das in der Saison Filme aufführt. „Im Regiehäuschen auf der Freilichtbühne existiert noch die Kinotechnik, und sie steht seit Jahren ungenutzt herum“, begründet SPD-Fraktionsvorsitzender Holger Friedrich den Vorstoß. „Es wäre doch schön, wenn dort wieder Filme gezeigt werden könnten.“ Er hat dort früher selbst Filmvorstellungen besucht. Friedrich sieht in einer Wiederbelebung der Filmvorführungen „eine Möglichkeit, das kulturelle Angebot gerade in der Tourismus- und Urlaubszeit zu erweitern“.

Kinobetreiber Frank Schleich aus Prerow macht der Stadt allerdings wenig Hoffnungen, die alte Filmmaschine aus dem Regiehäuschen der Freilichtbühne noch nutzen zu können. „Selbst, wenn sie noch funktioniert, es werden heute gar keine herkömmlichen 35- Millimeter-Filme mehr verliehen“, erklärt der 52-Jährige. Sollte die Stadt die Filmmaschine verkaufen wollen, würde sie dafür heutzutage nur noch einen Schrottpreis bekommen. Der Bedarf sei einfach nicht mehr da. Aber vielleicht würde sich ja ein Liebhaber finden.

Für eine neue Filmmaschine seien allerdings 60000 bis 80000 Euro hinzublättern. Sollte die Stadtverwaltung ihn fragen, ob er das Barther Sommerkino betreiben wolle, würde er wohl ablehnen.

„Meine ganze Zeit und Kraft gehört meinem Kino.“ Im Prerower Cinema hat vor drei Jahren ein neues Zeitalter begonnen. 2013 hielt in dem einzigen festen Kino zwischen Rostock und Stralsund die 3-D-Technik Einzug. Schleich ließ sein Kino für den digitalen Betrieb umrüsten. „Hätte ich nicht auf Digital umstellen lassen, dann hätte ich das Kino schließen müssen“, sagt Frank Schleich. Zwei alte Filmmaschinen habe er noch. Sich von ihnen zu trennen, sei ihm bei der Umrüstung schwer gefallen. „Doch sie waren seitdem noch nicht einmal wieder im Einsatz gewesen“, sagt Schleich. Vom Verleiher wären nur noch Digital-Filme zu bekommen.

Barth-Besucherin Franziska Henning findet die Idee mit dem Sommerkino gut. „So viel ist in Barth abends ja nicht los. Das Kino wäre auf jeden Fall eine Bereicherung“, findet die 34-Jährige.

Übrigens werden auch im Barther Bibelzentrum regelmäßig Filmabende veranstaltet. Das nächste Mal wieder an diesem Donnerstag ab 19 Uhr. Mit dem Film „Das Mädchen Wadjda“ (Deutschland/Saudiarabien, 2012) wird die dortige Reihe „Der besondere Film“ fortgesetzt. Zu sehen ist ein gefühlvolles Drama um die elfjährige Wadjda, die alles tut, um sich ihren Traum vom eigenen Fahrrad zu erfüllen. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Detlef Lübcke

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